Netzwerk

PROCARE - Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen

Ein Bundesweites Modellprojekt im Pflegebereich in Kooperation mit sieben Universitäten und der Techniker Krankenkasse.

Zielsetzung

Vertretungsprofessorin Dr. Bettina Wollesen der Universität Hamburg hat in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) ein bundesweites Modellprojekt  „PROCARE“ zur Prävention sowohl multimorbider Bewohnerinnen und Bewohner als auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stationärer Pflegeeinrichtungen entwickelt.  Neben der Universität Hamburg sind insgesamt sechs weitere Hochschulen an PROCARE beteiligt (Technische Universität Chemnitz, Universität Paderborn, Universität Stuttgart, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Karlsruher Institut für Technologie und die Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main). Ziel ist es, unter Berücksichtigung individueller betrieblicher Bedingungen, bedarfsgerechte Maßnahmen zur Verhaltens- sowie Verhältnisprävention in insgesamt 48 stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland zu entwickeln.

Umsetzung

Zur Umsetzung der drei Teilziele:

  1.  Steigerung der körperlichen Aktivität,
  2.  Steigerung der kognitiven Ressourcen sowie
  3.  Verbesserung der psychosozialen Gesundheit für die Pflegebedürftigen,

wurde eine Multikomponentenintervention entwickelt. Diese umfasst zwei Bewegungsprogramme zu je 32 Terminen über einen Zeitraum von 16 Wochen und ist in ein Programm für gehfähige sowie für nicht gehfähige Bewohnerinnen und Bewohner untergliedert. Die Bewohnerinnen und Bewohner bewerten dieses in einer Befragung als relevant zum Erhalt motorischer Fähigkeiten und der Teilhabe an Alltagaktivitäten.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden eine zehn wöchige Ergonomie- und Haltungsschulung zum arbeitsbelastungsverträglichen Verhalten sowie, je nach geäußerten Wünschen und Bedürfnissen, individuelle Bewegungsangebote wie Yoga, Zumba oder Rückenfitness implementiert. Darüber hinaus finden Workshops zu den Themen mentale Selbstregulation und Kommunikation statt. Da die durchschnittliche Drop-Out Quote bisher bei unter 30% Prozent liegt, ist von einer hohen Akzeptanz der Maßnahmen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszugehen.
Um den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden und bedarfsorientierte Angebote zu schaffen, werden Pflegeleitung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner in die Planung und Gestaltung der Maßnahmen integriert. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und soll bewegungswissenschaftlich fundierte Empfehlungen für Präventionsarbeit sowie Handlungsanweisungen für die Praxis in der stationären Pflege liefern.


Dieses Projekt trägt das Logo "Wir sind IN FORM". Wenn auch Sie ein Projekt kennen, dass sich für gesunde Ernährung und/ oder mehr Bewegung einsetzt, können Sie das Logo ebenfalls beantragen.

Alle nötigen Informationen finden Sie unter
IN FORM Partner werden.