IN FORM

Themen schärfen und neue Kommunikationsformen nutzen

Im Strategischen Forum des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Bonn diskutierten Verantwortliche und Gäste die zukünftige Ausrichtung der beiden neuen Informations- und Kommunikationszentren für Ernährung und Landwirtschaft.

Personen sitzen im Kreis und diskutieren
Strategisches Forum BZL/BZfE im BMEL-Bonn, 28.11.2017, Bild: BLE

"Wir haben uns vorgenommen, die Schnittstelle vom Acker bis zum Teller auch in Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren", versprach Dr. Klaus Heider, Abteilungsleiter für Ernährungspolitik, Produktsicherheit und Innovation im BMEL, bei der Begrüßung der Gäste im Ministerium. Gekommen waren 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter ihnen eine Reihe von Vertreterinnen und Vertreter der Länder, der Wissenschaft und unterschiedlicher Verbände, die den ehemaligen aid infodienst über Jahre begleitet hatten.

In der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) entstanden im Februar 2017 auf Initiative des Bundesministeriums das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) und das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL). Wichtig dabei: Die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auf der einen und die Ernährung auf der anderen Seite bleiben nach wie vor eng "verschränkt", wie dies auch BLE-Präsident-Dr. Christoph Eiden betonte. "Bewegung und Stabilität", so Eiden weiter, solle die Kommunikation beider Zentren während dieses Prozesses leiten.

Im Dialog mit allen beteiligten Gruppen

Das BMEL hatte zum Strategischen Forum im November 2017 geladen, um mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Landwirtschaftsministerien der Länder über die Arbeitsschwerpunkte von BZfE und BZL für das Jahr 2018 zu erörtern. Im Rahmen der strategischen Diskussionen standen die Themen "schwer erreichbare Zielgruppen" und "künftige Positionierung und Profilierung der Zentren" im Vordergrund.

In Arbeitsgruppen – Marktplätze genannt – stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BZL und des BZfE den Gästen die thematischen Schwerpunkte aus ihrem Arbeitsprogramm 2018 vor. Beim BZfE waren dies die Themen Nachhaltigkeit, Verpflegung und Bildung in Kita und Schule sowie die Ernährungskommunikation. Beim BZL ging es um das Datenzentrum sowie Medien und Inhalte für Landwirte und Verbraucher.

Die Gäste waren aufgefordert, die geplanten Maßnahmen zum Vermitteln dieser Themen bzw. Inhalte kritisch zu beleuchten und den Verantwortlichen ihre Gedanken dazu mit auf den Weg zu geben.

Vernetzen, verschränken und vermitteln

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Marktplatz-Diskussionen stellten Vertreterinnen und Vertreter von BZfE und BZL anschließend im „Fishbowl“ vor. Zwei zusätzliche Stühle in ihrer Runde konnten jeweils von Gästen besetzt werden, wenn sie Ergänzungen oder Erläuterungen hinzufügen wollten.

In dieser Runde sowie bei den anschließenden Podiumsdiskussionen wurde deutlich, dass sich beide Zentren als Koordinierungs- und Vernetzungsstellen mit einer Lotsenfunktion für ihre jeweiligen Zielgruppen sehen. Querschnittsthemen wie der Nachhaltigkeit und der Digitalisierung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Immer wieder wurde deutlich, dass es eine große Schnittmenge zwischen BZL und BZfE gibt.

Von der Zielgruppe her denken

Zu den zentralen Herausforderungen der beiden Zentren, die im Strategischen Forum diskutiert wurden, gehörten die Suche nach der  zielführenden Ansprache schwierig erreichbarer Zielgruppen sowie die Profilierung der Zentren angesichts der wachsenden Vielfalt (auch unseriöser) Informationsanbieter. Wie wecke ich Interesse bei Menschen, die sich für mein Thema nicht interessieren oder aufgrund ihrer Weltanschauung bzw. Ideologie Argumenten nicht zugänglich sind? Diese Frage – ob im Zusammenhang mit der Landwirtschaft oder der Ernährung – konnte das Strategische Forum in diesem Jahr noch nicht lösen.

Gastgeber Dr. Klaus Heider sagte in seinem Schlusswort: "Wir alle haben verstanden, dass in der Kommunikation von Landwirtschafts- und Ernährungsthemen ein systemischer Ansatz gebraucht wird." Das diesjährige Strategische Forum sei keine Einzelveranstaltung, sondern ein weiterer Baustein eines kontinuierlichen Prozesses, der fortgeführt werde.