IN FORM

Sternekoch Alexander Dressel

Sternekoch und Michelin-Sternträger Alexander Dressel kocht regelmäßig auf der Internationalen Grünen Woche in der Sonderschau des Ernährungsministeriums.

Zwei Männer richten Speisen auf Tellern an

Alexander Dressel ist Koch aus Leidenschaft. Mit 6 Jahren hat er beschlossen Koch zu werden und seine Entscheidung bis heute nicht bereut. Seit Januar 2013 ist er Präsident der Jeunes Restaurateurs Deutschland. Ein Schwerpunkt dieser Vereinigung ist unter anderem die Aus,- und Weiterbildung junger Menschen. Auch dafür engagiert er sich sehr.

Im IN FORM Interview verrät er uns, wie er Kinder und Jugendliche zum Kochen und Genießen animiert.

IN-FORM: Was ist das besondere an der brandenburgischen Küche?

Alexander Dressel: Die Besonderheit liegt nicht in der Küche selbst, verschmilzt sie doch auch sehr mit Berlin. Brandenburg hat jedoch viele kleine landwirtschaftliche Erzeugnisse, die Ich gern verwende. So haben wir erstklassige Ölproduzenten oder aber auch Büffelmozzarella, der den italienischen Produkten eine starke Konkurrenz bietet.

Als Berufskoch, kochen Sie da auch in Ihrer Freizeit, oder lassen Sie sich gerne bekochen?

Alexander Dressel: Natürlich gehe ich auch gern essen. Nicht nur in Sternerestaurants, sondern auch ganz einfach. Wenn ich zu Hause bin, koche ich. Meine Kinder gehen mir dabei oft zur Hand.

Auf der IGW kochen Sie mit Schülern zusammen, als Spitzenkoch kochen Sie eher für Feinschmecker und Gourmets. Was motiviert Sie für und mit Kindern zu kochen?

Alexander Dressel: Kinder oder auch Jugendliche sind unsere Gäste von morgen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung sollte jedem Kind zugänglich sein. Wenn das Bewusstsein sich bei Ihnen entwickelt, kommen Sie auch später in unsere Restaurants.

Was sollte man Ihrer Meinung nach für Kinder und Jugendliche kochen?

Alexander Dressel: Ich bin selbst Vater von drei Kindern. Alle haben unterschiedliche Vorlieben. Wichtig ist, nichts zu erzwingen. Meine Kinder müssen alles probieren und können dann selber urteilen. Wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt, bekommt man auch ein Gefühl für ihre Vorlieben. Neben der Ausgewogenheit finde ich auch wichtig, Regeln festzusetzen. Dazu zählt auch das gemeinsame Essen, die Einhaltung von Essenszeiten etc. Kinder zählen auch zu den sogenannten Supertestern, ihr Geschmacksempfinden ist sehr sensibler als das von Erwachsenen. Daher sollte in den meisten Fällen auch sensibler mit Gewürzen umgegangen werden.

Vor dem Hintergrund, dass zu Hause immer weniger gemeinsam gekocht wird, sollte da Ihrer Meinung nach Kochen als festes Fach in der Schule verankert werden?

Alexander Dressel: Leider mangelt es den meisten Städten und Kommunen an Geld um derartige Projekte umzusetzen. Ich würde es sehr begrüßen. Auch über die generelle Schulverpflegung sollte wieder mehr nachgedacht werden.

Wie würden Sie Kinder und Jugendliche zu einem gesünderen, ausgewogenen Essverhalten motivieren?

Alexander Dressel: Diesen Teil müssen die Eltern übernehmen, doch da fängt meist das Problem an. Viele Eltern sind damit überfordert. Eigentlich müssten wir bei der Information der Eltern beginnen.

Auf der IGW kochen Sie nicht nur mit und für Schüler sondern beteiligen sich auch an der Kampagne „Zu Gut für die Tonne”. Jetzt mal Hand aufs Herz, in der Restaurantküche fallen doch sicherlich Reste an. Was machen Sie damit?

Alexander Dressel: Wir versuchen so viel wie möglich zu verarbeiten und so wenig wie möglich Abfall zu produzieren. Natürlich auch aus wirtschaftlichen Gründen. Aus so manchen „Resten” beispielsweise kochen wir auch unser Essen für das Personal.