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Impulse für die Forschung

Vieles zu Bewegung und Ernährung ist bereits bekannt; in manchen Punkten besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf, zum Beispiel in der Grundlagenforschung sowie hinsichtlich anwenderorientierter Zugangswege, konkreter Handlungsempfehlungen oder der Evaluation und Qualitätssicherung.

Hintergrund

Ein nationaler Aktionsplan und die Motivation zu einem gesünderen Lebensstil ist nicht nur sinnvoll, sondern aus heutiger Sicht unbedingt erforderlich. Bislang liegen aber – insbesondere was Präventionsprogramme angeht – wenige Belege über deren Effizienz und Nutzen vor. Dies ist nicht zuletzt auf unterschiedliche Herangehensweisen, Interventionsansätze und möglicherweise auch auf fehlerhafte Qualitätssicherung zurückzuführen. Daher besteht insbesondere auf diesem Gebiet noch erheblicher Forschungsbedarf, damit aus "good practice Modellen" auch tatsächlich "best practice Modelle" und konkrete Handlungsempfehlungen für verschiedene Zielgruppen, Settings und insbesondere schwer erreichbare Zielgruppen entwickelt werden können.

Körperliche Aktivität, Sport und Ernährung

Der Nachweis über den Nutzen von körperlicher Aktivität und Sport ist inzwischen durch zahlreiche Untersuchungen erbracht, auf deren Basis konkrete Empfehlungen entwickelt wurden.

Bei Erwachsenen wird so das Risiko für die Gesamtsterblichkeit, Herzkreislauf-Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Osteoporose und Diabetes deutlich gesenkt. Selbst bei bestehendem Übergewicht ist der Nutzen nachweisbar – wer übergewichtig und fit ist, hat ein geringeres Sterbe- und Erkrankungsrisiko als der schlanke unfitte! Gleichzeitig ist nachgewiesen, dass bei starkem Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit (Body-Mass-Index (BMI) größer als 30) das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Stoffwechselstörungen deutlich erhöht ist.

Forschungsbedarf besteht somit nicht so sehr hinsichtlich des Nutzens von körperlicher Aktivität und den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit. Vielmehr ist zum Beispiel die konkrete Ausgestaltung von sportlichen Angeboten sowie deren Umfänge insgesamt beziehungsweise in speziellen Zielgruppen, zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen, sowie bezüglich der Messmethoden und Zugangswege in Sondergruppen, wie zum Beispiel Menschen mit Migrationshintergrund oder sozial Benachteiligten, zu beforschen.

Zielgruppengerechte Zugangswege

Ein guter Einstieg in ein "bewegtes" Leben gerade für körperlich völlig inaktive Personen sind Alltagsaktivitäten. Bislang ist jedoch keine effektive Strategie bekannt, wie inaktive Personen zur Aktivität motiviert werden können. Daher besteht diesbezüglich Forschungsbedarf.

Insbesondere bei Personen, die besonders schwierig zu erreichen sind, wie beispielsweise Personen mit geringerem Bildungsgrad oder Migrationshintergrund, fehlen adäquate Zugangswege. Auch hier gibt es somit erheblichen Forschungsbedarf.

Auch für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist körperliche Aktivität essentiell und beeinflusst diese positiv. Mindestens eine Stunde pro Tag lauten hier die Empfehlungen, die allerdings auf der Basis von Expertenstatements entwickelt wurden. Konkrete Empfehlungen auf der Basis nationaler Erkenntnisse, zum Beispiel aus der KIGGS-Studie, müssen weiter entwickelt sowie die Umsetzung in den verschiedenen Settings, zum Beispiel Kindergärten und Schule, gefördert werden. Ein besonderes Kollektiv stellen hier Haupt- und Berufsschüler dar, auch hier müssen spezielle Zugangswege beforscht werden.