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Sekundäranalyse der im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM seitens des BMG geförderten Projekte

Zielsetzung

Ziel des Forschungsvorhabens war es, aus 35 Projekten, die im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM durchgeführt und seitens des Bundesministeriums für Gesundheit im Zeitraum 2009 bis 2011 gefördert wurden, Erfahrungen und Erkenntnisse zu erfassen und daraus Konsequenzen für Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland abzuleiten. Dies soll einen Beitrag dazu leisten, die Nachhaltigkeit der Projekte zu sichern und die Qualität von zukünftigen Projekten und Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention zu verbessern. Hierzu wurden die vorliegenden Projekte anhand der Qualitätskriterien der BZgA (Leitfaden Qualitätskriterien für Planung, Umsetzung und Bewertung von gesundheitsfördernden Maßnahmen mit dem Fokus auf Bewegung, Ernährung und Umgang mit Stress, BZgA, 2012) analysiert und im Hinblick auf gemeinsam festgelegte Forschungsfragen ausgewertet. 

Umsetzung

Auf der Basis der 20 Qualitätskriterien wurde ein Analyseraster zur Beurteilung der BMG-Projekte gemeinsam entwickelt, das zum einen die strukturellen Merkmale der Projekte und zum anderen eine 4-stufige Skala zur Bewertung enthielt sowie den Bezug zu den Forschungsfragen abbildete. Mittels der festgelegten Forschungsfragen wurden Aspekte und Faktoren zusammengetragen, die sich für eine erfolgreiche Projektplanung und -durchführung in Maßnahmen zur Förderung eines aktiven und gesundheitsförderlichen Lebensstils als hilfreich und nützlich erwiesen haben. Von den Analyseergebnissen und der Beantwortung der Forschungsfragen wurden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet, die sich zum einen an die Akteurinnen und Akteure und zum anderen an das BMG richten. 

Ergebnisse

Die zentrale Erkenntnis der Sekundäranalyse ist, dass für die erfolgreiche Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen und deren langfristige Implementierung der Einsatz qualitätssichernder Maßnahmen sinnvoll und zielführend ist. Damit Gesundheitsförderung nachhaltig und qualitätsgesichert umgesetzt werden kann, wird daher der verbindliche, systematische und flächendeckende Einsatz von Qualitätsverfahren in Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention gefordert.

Zusammenfassend wurden für die Akteurinnen und Akteure folgende Empfehlungen als zentrale Ergebnisse der Analyse abgeleitet:

  • Vorgehen anhand des Public Health Action Cycle (auch: Gesundheitspolitischer Aktionszyklus).
  • Maßnahmen sollten in der Lebenswelt der Zielgruppen ansetzen. Ziel der Maßnahmen sollte die Förderung eines gesundheitsgerechten Verhaltens durch Gestaltung der Lebenswelten (Strukturen) in Verbindung mit Anleitung, Begleitung und Qualifizierung von Fachkräften (Empowerment) sein.
  • In der Projektplanung und -durchführung sollten grundsätzlich die bekannten Aspekte der Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention berücksichtigt werden.
  • Viele Faktoren (Partizipation, die Entwicklung einer gemeinsamen Vision, eine SMARTe Zielformulierung sowie Dokumentation und Evaluation) haben sich als besonders schwierig in der Umsetzung herausgestellt; diesen Faktoren sollte zukünftig vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden.
  • Für die reibungslose Projektarbeit hat sich darüber hinaus die besondere Bedeutung weiterer Aspekte herausgestellt: Nutzung vorhandener lokaler Strukturen, kommunale Unterstützung, Einbezug von Vertrauenspersonen, Flexibilität der Projektpartner und Organisationen, Vorlaufphase bzw. Zeit für die Planung nehmen sowie gemeinsame Zielformulierung und gute Kommunikation(sstrukturen).
  • Insgesamt stellt sich die Kommunikation, d.h. ein intensiver und wertschätzender Dialog mit den Zielgruppen und den Kooperationspartnern als zentraler Schlüsselfaktor für das Erreichen der Zielgruppen und für eine gute Zusammenarbeit in den Netzwerken heraus.

Empfehlungen

Für das BMG wurden folgende Empfehlungen als Ergebnis der Analyse abgeleitet:

  • Verbindlicher Einsatz von Qualitätsentwicklungs-Systemen
  • Weiterentwicklung von Qualitätsdimensionen und Qualitätskriterien in der Gesundheitsförderung in Deutschland.
  • Einrichtung eines "Kompetenzzentrums Qualitätsentwicklung" für Gesundheitsförderung als Anlaufstelle zur Unterstützung für Fachkräfte.
  • Bereitstellung von standardisierten und modularen Schulungsmaßnahmen zur Qualitätssicherung für Akteurinnen und Akteure.
  • Kooperation mit den Ländern in Bezug auf die Weiterentwicklung und den flächendeckenden Einsatz von Qualitätsinstrumenten.
  • Entwicklung und Bereitstellung von Projektbausteinen.
  • Prüfung der Möglichkeiten zur Nutzung neuer Medien in der Gesundheitsförderung.
  • Ausbau gesundheitsfördernder Angebote für Zielgruppen mit erhöhtem Bedarf.
  • Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung.
  • Förderung ressortübergreifender Zusammenarbeit und interdisziplinärer Netzwerke.
  • Langfristige Begleitforschung.

Diese Erkenntnisse sollen als Diskussionsgrundlage für die Planung weiterer Schritte des Bundesministeriums für Gesundheit dienen, um die Qualität der Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu verbessern und damit die Gesundheit von Menschen in Deutschland langfristig zu fördern. 

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