Was dahinter steckt und wie Hörerinnen und Hörer wissenschaftlichen Unsinn erkennen können, das erzählen die beiden Wissenschaftsjournalisten Maximilian Doeckel und Jonathan Focke in der aktuellen Folge des Wissenschaftspodcasts „Risiko“ des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die beiden decken als „Quarks Science Cops“ im gleichnamigen WDR-Podcast regelmäßig wissenschaftlichen Unsinn auf. Oft geht es dabei um angeblich gefährliche Stoffe in Lebensmitteln und Kosmetik – oder auch um Nahrungsergänzungsmittel. Der „Risiko“-Podcast ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des BfR und soll im Sinne seines gesetzlichen Auftrags Risikokommunikation über gesundheitliche Risiken aufklären und schaut dabei auch über den „Tellerrand“ der eigenen Forschungsarbeit hinaus. In der aktuellen „Risiko“-Folge erklären die „Science Cops“, wie sie persönlich mit Witz und ihrer wissenschaftlichen Vorbildung „Scharlatanen“ auf die Spur kommen und deren zweifelhaften Methoden entlarven.
„Der erste Schritt ist es, zu schauen: Werden überhaupt irgendwelche konkreten Belege angeführt?“, erklärt Maximilian Doeckel. Ein typisches Beispiel sind für ihn Influencerinnen und Influencer, die Werbung für Nahrungsergänzungsmittel machen. Manchmal werden diese Mittel regelrecht als „Allheilmittel“ angepriesen: Sie würden gegen alle möglichen Krankheiten und Beschwerden helfen und hätten natürlich keine Nebenwirkungen. Alles sei durch wissenschaftliche Studien eindeutig belegt. Oft genug würden diese angeblichen Studien aber überhaupt nicht genannt – auch nicht auf Nachfrage. Und selbst wenn es tatsächlich Studien gebe, belegten diese oft nicht die Behauptungen.
„Da werden manchmal Studien zitiert, die haben ein völlig anderes Thema“, ergänzt Jonathan Focke, der das für die schwerwiegendste Form der Täuschung hält. Etwas weniger dreist, aber meist ebenfalls fragwürdig sei es, wenn Ergebnisse aus Laborversuchen mit Zellkulturen als „klarer Beweis“ angeführt würden. „Bei solchen Studien geht es nicht um irgendein Mittel, das an Menschen getestet worden ist, sondern eben an Zellen in der Petrischale“, erklärt Maximilian Doeckel. Das Problem dabei: Die Ergebnisse aus Zell- oder Tierversuchen lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen
Wer selbst solch einen unseriösen Umgang mit Studien entlarven möchte, dem rät Doeckel in einem ersten Schritt zumindest das Abstract (die Kurzzusammenfassung der Studie) zu lesen. „Dann hat man schon mal so eine grobe Idee, ob es in der Studie zumindest um das geht, was die Person da behauptet hat – und ob das Ergebnis auch einigermaßen dazu passt“, erklärt Doeckel.
Sich darüber hinaus intensiver mit den wissenschaftlichen Methoden zu beschäftigen, hilft, die wissenschaftliche Qualität und Aussagekraft von Studien zu beurteilen. Allerdings kostet das Zeit und braucht auch einiges Vorwissen. In jedem Fall empfiehlt „Science Cop“ Maximilian Doeckel eine gesunde Portion Skepsis: : „Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es häufig nicht wahr.“
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Quelle: Pressemitteilung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vom 19.11.2025