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Evaluation des Aktionsprogramms "Joschi hat's drauf. Nicht vergessen. Gutes Essen"

Gefördert von IN FORM hat die Uni Düsseldorf das Aktionsprogramm "Joschi hat´s drauf" der Verbraucherzentralen evaluiert.

Junge Frau liegt mit gekreuzten Armen flach auf dem Boden
Bild: BLE

Zielsetzung

In der Prävention und Gesundheitsförderung gibt es viele Projekte mit dem Ziel, die Gesundheit sozial benachteiligter Kinder zu fördern. Jedoch besteht ein Mangel an Interventionen, deren Qualität wissenschaftlich überprüft ist.

Das von den Verbraucherzentralen der Bundesländer entwickelte Aktionsprogramm “Joschi hat’s drauf. Nicht vergessen. Gutes Essen.” richtet sich an Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus und/oder Migrationshintergrund und fokussiert auf die Verbesserung der Ernährung in Kindertageseinrichtungen.

Das Aktionsprogramm hat zum Ziel,

  1. die Ernährungskompetenz der pädagogischen Fachkräfte im Hinblick auf die Gestaltung des Verpflegungsangebotes und der Ernährungsbildung in den Gruppen zu verbessern,
  2. Kindern gesundheitsförderndes Essen und Trinken erlebnis- und handlungsorientiert zu vermitteln und
  3. Eltern zu motivieren, erste konkrete Schritte zur Verbesserung der Ernährungssituation durchzuführen.

Ziel der hier vorliegenden Evaluation war es, das Joschi Aktionsprogramm hinsichtlich seiner Qualität zu beurteilen. Dies beinhaltet Fragen nach Strukturen, Prozessen und Ergebnissen. Im Rahmen der Ergebnisprüfung wurde nicht nur untersucht, ob die oben genannten Ziele erreicht wurden, sondern auch, ob durch die Intervention soziale Ungleichheiten im Ernährungsverhalten reduziert werden.

Umsetzung

Um die Qualität des Aktionsprogramms zu untersuchen, wurde in einem prospektiven quasiexperimentellen Studiendesign vorgegangen, wobei 18 Interventions- und Kontrolleinrichtungen in sozialräumlich belasteten Stadtteilen der Städte Chemnitz, Düsseldorf und Worms über ein halbes Jahr begleitet wurden.

Zur Beurteilung von Struktur, Prozess- und Ergebnisqualität wurde das ‚Quintessenz’-Instrument verwendet. Dieses operationalisiert Qualität über die sechs Dimensionen Konzepte der Gesundheitsförderung, Projektbegründung, Projektplanung, Projektorganisation, Projektsteuerung und Wirkungen.

Bei der Evaluation erfährt die Frage nach den Wirkungen besondere Beachtung. Daher war ein wichtiger Schritt, die übergeordneten Ziele des Aktionsprogramms auszudifferenzieren und zu operationalisieren. Diese messbar gemachten Ziele wurden dann mittels Befragung bei den Zielgruppen Kinder, Eltern und Erzieherinnen evaluiert.

Das Vorhaben wurde mit der Ethikkommission der Heinrich-Heine-Universität abgestimmt.

Ergebnisse

Die Auswertung der verschiedenen Datenquellen ergab, dass das Joschi Aktionsprogramm bei den drei Zielgruppen wirkt.

  1. Die Mehrzahl der Erzieherinnen berichtet positiv von den vielfältigen Informationen und Schulungen. Es zeichnet sich eine Entwicklung im Ernährungsalltag der Einrichtungen ab, die auf Nachhaltigkeit hinweist.
  2. Die Kinder haben ‚Joschi’ akzeptiert und mit Freude die gesunde Ernährung entdeckt.
  3. Die Eltern betreffend kann konstatiert werden, dass zwar viele Eltern positiv auf die Angebote reagieren und deren Nutzen auch mit einer Verhaltensänderung im Zusammenhang steht. Eine kritische Masse der Eltern fühlt sich von dem Aktionsprogramm jedoch ‚nicht abgeholt’.

Eine künftige Herausforderung des Aktionsprogramms wird darin bestehen, neue Wege der Ansprache von Eltern zu entwickeln. Diesbezüglich sollte in die Bedürfnisanalyse der Eltern und deren frühzeitiger Einbezug in die weitere Projektentwicklung investiert werden.


Kontakt

Institut für Medizinische Soziologie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf

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Förderzeitraum

2011