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Qualitätsoffensive zur Verbesserung des Schulessens in Deutschland

Die Qualitätsoffensive zur Verbesserung des Schulessens in Deutschland umfasst fünf Handlungsfelder.

Zum Thema Gemeinschaftsverpflegung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Bundesminister Christian Schmidt während der Pressekonferenz zum Bundeskongress Schulverpflegung. Bild: BMEL/photothek.net, Thomas Trutschel

Die Ergebnisse der Studie zur Qualität der Schulverpflegung, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen von IN FORM in Auftrag gegeben hat, liefert die Basis. Die Qualitätsoffensive zur Verbesserung des Schulessens in Deutschland umfasst fünf Handlungsfelder:

1. Der Qualitätsstandard für die Schulverpflegung soll verbindlich sein!

Die Qualität des Schulessens darf nicht dem Zufall überlassen werden. Schließlich geht es darum, Grundlagen für ein gesundes Leben zu schaffen. Diejenigen, die die Verpflegung beauftragen müssen den Qualitätsstandard einfordern. Dass es geht und wie es geht, zeigen bereits viele gute Beispiele. Das BMEL und die Vernetzungsstellen Schulverpflegung sind bereit, alle Beteiligten bei diesem Prozess zu unterstützen.

2. Wir brauchen einen Ernährungs-TÜV für Anbieter von Schulessen!

Anbieter von Schulessen müssen sich qualifizieren, um an Schulen als Anbieter von Mittagsverpflegung zugelassen zu werden. So kann Warmhalteverpflegung nur funktionieren, wenn die Warmhaltezeiten kurz sind. Drei Stunden verkochter „Ätzspinat“ verdirbt den Spaß am Essen. Diejenigen, die die Verpflegung beauftragen müssen einen Qualifizierungsnachweis von ihren potentiellen Lieferanten einfordern. Dafür wird die DGE künftig die Funktion eines Nationalen Qualitätszentrums Schulessen übernehmen. Sie soll zum einen Hüterin über die Qualitätsstandards sein und zum anderen federführend bei der Qualifizierung der Caterer sein.

3. Die Verpflegung muss zur Chefsache werden

Schulverpflegung muss in direkter Verantwortung der Schulleitung liegen. Sie muss Teil des Schulkonzeptes sein – so wie auch eine begleitende Ernährungsbildung unverzichtbar ist. Die Schulverpflegung sowie die Verpflichtung, nach DGE-Standard zu verpflegen, sollte Eingang in den Schulalltag finden, die gesundheitsfördernde Schule als Grundsatz der Schulpolitik verankert werden. Überall dort, wo Schülerinnen und Schüler verpflegt werden, sollten Verpflegungsausschüsse als Hüter über die Qualität des Schulessens tätig werden, in denen Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter und Anbieter an einem Tisch sitzen. 

4. Die Vernetzungsstellen bleiben der Dreh- und Angelpunkt!

Die Arbeit der Vernetzungsstellen Schulverpflegung wird auch in den nächsten Jahren erforderlich bleiben. Wenn die Länder weiter ihren Beitrag leisten, dann wird auch der Bund die Arbeit der Vernetzungsstellen für Schulverpflegung weiter unterstützen. Ziel muss es ein, die Vernetzungsstellen fest als Beratungsstellen für Schulträger, Schulen und Verpflegungsanbieter zu verankern.

5. Die Schüler sollen zu Botschaftern guten Schulessens werden!

Die Schülerinnen und Schüler sind wichtige Seismographen für die Qualität der Verpflegung. Diejenigen, die das Essen täglich zu sich nehmen, sollten stärker mitreden, was auf die Teller kommt und wie es präsentiert wird. Dabei kann es nicht darum gehen, jeden Tag Pizza und Pommes auf den Tisch zu bringen. Schulessen muss Spaß machen, schmecken und gesund sein. Deshalb wird das BMEL einen Wettbewerb für engagierte Schüler und für erstklassiges Schulessen ausloben. Wer macht mit in der Kantine, wer hat innovative Vorschläge für den Speiseplan, wer meldet sich freiwillig als „Mensa-Tester“? Es sollen gute Ideen und Beispiele prämiert werden, die zur Nachahmung anregen.

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