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IN FORM Workshop "Zukunft denken. Zukunft gestalten" am 3. April 2014 in Bonn

Gruppe von Personen in einem Workshop

Lebhafte und konstruktive Diskussionen prägten den IN FORM Zukunftsworkshop. Bild: BLE

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) haben Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft zum IN FORM Workshop "Zukunft denken. Zukunft gestalten" nach Bonn eingeladen.

Ziel des Workshops war es, auf Basis des bisher von IN FORM Erarbeiteten, neue inhaltliche Themenschwerpunkte und potentielle Akteure, Multiplikatoren sowie neue Partner für die nächsten Jahre bis 2020 zu identifizieren und Möglichkeiten zur Umsetzung zu eruieren. Durch das Zusammentragen bisheriger Erfahrungen und die Identifizierung neuer Themenfelder und Strategien fand ein reger Erfahrungsaustausch aller Teilnehmenden statt.

Begrüßt wurden die Anwesenden von den Referatsleiterinnen Ursula Horzetzky (BMEL), Dr. Ute Winkler (BMG) und Dr. Michaela Filipini (BLE). Durch den Tag führte die Moderatorin Iris Brünjes.

Nach einem abwechslungsreichen "Bewegten Kennenlernen" ging es in eine kleine Zeitreise von IN FORM. In einer kurzen Talkrunde wurde von den Ministerien betont, wie wichtig die verschiedenen Partnerinnen und Partner für das Gelingen von IN FORM sind und auch weiterhin sein werden.

In diesem Workshop sollte der Blick konkret auf die Zukunft gerichtet werden. Nur im gemeinsamen Dialog könnten gesellschaftliche Entwicklungen, Trends und Veränderungspotentiale identifiziert werden. Der demographische Wandel, die Nutzung neuer Medien, soziale Ungleichheiten oder die Bedeutung kommunaler Strukturen seien u.a. Felder, die näher betrachtet werden müssten. Dabei sollten das bisher Erreichte reflektiert und neue inhaltliche Schwerpunkte generiert werden. IN FORM braucht das Wissen, die Erfahrung und Mithilfe aus den verschiedensten Bereichen, ob aus den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, den Vereinen und Verbänden aus der Zivilgesellschaft, der Politik oder der Verwaltung.

Was hat IN FORM, was braucht IN FORM? Schlüsselfaktoren und Veränderungsideen

Um die Zukunft von IN FORM gewinnbringend zu gestalten, ist es sinnvoll sich erneut zu vergegenwärtigen, wo die wesentlichen Stärken des Aktionsplans liegen. Im Rahmen kleiner Interviews warfen die Gäste in Tandems einen besonderen Blick auf ihre Erfahrungen mit IN FORM.

Dabei wurde insbesondere zwei Fragen nachgegangen:

  • "Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Schlüsselfaktoren, die IN FORM erfolgreich sein lassen?" und
  • "Ein Blick in die Zukunft: Wenn Sie IN FORM radikal weiterentwickeln oder verändern könnten, welche drei Dinge würden Sie tun, um Erfolg und Wirkung zu stärken?"

Dieses Brainstorming führte in kurzer Zeit zu einer umfangreichen Ideensammlung, die sortiert und geclustert wurde.

Als erfolgreiche Schlüsselfaktoren wurden insbesondere die gute Netzwerkarbeit, die finanzielle Förderung, die Verknüpfung von Ernährung und Bewegung, die Entwicklung von Standards und Empfehlungen sowie die Ausrichtung nach Lebenswelten genannt.

Als erfolgsversprechende Veränderungswünsche wurden u.a. die Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit, eine zunehmende Vernetzung mit weiteren Ressorts, der Zusammenschluss mit neuen Netzwerkpartnern, eine bürgernahe Ansprache, die Entwicklung von Programmen statt Projekten, die Weiterentwicklung einer Strategie für die Zukunft, eine stärkere Hinwendung zu den Kommunen, Ernährung und Bewegung als ganzheitlichen Ansatz sowie mehr Wirkungsforschung angesprochen.

Einen Blick nach vorne werfen: Ergebnisse aus dem Zukunftscafé

Im "Zukunftscafé" wurden die unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Erlebnisse mit Blick auf die Zukunft ausgetauscht. Diese Methode bot die Möglichkeit eigene Perspektiven mitzuteilen, und Ideen zur gemeinsamen Umsetzung zu sammeln. In wechselnden Kleingruppen wurde zu folgenden sieben thematischen Ausrichtungen gearbeitet:

  1. IN FORM schafft Strukturen - In allen Lebenswelten sind Strukturen für gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung selbstverständlich, das notwendige Wissen vorhanden und die Bedürfnisse der Zielgruppen berücksichtigt
  2. IN FORM verbindet - Ernährung und Bewegung sind gleichwertige Bausteine eines gesunden Lebens
  3. IN FORM verbessert - Verhalten und Verhältnisse sind in Bezug auf Bewegung und Ernährung dauerhaft verbessert
  4. IN FORM informiert - Wir liefern qualitätsgesicherte Angebote und Informationen für Bewegung und Ernährung
  5. IN FORM vernetzt - Wir schaffen ein erfolgreiches Netz mit Partnern, Unterstützern und Akteuren
  6. IN FORM wächst - Neue Partner werden kontinuierlich identifiziert und eingebunden
  7. IN FORM bewertet - Aktivitäten und Prozesse werden regelmäßig hinsichtlich Wirkung und Wirksamkeit reflektiert und bewertet

Jede Ausrichtung wurde in drei Runden mit wechselnden Gruppen und den Moderatorinnen und Moderatoren (Thomas Altgeld, Monika Cremer, Prof. Dr. Klaus Pfeifer, Dr. Andrea Lambeck, Dr. Beate Grossmann, Prof’in Dr. Ulrike Arens Azevedo und Mirko Eichner) behandelt. Die Runden standen unter dem Motto/den Überschriften "Zukunft", "Prozess" und "Handeln". Nach jeder Phase wurden die erzielten Ergebnisse von den Moderatoren der neuen Gruppe kurz vorgestellt.

  • Unter dem ersten Motto "Zukunft" wurden u.a. die Fragen beantwortet, welche Ideen und Impulse im Kontext der jeweiligen Ausrichtung entstehen. Was wäre wirklich neu, was wäre innovativ? Was wären große Erfolge bis 2020?
  • In der zweiten Runde "Prozess" ging es um die Fragen, was für die nächsten Jahre wichtig sei, welche Hürden zu nehmen sind und was zum weiteren Erfolg des Aktionsplans verbessert werden sollte.
  • Schließlich wurde unter der Überschrift "Handeln" diskutiert was ganz konkret zu tun ist, was die ersten Schritte zur Umsetzung wären und wer im jeweiligen Ausrichtungsfeld einen Beitrag leisten könnte. Die vielfältigen Anregungen, Ideen und Vorschläge wurden schriftlich festgehalten und am Ende der Veranstaltung von den Moderatorinnen und Moderatoren der Themeninseln dem Plenum vorgestellt.

Als erstes, allgemeines Fazit kann resümiert werden: Damit IN FORM weiterhin seinen erfolgreichen Weg gehen kann, ist eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkpflege sowie die Berücksichtigung aller Lebenswelten/Settings unabdingbar. Diese Themen zogen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Workshoptag. Sowohl im Rahmen der "Wertschätzenden Interviews" als auch in der Kleingruppenarbeit zu den Themeninseln im Zukunftscafe, wurden diese Aspekte immer wieder erwähnt.

Die Verbindung von Bewegung und Ernährung wurde von den Teilnehmenden als wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Initiative IN FORM besonders hervorgehoben. Um dies noch stärker zu betonen und nach außen zu tragen, sollten die Bereiche Ernährung und Bewegung noch stärker miteinander kombiniert werden – ob bei Fortbildungsmaßnahmen, Projekten, Programmen oder Empfehlungen zu gesunder Ernährung und mehr Bewegung.

Zur Verbreitung und Verstetigung der Botschaften von IN FORM wäre neben der lebensweltfokussierten Öffentlichkeitsarbeit die Pflege und der Ausbau einer sinnvollen Netzwerkarbeit weiter fortzuführen, so die Meinung verschiedener Teilnehmender. Die Vernetzung mit Akteuren aus den Bereichen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung wurde als wesentlicher Schlüsselfaktor für den Erfolg von IN FORM genannt. Die bestehenden Partnerschaften sollten intensiviert und neue Partner gewonnen werden. Dafür sollte jedoch der Nutzen der Zusammenarbeit für neue und alte Partner deutlicher kommuniziert werden. Denn erst wenn eine gemeinsame Win-win-Situation erkennbar ist, könne IN FORM noch stärker in die Breite getragen werden, um ihre gesamtgesellschaftlichen Ziele weiter zu verfolgen.

Weiteres Vorgehen

Die Ergebnisse des Zukunftsworkshops werden in den beiden federführenden Bundesministerien weiter diskutiert, priorisiert, auf Umsetzbarkeit geprüft und gegebenenfalls operationalisiert. Sie werden auch in den Zwischenbericht, der voraussichtlich Ende 2014 erscheinen wird, einfließen.

Die Gastgeber bedanken sich herzlichst bei den Teilnehmenden für ihr Erscheinen und konstruktive Mitarbeit und vor allem für die Betreuer und Betreuerinnen der Themeninseln im Zukunftscafé. Ein ganz besonderer Dank geht ebenso an die Moderatorin, die durch den Tag führte.

Impressionen vom IN FORM Workshop "Zukunft denken. Zukunft gestalten" nach Bonn