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Weltweit ist jeder dritte Mensch fehlernährt

Arme von Menschen verschiedener Hautfarben bilden einen Kreis

Jeder dritte Mensch weltweit ist fehlernährt. In vielen Ländern treten massive Unterernährung bei Kindern und Fettleibigkeit bei Erwachsenen gleichzeitig auf. Bild: Thaut Images / Fotolia

Laut dem Global Nutrition Report 2016 entwickelt sich Fehlernährung weltweit zur "neuen Normalität" - mit den bekannten gesundheitlichen Folgen.

Die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen steigt laut dem vom International Food Policy Research Insitute (IFPRI - Internationales Forschungsinstitut für Ernährungspolitik) in fast allen Ländern der Erde. In 57 Ländern herrscht gleichzeitig Unterernährung, die vor allem bei Kindern massive Folgen hat.

"Einer von drei Menschen ist fehlernährt", so Lawrence Haddad vom IFPRI. "Wir leben heute in einer Welt, in der Fehlernährung "normal" geworden ist." Ein Zustand, den Haddad bei der Vorstellung des globalen Ernährungsreports am 14. Juni 2016 als "völlig inazeptabel" bezeichnete.

Die Folgen von Fehlernährung sind vielfältig: Mangelernährung führt bei armen Kindern zu Entwicklungsstörungen und vermindertem Wachstum. Zudem ist die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren deutlich erhöht. Anstrengungen in fast allen Ländern, Anämie bei Frauen im gebärfähigen Alter oder den Anstieg von Diabetes-Kranken zu reduzieren, sind nur selten erfolgreich.

Darüber hinaus beziffern die Autoren des Reports die Kosten der weltweiten Fehlernährung und belegen die Auswirkungen an Einzelbeispielen. So gibt eine US-amerikanische Familie mit einem fettleibigen Mitglied durchschnittlich 8 Prozent seines Haushaltseinkommens mehr für Gesundheitskosten aus. In China bedeutet die Diagnose Diabetes gar einen Einkommensverlust von mehr als 16 Prozent.

Trotz der wachsenden Herausforderungen, die der Anstieg der Fehlernährung mit sich bringt, zeigt der Report aber auch positive Entwicklungen auf. Abgesehen von einigen Ländern in Afrika und Ozeanien gibt es positive Entwicklungen. So konnte Ghana innerhalb der letzten elf Jahre die Zahl derjeniger Kinder fast halbieren, deren Entwicklung durch Mangelernährung verzögert ist.

Die Autoren der Studie fordern ein politisches Bündnis aller Beteiligten aus Regierung, Zivilgesellschaft, Forschung und Wirtschaft in den Ländern der Erde. Fehlernährung sei – trotz aller Herausforderungen – nicht unvermeidlich, sondern könne durch politische Entscheidungen beeinflusst werden.

Hintergrund: Global Nutrition Report

Der Global Nutrition Report (globaler Ernährungsreport) ist eine jährliche Veröffentlichung zum Zustand der Ernährungslage weltweit. Der Report will es den Regierungen und anderen Beteiligten erleichtern, sich auf geeignete Maßnahmen festzulegen ("Commitment").

Den Bericht erstellt eine unabhängige Expertengruppe, die Verteilung übernimmt das Internationale Food Policy Research Institute (IFPRI). An der Finanzierung sind neben privaten Stiftungen wie der Bill & Melinda Gates Foundation unter anderem auch die Europäische Kommission und die deutsche Bundesregierung beteiligt.

Weitere Informationen

Hier geht es zur Internetseite zum Global Nutrition Report 2016 (in engl. Sprache)

Zum Herunterladen

Hier finden Sie die Kurzfassung des Global Nuturition Report 2016 (PDF in engl. Sprache, 160 KB, nicht barrierefrei)

Quelle: Presseinformationen IFPRI vom 14.6.2016