IN FORM

Handlungsfelder

Die Bundesregierung hat f√ľnf Handlungsfelder definiert, auf die sich alle Ma√ünahmen konzentrieren.

Verschiedene Generationen
IN FORM richtet sich an alle Gruppen in der Bev√∂lkerung. In der Umsetzung konzentriert sich die Initiative auf f√ľnf Handlungsfelder. Bild: WavebreakMediaMicro

Neben Bund, L√§ndern und Kommunen sind alle Akteure aus dem gesellschaftlichen Raum gefragt, den Nationalen Aktionsplan zu unterst√ľtzen. Dabei setzen die Ma√ünahmen √ľberall dort an, wo Menschen leben, arbeiten, lernen und spielen.

Die Bundesregierung hat deshalb die folgenden f√ľnf zentralen Handlungsfelder definiert, auf die sich die Ma√ünahmen der unterschiedlichen Akteure konzentrieren. Jedem Handlungsfeld sind zentrale Ziele und konkrete Ansatzpunkte f√ľr Ma√ünahmen zugeschrieben.

Handlungsfeld 1: Bund, Länder und Kommunen als Vorbild

Jeder Mensch ist f√ľr seine Gesundheit verantwortlich. Aber h√§ufig fehlt es an den notwendigen Rahmenbedingungen oder der Umsetzung des konkreten Wissens, um sich gesund zu verhalten. Hier sind Viele oft √ľberfordert. Bund, L√§nder und Kommunen m√∂chten deshalb ihre B√ľrgerinnen und B√ľrger unterst√ľtzen und Vorbild sein.

Die F√∂rderung eines gesunden Lebensstils ist zu einer wichtigen Aufgabe von Bund, L√§ndern und Kommunen geworden. Alle Bereiche der Politik sind durch den Nationalen Aktionsplan aufgerufen, sich an diesem Ziel zu beteiligen. Denn konkrete Ma√ünahmen k√∂nnen nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn sie von einer allgemeinen Neuorientierung getragen werden. Hier sind die unterschiedlichen Bundesministerien, aber auch L√§nder und Kommunen gefragt, ihre politischen Entscheidungen zuk√ľnftig immer auch unter dem Aspekt der Gesundheitsf√∂rderung zu treffen.

Ein gesellschaftlicher Wandel braucht Vorbilder

Die Politik von Bund, L√§ndern und Kommunen m√∂chte durch konkrete Ma√ünahmen zeigen, wie sich ein Klima schaffen l√§sst, in dem ein gesundes Ern√§hrungs- und Bewegungsverhalten f√ľr jeden Einzelnen m√∂glich wird. Durch allgemeine, gesundheitsf√∂rdernde Strukturen k√∂nnen auch Menschen, die benachteiligt oder gesundheitlich gef√§hrdet sind, mit profitieren.

  • Ziele und Ansatzpunkte: Ziel ist, dass Bund, L√§nder und Kommunen mit dem Nationalen Aktionsplan eine gesellschaftliche Vorbildfunktion √ľbernehmen.
  • Transparenz schaffen, Qualit√§t sichern: Die Bundesregierung m√∂chte die bereits vorhandenen, gesundheitsf√∂rdernden Aktivit√§ten erfassen und die Qualit√§t durch Dokumentation und Evaluierung von Ma√ünahmen erh√∂hen und sichern.
  • Durch Gesetze gestalten: Alle gesetzlichen Vorhaben von Bund und L√§ndern sollen zuk√ľnftig Auswirkungen auf die Gesundheit der B√ľrgerinnen und B√ľrger ber√ľcksichtigen und zu gesundheitlicher Chancengleichheit f√ľhren.
  • Gesundheit im Blick - √∂ffentliche Gelder: Bei der Entscheidung √ľber die Vergabe √∂ffentlicher Gelder soll der Faktor Gesundheit mit einbezogen werden.
  • Verantwortung als Arbeitgeber: Bund, L√§nder und Kommunen f√∂rdern die Gesundheit ihrer Besch√§ftigten systematisch auf allen Ebenen.
  • Gesunde Rahmenbedingungen: In Gemeinschaftseinrichtungen (Erziehung, Bildung, Pflege, Justiz und Gesundheit) werden die Rahmenbedingungen f√ľr gesunde Ern√§hrung und ausreichende Bewegung geschaffen.

Handlungsfeld 2: Information √ľber Ern√§hrung, Bewegung und Gesundheit

Informationen und Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung und Gesundheit sind ausreichend vorhanden. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, diese Ratschläge auch umzusetzen. Deshalb brauchen sie bessere Angebote zur Ernährungs- und Bewegungsaufklärung.

Ern√§hrung und Bewegung werden in den unterschiedlichsten Lebenswelten thematisiert ‚Äď angefangen in Kindertageseinrichtungen und Schulen, √ľber den Arbeitsplatz bis hin zum Wohnumfeld. Auch Medien und Werbung tragen zur Verbreitung von Ern√§hrungs- und Bewegungsinformationen bei. Viele Menschen sind allerdings von der Vielfalt oder vom Inhalt der verbreiteten Empfehlungen √ľberfordert. . Dar√ľber hinaus m√ľssen Angebote zur Ern√§hrungs- und Bewegungsbildung auch Unterschiede zwischen den verschiedensten Bev√∂lkerungsgruppen ber√ľcksichtigen.

  • Ziele und Ansatzpunkte: Ziel ist es, Menschen eine gesunde Lebensf√ľhrung zu erm√∂glichen und eigenverantwortliches Handeln zu st√§rken.
  • Alltagstaugliche Botschaften verbreiten: Empfehlungen m√ľssen vertrauensw√ľrdig, verl√§sslich, vergleichbar, allgemein verst√§ndlich und leicht umsetzbar sein.
  • Wissensvermittler qualifizieren: Durch die Verankerung von Ern√§hrungs- und praktischen Bewegungsbausteinen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Erziehungs-, Gesundheits-, Pflege- und sozialen Berufen sowie im ehrenamtlichen Bereich werden Mittlerpersonen qualifiziert; Zertifikate helfen, Experten und Anbieter zu erkennen.
  • Zielgruppengerecht informieren: Angebote zur Ern√§hrungs- und Bewegungsbildung orientieren sich an den Bed√ľrfnissen und Lebenswelten der jeweiligen Zielgruppe.
  • Verantwortungsbewusst mit Informationen umgehen: Verb√§nde und Vereine, gesetzliche Krankenkassen, Medien und Wirtschaft sind sich ihrer Verantwortung bei der Verbreitung von Ern√§hrungs- und Bewegungsinformationen bewusst.

Handlungsfeld 3: Bewegung im Alltag

Wer rastet, der rostet! Dieses Sprichwort kennt und versteht jeder. Denn die Bedeutung von Bewegung f√ľr die Erhaltung der Gesundheit sowie Vorbeugung einer Vielzahl chronischer, nicht√ľbertragbarer Krankheiten ist wissenschaftlich sehr gut belegt. Doch trotz besseren Wissens, wie wichtig Bewegung im Alltag f√ľr das k√∂rperliche Wohlbefinden ist, bewegen sich viele B√ľrger zu wenig.

Die Gr√ľnde f√ľr die wachsende Bewegungsarmut sind vielf√§ltig und liegen oft in den sich √§ndernden gesellschaftlichen Verh√§ltnissen: Eine wachsende Motorisierung, berufliche T√§tigkeiten im Sitzen, zu wenig attraktive Spielfl√§chen f√ľr Kinder am Wohnort gepaart mit einem gro√üen Angebot an bewegungsarmen Freizeitbesch√§ftigungen tragen zum Bewegungsmangel bei. 

Genau hier setzt der Nationale Aktionsplan
IN FORM an

Damit Menschen in Deutschland wieder regelm√§√üig k√∂rperlich und sportlich aktiv werden, m√ľssen Lebenswelten mit ausreichend attraktiven Bewegungsanreizen geschaffen werden.

Die bewegungsf√∂rderliche Gestaltung der Umwelt wird dort umgesetzt, wo Menschen spielen, lernen und arbeiten. Kurzum im Alltag. Dabei orientieren sich die Ma√ünahmen an Zielgruppen spezifischen Gegebenheiten wie Alter, Geschlecht und sozialer Status. Ein besonderes Augenmerk gilt den Gruppen mit sehr wenig Bewegung. Der Transfer der Alltagsbewegung an den Arbeitsplatz, die Schule oder den Verein stellt einen weiteren Schritt zur Steigerung der pers√∂nlichen Bewegungsbilanz dar. Egal ob Alltagsbewegung oder Sport im Verein, am Ende stehen altersspezifisch erarbeitete Empfehlungen zum Umfang und Umsetzung der sportlichen Aktivit√§t, die durchg√§ngig Qualit√§tskriterien entsprechen m√ľssen.

Ziel ist es schlie√ülich, Menschen neben Alltagsbewegung auch an sportliche Aktivit√§ten heranzuf√ľhren und den Zugang zu Vereinen zu erleichtern.

  • Ziele und Ansatzpunkte: Die Menschen in Deutschland sind im Alltag regelm√§√üig k√∂rperlich und sportlich aktiv. Ihre Lebenswelten bieten ausreichend attraktive Bewegungsanreize.
  • Zielgruppengerechte Angebote und F√∂rderung: Es werden zielgruppenorientierte Ma√ünahmen f√ľr jede Altersgruppe angeboten. Gruppen mit einem bewegungsarmen Lebensstil werden besonders gef√∂rdert.
  • Qualit√§tskriterien f√ľr Bewegungsangebote: Die Ausgestaltung von Ma√ünahmen zur Alltagsbewegung orientiert sich an definierten Kriterien.
  • Anreize schaffen: Die Lebenswelten erhalten ausreichende attraktive Anreize f√ľr k√∂rperliche und sportliche Aktivit√§ten.

Handlungsfeld 4: Qualitätsverbesserung bei der Außer-Haus-Verpflegung

Die Deutschen essen immer öfter außer Haus. Deshalb kommt Gesundheits- und Qualitätsaspekten in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Gastronomie eine besondere Bedeutung zu. Bundesweit einheitliche Qualitätsstandards, Kampagnen und Qualifizierungsmaßnahmen helfen bei der Umsetzung.

Jeder vierte Bundesb√ľrger isst einmal t√§glich au√üer Haus: in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Arbeitsst√§tten, Krankenh√§usern, Senioreneinrichtungen oder in der Gastronomie. Mit einer ausgewogenen, bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Verpflegung k√∂nnen diese Einrichtungen einen wertvollen Beitrag zur gesundheitsf√∂rderlichen Ern√§hrung leisten. Um das zu erreichen, sollten die Speisenpl√§ne auf einheitlichen Qualit√§tsstandards basieren, die Verpflegungsangebote zielgruppengerechter gestaltet werden und das Personal dementsprechend ausgebildet und geschult sein.

  • Ziele und Ansatzpunkte: Die Au√üer-Haus-Verpflegung tr√§gt zu einer ausgewogenen, bedarfsgerechten Ern√§hrung im Alltag bei.
  • Zielgruppengerecht verpflegen: Die Akzeptanz einer vollwertigen Verpflegung bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und √Ąlteren soll durch zielgruppengerechte und attraktive Angebote gesteigert werden.
  • Qualit√§t verbessern: Die Qualit√§t des Verpflegungsangebots wird dauerhaft verbessert durch bundeseinheitliche Qualit√§tsstandards und qualifiziertes Fachpersonal.
  • Zugang verbessern: Grunds√§tzlich sollen alle Menschen von einer ausgewogenen Au√üer-Haus-Verpflegung profitieren k√∂nnen.

Handlungsfeld 5: Impulse f√ľr die Forschung

Bez√ľglich des Beitrags von Bewegung und Ern√§hrung f√ľr die Gesundheit von Menschen gibt es durch umfangreiche gesundheitsbezogene Forschungsprojekte bereits wichtige Erkenntnisse.

Forschungsbedarf besteht nicht so sehr hinsichtlich des Nutzens von k√∂rperlicher Aktivit√§t und den Einfluss der Ern√§hrung auf die Gesundheit. Vielmehr ist zum Beispiel die konkrete Ausgestaltung von sportlichen Angeboten sowie deren Umf√§nge insgesamt beziehungsweise in speziellen Zielgruppen, zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen, sowie bez√ľglich der Messmethoden und Zugangswege in Sondergruppen, wie zum Beispiel Menschen mit Migrationshintergrund oder sozial Benachteiligten, zu erforschen. Auch bedarf es an weiteren Kenntnissen √ľber sogenannte kausale Zusammenh√§nge zwischen gesteigertem Ern√§hrungswissen und √Ąnderung des Ern√§hrungsverhaltens. Hierbei sollten auch internationale Forschungsergebnisse Beachtung finden und die Zusammenarbeit gef√∂rdert werden.

  • Ziele und Ansatzpunkte: Die Forschung liefert wissenschaftlich abgesicherte Grundlagen zur Verbesserung des Ern√§hrungs- und Bewegungsverhaltens in Deutschland.
  • Grundlagenforschung: Trotz wichtiger Erkenntnisse, besteht weiterer Forschungsbedarf zu der Bedeutung sozialer und psychologischer Faktoren bei der Ausbildung eines gesundheitsf√∂rdernden Bewegungs- und Ern√§hrungsverhaltens.
  • Anwenderorientiere Angebote schaffen: Um die Kenntnis √ľber konkrete Barrieren und Motivationen bestimmter Bev√∂lkerungsgruppen, die die Umsetzung gesundheitsf√∂rdernder Ma√ünahmen beeinflussen, zu erh√∂hen, sollen Untersuchungen in Form von z.B. Begleitforschung in bestimmte Einzelma√ünahmen integriert werden. So wurden konkrete Empfehlungen auf der Basis nationaler Erkenntnisse, zum Beispiel aus der KIGGS-Studie, entwickelt. Diese m√ľssen weiterentwickelt werden sowie die Umsetzung in den verschiedenen Settings, zum Beispiel Kinderg√§rten und Schule, gef√∂rdert werden.
  • Evaluation und Qualit√§tssicherung: Ma√ünahmen effizient und effektiv zu gestalten ist eine Herausforderung. Durch Etablierung praxistauglicher Evaluierungskonzepte und -methoden werden langfristige und nachhaltige Ver√§nderungen der Gesundheit gemessen und Qualit√§tsentwicklungsprozesse gef√∂rdert. Zeitgleich wird der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand kontinuierlich weiterentwickelt.