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Euro-WHO: Strategie zur Bewegungsförderung 2016-2025

Gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Lösungsansätze sollen den Risikofaktor Bewegungsmangel eindämmen.

Weltweit bewegen sich die Menschen weniger als früher. In der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben über ein Drittel der Erwachsenen und über zwei Drittel der Jugendlichen zu wenig Bewegung. Damit ist Bewegungsmangel zu einem führenden Risikofaktor für gesundheitliche Probleme geworden. In der Europäischen Region lassen sich jährlich 1 Mio. Todesfälle und der Verlust von 8,3 Mio. behinderungsbereinigten Lebensjahren auf Bewegungsmangel zurückführen.

Die Abnahme der Bewegung hat eine Ausbreitung nichtübertragbarer Krankheiten zur Folge. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen gehören zu den vier wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten und sind zusammen für einen Großteil der Krankheitslast und der vorzeitigen Todesfälle in der Europäischen Region verantwortlich.

Die Ursachen des Bewegungsmangels sind überwiegend umwelt- und systembedingt. Es wird immer schwieriger, ein ausreichendes Maß an Bewegung aufrechtzuerhalten, da das alltägliche Lebens- und Arbeitsumfeld der Menschen zunehmend durch sitzende Tätigkeiten bestimmt wird. Darüber hinaus gibt es erhebliche Ungleichheiten in Bezug auf das Bewegungsverhalten. So haben einkommensschwache Menschen in der Regel weniger Freizeit und nur begrenzt Zugang zu Freizeiteinrichtungen, oder sie leben in einem Umfeld, das sich nicht für körperliche Betätigung eignet. Angehörige ethnischer Minderheiten und Menschen mit Behinderungen sind schwerer mit Initiativen zur Bewegungsförderung erreichbar.

Maßnahmen der WHO zur Förderung von Bewegung

Für die Eindämmung der steigenden Prävalenz des Risikofaktors Bewegungsmangel sind gesamt-staatliche und gesamtgesellschaftliche Lösungsansätze erforderlich. Die vom Regionalbüro ausgearbeitete und vor kurzem angenommene Strategie der Europäischen Region zur Bewegungsförderung (2016–2025) ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Reduzierung der Krankheitslast. Mit der Strategie sollen die Regierungen dazu veranlasst werden, im gesamten Lebensverlauf der Menschen Bewegung zu fördern und Hindernisse für Bewegung im Alltag zu beseitigen.

Als vorrangige Handlungsoptionen kommen u. a. in Frage:

  • die Annahme nationaler Leitlinien für gesundheitsförderliche Bewegung;
  • Städteplanungs- und Verkehrskonzepte auf nationaler und subnationaler Ebene zur Verbesserung der Zugänglichkeit, Akzeptanz und Sicherheit aktiver Fortbewegung (z. B. Zufußgehen und Radfahren) und zur Schaffung einer unterstützenden Infrastruktur (z. B. Radwege, Gehsteige und Fußgängerzonen in städtischen Gebieten);
  • die Schaffung bzw. Erhaltung von bebauten und natürlichen Umgebungen zur Förderung von Bewegung, einschließlich Grün- und Wasserflächen für eine aktive Freizeitgestaltung (z. B. kostenlose Sporteinrichtungen im Freien, sichere fußgänger- und fahrradfreundliche Routen);
  • die Verbesserung des Sportunterrichts in Bildungseinrichtungen (von der frühen Kindheit bis zum tertiären Bildungswesen), auch durch Schaffung von Gelegenheiten für Bewegung vor, während und nach dem offiziellen Schultag, etwa im Schulsport;
  • Maßnahmen zur Unterstützung und Förderung von Initiativen zur „Bewegung für alle", insbesondere für Menschen mit Behinderungen und Angehörige ethnischer Minderheiten, u. a. in Form kommunaler Pläne zur Verbesserung des Zugangs zu geeigneten Optionen vor Ort (Erreichbarkeit und Bezahlbarkeit);
  • Evidenz und kommunale Initiativen auf der Grundlage sozialen Marketings und innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien (z. B. soziale Medien), um die Bevölkerung über den Nutzen von Bewegung aufzuklären und die Annahme gesunder Verhaltensweisen zu fördern;
  • Förderung der Auswertung von Maßnahmen zur Verbesserung des Bewegungsverhaltens, um zur Schaffung eines Fundus von Erkenntnissen über wirksame und kosteneffektive Maßnahmen beizutragen.

Bewegung ist auch ein Bestandteil des Aktionsplans zur Umsetzung der Europäischen Strategie zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten. Die Globale Strategie der WHO für Ernährung, Bewegung und Gesundheit ergänzt dessen Arbeit in Bezug auf Typ-2-Diabetes durch eine Schwerpunktlegung auf bevölkerungsweite Konzepte zur Förderung gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung.

Strategie der Europäischen Region der WHO zur Bewegungsförderung (2016–2025)
www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/283830/65wd09g_PhysicalActivityStrategy_150474.pdf

Aktionsplan zur Umsetzung der Europäischen Strategie zur Prävention und Bekämpfung nicht-übertragbarer Krankheiten (2012−2016)
www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0011/174629/e96638-Ger.pdf


Quelle:
www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/diabetes/news/news/2015/11/physical-inactivity-and-diabetes