Mitbestimmungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler bei der Speisenplangestaltung
Beispiel Bremen – wie lassen sich Schülerinnen und Schüler beteiligen?
Eine ambitionierte Idee, wie Schüler und Schülerinnen mit einbezogen werden können, stellte Michael Thun von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung aus Bremen in seinem Workshop auf dem IN FORM Gemeinschaftstand vor. Er zeigte, wie sich Ernährungsbildung und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Schulverpflegung verbinden lassen.
Kinder wollen und sollen mitreden!
Mit Hilfe des "Speisekarten-Baukasten" erarbeiten Schülerinnen und Schüler eine Alternative zum gegebenen Speiseplan ihrer Mensa. Sie mit einzubeziehen und ihre Wünsche zu berücksichtigen ist gewünscht, denn es steigert die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder das Essen lieber mögen. Es scheitert aber zu oft daran, dass es sich bei den Wünschen um "altbewährte" Vorlieben wie Pommes frites handelt, die eher weniger für eine ausgewogene Ernährung stehen.
Mit allen Sinnen entdecken
Kindern können aber nur dann kreativ in der Küche sein, wenn sie die bunte Vielfalt an Lebensmitteln kennen. Und genau da setzt Michael Thuns Idee an. Ein Warenkorb an pflanzlichen Lebensmitteln soll den Kindern vor Augen halten, welche Schätze an Formen, Farben, Gerüchen und Geschmäckern die Natur bereithält. Aus dieser Fülle wählt die Lehrkraft eine bestimmte Menge aus und lässt die Kinder probieren.
Im Workshop auf dem IN FORM Gemeinschaftsstand brachte er eine Palette an Kräutern, Nüssen und Trockenfrüchten mit und ließ die Teilnehmer die Schritte durchgehen, die auch die Kinder mitmachen: Jedes Lebensmittel wird untersucht, probiert, beschrieben und bewertet. Ein Vorgehen, das wir auch vom sogenannten "Schmexperimentieren" kennen und was dem aid-Unterrichtsmaterial "SchmExperten" seinen Namen gab.
Nicht nur meckern, sondern Verbesserungen vorschlagen
Nach diesem ersten Kennenlernen übertragen die Kinder die Lebensmittel, die ihnen am besten geschmeckt haben, auf eine Standard-Speisekarte mit Vor-, Haupt und Nachspeise. Ob Seelachs mit Feigensoße oder Himbeer-Götterspeise mit Pfefferminzsahne – der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Die Ideen, die in der Klasse am beliebtesten sind, können dann mit Mensaausschuss und Caterer diskutiert werden. Ideal wäre es, wenn diese sich darauf einlassen und neuen Ideen offen gegenüber stehen. Nicht jede Idee muss dabei "eins zu eins" umgesetzt werden, aber so soll der Dialog zwischen Schülern und Entscheidern beflügelt werden.
Ernährungsbildung ist immer ein Gewinn
Aus Bremen kann Michael Thun von Schulen berichten, in denen sich Caterer tatsächlich auf die kreativen Vorschläge der Schüler und Schülerinnen eingelassen haben. Allerdings besteht in dem Stadtstaat eine sehr enge Bindung zwischen der Vernetzungsstelle und den Caterern. Davon kann nicht in jedem Bundesland ausgegangen werden. Eine kreative und geschmacksbildende Auseinandersetzung mit dem Angebot der eigenen Mensa im Unterricht ist in jedem Fall möglich und sinnvoll. Zu wünschen wäre es, dass Caterer zumindest eine Rückmeldung auf die Kundenwünsche gäben und sich dankbar für die Inspirationen zeigten.
Lesen Sie mehr über die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bremen
Übersicht über die bundesweiten Vernetzungsstellen Schulverpflegung
Website der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bremen































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