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KlimaFood

Das Projekt KlimaFood möchte klimafreundliche und nachhaltige Ernährungs(bildungs)systeme fördern sowie die Gesundheit vulnerabler und bildungsferner Bevölkerungsgruppen stärken.

Zielsetzung

Das Projekt KlimaFood möchte klimafreundliche und nachhaltige Ernährungs(bildungs)systeme fördern sowie die Gesundheit vulnerabler und bildungsferner Bevölkerungsgruppen stärken, wie physisch, psychisch und sozial benachteiligte Menschen, Personen ohne Beschäftigungsverhältnis (ALG II-Empfängerinnen und -Empfänger), Menschen, die von Ernährungsarmut betroffen sind oder Haushalte mit vielen Kindern. Außerdem zählen dazu beispielsweise Kinder und Jugendliche, (junge) Erwachsene, Menschen mit Migrations-/Fluchthintergrund und Seniorinnen und Senioren mit geringem Einkommen sowie Menschen mit Vorerkrankungen, die ein höheres Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten aufweisen. Im Vordergrund steht dabei die Lebensweltorientierung und die partizipative Einbindung der Zielgruppen, die bisher selten Zugang zu Maßnahmen der Ernährungsbildung erhalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die (Weiter-)entwicklung von Methoden und Bildungsmaterialien, mit denen die Zielgruppen erreicht, gefördert und motiviert werden können.

Umsetzung

In der Modellregion Schleswig-Holstein werden neue Maßnahmen und Ansätze entwickelt und praktisch erprobt, mit denen eine klimafreundliche und gesundheitsförderliche Ernährung in die Lebenswelten und den Alltag der Zielgruppen transportiert wird. Dies geschieht partizipativ, in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk unterschiedlicher Praxispartnerinnen und -partner sowie unter aktiver Mitgestaltung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Personen der Zielgruppen. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der alltagspraktischen Vermittlung von Wissen, sondern auch auf der Vermittlung von Handlungskompetenzen (Empowerment) durch informelles Lernen. Den Zielgruppen wird ein Rahmen geboten, in dem sie sich ausprobieren und dabei lernen können. Nach der Erprobung erfolgt eine bundesweite Implementation in bestehende Strukturen der Praxis.

Um die Zielgruppen zu erreichen, werden drei verschiedene Ansätze genutzt:

  • Integration von Bildungsangeboten in bereits bestehende Strukturen, beispielsweise in Familienbildungsstätten, Stadtteiltreffs oder Mehrgenerationenhäuser. Dafür ist die Entwicklung von Bildungsmaterialien und spielpädagogischen Ansätzen, wie ein Escape-Spiel, notwendig.
  • Entwicklung von Methoden der Ernährungsbildung, welche die Zielgruppe in ihren Lebenswelten (Jugendtreffs, Einkaufszentren, Stadtteilfeste etc.) aufsuchen. Die Europa-Universität Flensburg und die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein arbeiten dabei Hand in Hand und setzen beispielsweise in Rahmen von öffentlichkeitswirksamen Aktionen ein KlimaFood-Bike ein.
  • Mit Akteuren aus der Jugendarbeit werden Strukturen des Service-Learnings aufgebaut und erprobt. In dieser Peer-to-Peer-Arbeit werden die Zielgruppen selbst aktiv, um Personen aus ihren Lebenswelten Ernährungswissen zu vermitteln. Gleichzeitig entwickeln die Teilnehmenden durch diesen Ansatz selbst neue Ernährungskompetenzen und werden darin gestärkt, ihre Ernährung eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst klimafreundlich zu gestalten.