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IN FORM Projekte zur Schulverpflegung

Die wichtigsten sind: DGE-Qualitätsstandard, Vernetzungsstellen und Ernährungsbildung.

Zum Thema Gemeinschaftsverpflegung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Bild: BMEL/photothek.net, Thomas Trutschel

Die Studie hat gezeigt, dass die Schulverpflegung in Deutschland auf einem guten Weg ist, aber noch an vielen Stellen deutlich verbessert werden kann. IN FORM hat von Beginn an dem Schulessen besondere Bedeutung beigemessen. Die drei wichtigsten IN FORM Projekte zur Schulverpflegung helfen dabei, das Essen in den Kantinen zu verbessern. Daraus ergeben sich die folgenden Forderungen, die auf dem Bundeskongress Schulverpflegung 2014 klar formuliert wurden:

1. Der DGE-Qualitätsstandard muss verbindlich werden

Wie eine gute Schulverpflegung aussehen muss, definiert der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung. Dieser besagt im Wesentlichen: Jeden Tag Gemüse, Salat oder Rohkost und Trink- oder Mineralwasser. Dazu mindestens zweimal die Woche Obst und Milchprodukte, Fleisch maximal zweimal, Seefisch mindestens einmal in der Woche.

Zwar kennen mehr als die Hälfte der befragten Schulleitungen, je nach Bundesland bis zu 100 Prozent, den DGE-Standard. Doch dort, wo er bekannt ist, geben nur etwa die Hälfte an, dass er auch umgesetzt wird.

Eine Qualitätskontrolle findet nur selten statt (27,7 Prozent). Vertragliche Regelungen zur Qualität des Schulessens (Leistungsverzeichnisse) liegen nur in den Stadtstaaten zu 100 Prozent vor. „Die Standards sind kein Hexenwerk. Wenn das Essen dann noch hygienisch einwandfrei, nicht verkocht und zudem schmackhaft ist, ist die Rezeptur gegeben für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Schulernährung”, sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt in seiner Eröffnungsrede zum Bundeskongress Schulverpflegung.

„Unser Ziel ist es, dass der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung flächendeckend Beachtung findet. Dabei spielt auch die Qualifizierung aller, die mit der Verpflegung unserer Kinder befasst sind, eine zentrale Rolle”, so Ernährungsminister Schmidt. Beides müsse fester Bestandteil des pädagogischen Gesamtkonzeptes einer Schule sein. „Warum ist heute die Ernährungsbildung nicht ebenso wichtig wie der Dreisatz, warum gibt es anerkannte und beachtete Sicherheitsstandards für die Turngeräte in der Sporthalle, aber keine für die Qualität des Schulessens?”, fragt Schmidt. Um die genannten Ziele zu erreichen, kündigte er die Einrichtung eines Nationalen Qualitätszentrums Schulessen bei der DGE an.

Neuauflage des DGE-Qualitätsstandards vorgestellt

Mittlerweile liegt der Qualitätsstandard für die Schulverpflegung in der vierten, verbesserten und erweiterten Fassung vor. Die Neuauflage 2014 berücksichtigt die aktualisierten Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr in Deutschland, der Österreich und der Schweiz, die Anfang 2015 in Buchform erscheinen. Die Referenzwerte sind jeweils für Schülerinnen und Schüler in der Primar- und Sekundarstufe angegeben. Ergänzt wurde auch Hinweise zur seit dem 13. Dezember 2014 vorgeschriebenen Allergenkennzeichnung. Ein separates Kapitel widmet sich den Aspekten der Nachhaltigkeit und betrachtet die Bedeutung von Gesundheit, Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaftlichkeit in der Gemeinschaftsverpflegung.

2. Vernetzungsstellen sind Dreh- und Angelpunkt der Aktivitäten

Darüber hinaus kommt den gemeinsam von Bund und Ländern im Rahmen von IN FORM in allen 16 Bundesländern eingerichteten Vernetzungsstellen Schulverpflegung eine bedeutende Rolle zu. „Sie bleiben der Dreh- und Angelpunkt unserer Aktivitäten. Wir werden diese Beratungsstellen für Schulträger, Schulen und Schulverpfleger gemeinsam mit den Ländern weiter unterstützen“, sagte Bundesminister Schmidt.

Die Vernetzungsstellen Schulverpflegung unterstützen die Verantwortlichen vor Ort darin, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder frühzeitig an eine gesunde Ernährung herangeführt werden. Somit lässt sich langfristig das Ernährungsverhalten bis ins Erwachsenenalter positiv verändern.

Die Vernetzungsstellen arbeiten mit Schulträgern, Schulleitungen, Lehrkräften sowie Eltern, Schulvereinen und Caterern sowie Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Wirtschaftsbeteiligten, Wohlfahrtsverbänden, Gesundheitsämtern zusammen. Die Aktivitäten vor Ort für für ein gesundes und wohlschmeckendes Schulessen in angenehmer Atmosphäre und Ernährungsbildung werden gebündelt und allen Interessierten bekannt gemacht. Mit Werkstattgesprächen, Qualitätszirkeln, zentralen Informationsveranstaltungen und Modellvorhaben wird der Erfahrungsaustausch gepflegt. Vielerorts haben die Vernetzungsstellen Schulverpflegung bereits einen Pool von Beraterinnen und Beratern aufgebaut.

Typische Fragestellungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Beratungsgesprächen mit Schulen, Eltern etc. sind:

  • Wie plane und organisiere ich eine Schulkantine?
  • Welche Lebensmittel bzw. Lebensmittelgruppen sind sinnvoll für die Verpflegung von Kindern?
  • Welche Kriterien sollten bei der Auswahl eines Caterers berücksichtigt werden?
  • Wie können die Hygienevorschriften in meiner Küche angewendet werden?

Hinweis

Im Internetauftritt von IN FORM finden Sie einen eigenen Bereich der Vernetzungsstellen Schulverpflegung (VNS). Hier erfahren Sie mehr über die Aufgaben und Aktivitäten der VNS. Außerdem stellt sich jede Vernetzungsstelle mit ihren Schwerpunkten und Kontaktpersonen vor. Auf diese Weise finden Sie direkt den richtigen Ansprechpartner für Ihr Bundesland.

Hier geht es zum Portal der Vernetzungsstellen Schulverpflegung

3. Ernährungsbildung ist eine Verpflichtung ersten Ranges

„In der Gesundheits- und Ernährungsbildung tragen wir alle eine große Verantwortung, unseren Kindern das bestmögliche Rüstzeug mit auf den Weg zu geben. Zu Hause, in der Kita und in der Schule werden die Ernährungsgewohnheiten entscheidend geprägt, die uns oftmals ein Leben lang begleiten. Hier ist es eine Verpflichtung ersten Ranges dafür zu sorgen, dass wir es ernst meinen mit unserer Ernährungsbildung. Dies fängt bei der Wertschätzung der Lebensmittel an, reicht über die Vermittlung des Einmaleins der Nahrungsmittel und ihrer Zubereitung und endet bei der eigenen und gesellschaftlichen Verantwortung für eine ausgewogene Ernährung“, sagte Schmidt. Ernährungsbildung und Essensangebot müssten Hand in Hand gehen.

IN FORM unterstützt Projekte, die der Ernährungsbildung in Schulen dienen. Zu den erfolgreichsten Unterrichtskonzepten zählt der aid Ernährungsführerschein für Grundschüler in der dritten und vierten Klasse: über 630.000 Jungen und Mädchen haben mittlerweile die schriftliche und praktische Prüfung bestanden und das Führerschein-Dokument erhalten. Darüber hinaus hat der aid infodienst e. V. mit dem Programm SchmExperten/SchmExperten in den Lernküche auch für ältere Schülerinnen und Schüler ein Angebot geschaffen. Der von der Verbraucherzentrale NRW konzipierte Workshop Ess-Kult-Tour wird bundesweit von allen Verbraucherzentralen für Schulen mit Sekundarstufe I (ab der 7. Klasse) und II, Berufskollegs sowie privaten Berufsschulen angeboten.

Hinweis

Einen Überblick mit weiter führenden Links über die Konzepte zur Ernährungsbildung liefert der IN FORM Beitrag „Ernährungsbildung in Schulen“.

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