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Erlebniswochenende für sehbehinderte und blinde Jugendliche

Zielsetzung

Viele Jugendliche mit Sehbehinderung machen als Kind die Erfahrung, dass man ihnen (zu) wenig zutraut, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten unterschätzt oder sie sogar von der Teilhabe an bestimmten Aktivitäten ausgrenzt. Dies betrifft auch körperliche Aktivitäten bzw. Bewegung und Mobilität (z.B. Ausflüge, Schulsport u.a.m.). Das Projekt zielt darauf ab, Heranwachsenden mit Sehbehinderung im Rahmen eines Erlebniswochenendes ihre Potenziale zu erschließen, ihnen Wissen über die gesundheitsbezogene Bedeutung von Sport zu vermitteln, mit ihnen unterschiedliche sportliche bzw. bewegungsorientierte Aktivitäten zu erproben und herauszufinden, welche Möglichkeiten jede/r einzelne dabei nutzen kann. Auf längere Sicht gilt es Fähigkeiten und Kompetenzen zu verfestigen und Selbstvertrauen und allgemeine Lebenskompetenzen zu stärken, so dass sich die Jugendlichen auf einen aktiven Lebensstil einstellen und körperliche Aktivität sowie Mobilität zum Bestandteil ihrer Lebensführung machen. Da viele sehbehinderte Jugendliche im Rahmen der inklusiven Beschulung häufig keinen Kontakt zu anderen selbstbetroffenen Jugendlichen haben, ist dieses Wochenende so konzipiert, dass die Jugendlichen im Rahmen des Peer-Ansatzes einmal "unter sich" sind.

Umsetzung

Das Erlebniswochenende für sehbehinderte Jugendliche ist die konsequente Fortführung des Angebots eines Eltern-Kind-Kurses und fokussiert die Jugendlichen, die aus dem Teilnahmealter für den Eltern-Kind-Kurs "herausgewachsen" sind.

An dem Wochenende haben Jugendliche mit einer Sehbehinderung die Möglichkeit sich auszutauschen, neue Freundschaften zu knüpfen sowie bei vielen sportlichen und außergewöhnlichen Aktivitäten die Zeit miteinander zu verbringen.

Es werden unterschiedliche bewegungs- bzw. sportbezogene Erlebnisangebote durchgeführt. Diese reichen von klassischen Sportarten wie z.B. Schwimmen bis hin zum Segelfliegen oder aber auch zum Schießen nach Gehör auf einem speziell für die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen adaptierten Schießstand. Konkrete, gemeinsam geteilte neue Erlebnisse und Erfahrungen außerhalb der alltäglichen sozialen Kontexte öffnen die Jugendlichen für selbstbestimmte Erfahrungen mit ihren Fähigkeiten und Kompetenzen.

Die Stärkung der gesundheitlichen, allgemein der physischen, psychischen und sozialen Ressourcen und der Lebenskompetenzen durch das Wochenende wirkt präventiv in Bezug auf mögliche spätere soziale Benachteiligung. Sehbehinderte Jugendliche befinden sich in der sensiblen Entwicklungsphase des Zusteuerns auf einen Schulabschluss und der Berufsorientierung und werden sich des erhöhten Risikos bewusst, ggf. beruflich benachteiligt zu werden (Einschränkungen bei freier Berufswahl, Chancen auf Ausbildung/Studium/berufliche Integration). Bei diesen Herausforderungen ist die Peer-Group eine wichtige Ressource, die auch nach dem Wochenende noch wirkt, da hier – unterstützt durch die sozialen Medien – weitere Kontakte bestehen bleiben.


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