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Ernährungsbildung und Bewegungsförderung im Kontext von Alphabetisierung und Integration (EBALPHI)

Mit verschiedenen Materialien rund um die Themen Ernährung und Bewegung sollte das Projekt EBALPHI Menschen in Deutschland den Zugang zur deutschen Sprache erleichtern.

Junge Frau liegt mit gekreuzten Armen flach auf dem Boden

Zielsetzung

Ziel des Projektes ist es, verschiedene praxisnahe Materialien für die Alphabetisierung und Grundbildung sowie für Sprach- und Integrationskurse für den bundesweiten Einsatz zu entwickeln. Als Grundlage der Materialien dienen die bereits in einem interkulturellen Zusammenhang entwickelten und praxiserprobten, überwiegend regionalen Ansätze zur Food & Move Literacy, die im Rahmen des Vorhabens weiterentwickelt und ergänzt werden.

Das Vorhaben unterstützt das gesellschaftspolitische Ziel, allen Menschen in Deutschland den Zugang zur deutschen Sprache anhand der Themen Ernährung und Bewegung zu ermöglichen, um ihnen Teilhabe am Alltagsleben sowie Zugang zu Bildung und Beruf zu ermöglichen und zu fördern. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Menschen gelegt, die entweder Gefahr laufen, in ihrer Teilhabe weiter eingeschränkt zu werden (z. B. Analphabeteninnen und Analphabeten) oder bei denen die Teilhabe noch gar nicht stattgefunden hat, weil sie neu in Deutschland angekommen sind (Migranteninnen und Migranten, Geflüchtete).

Umsetzung

Das Projekt fand in einer Kooperation des ehemaligen aid infodienst e.V. (heute als Bundeszentrum für Ernährung BZfE Teil der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung BLE) und der Europa-Universität Flensburg (nachfolgend EUF), Institut für Gesundheits-, Ernährungs- und Sportwissenschaften, statt.

Während die EUF für die Entwicklung und Erprobung der Konzepte durch eine Pilotphase in Schleswig-Holstein zuständig war und außerdem die begleitende Evaluation des Projektes durchführte, befasste sich das aid-Vorhaben mit der Anpassung der regionalen Konzepte und der Erstellung der Materialien für eine bundesweite Verbreitung.

Mit den didaktischen Ansätzen von Food & Move Literacy werden neben den sprachlichen vor allem Kompetenzen zur Bewältigung des Ernährungs- und Bewegungsalttags gefördert und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung gestärkt. Food Literacy gehört neben Health Literacy, Financial Literacy und Social Literacy zu den Grunddimensionen gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe. Das EBALPHI-Projekt aus der Praxis für die Praxis verbindet Lernprozesse im Bereich der Grundbildung implizit mit den Themen Ernährung und Bewegung. Es berücksichtigt eine eingeschränkte Lesefähigkeit sowie unterschiedliche kulturelle Gewohnheiten und weist einen hohen Alltagsbezug auf.

Spielebox "Aufgetischt!"

Um den Bedarf von Lehrkräften an Lern- und Arbeitsmaterialien für Schüler/-innen mit einem Migrations- oder Flüchtlingshintergrund zu bedienen, wurde die Spielebox "Aufgetischt! Spielend Deutsch lernen mit dem Thema Essen und Trinken" erstellt. Die Spiele wurden von der EUF gemeinsam mit Praktikern entwickelt und erprobt und in Form einer evaluatorischen Konzeption weiterentwickelt.

Der aid bereitete die daraufhin optimierten Materialien in einer hochwertigen, handlichen Box auf. "Aufgetischt!" beinhaltet nach der Testung eine Zusammenstellung von 15 Tischspielen mit 222 Bild- und Wortkarten. Kinder und Jugendliche erhalten hier zahlreiche Lese-, Schreib- und Gesprächsanlässe zu den Alltagsthemen Essen und Trinken. So können Schülerinnen und Schüler mit geringen Sprachkenntnissen ihren Wortschatz erweitern und festigen, Sätze formulieren und fast nebenbei neue Lebensmittel kennenlernen. Die Spielebox wurde u.a. an Schulen, Bibliotheken, Grundbildungszentren, Jugendzentren, Flüchtlingsprojekte und weitere soziale Einrichtungen versendet.


Kontakt

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
oeffentlichkeitsarbeit(at)bzfe(dot)de

Link

Förderzeitraum

Januar 2016 bis März 2017

Aufgrund des Übergangs des aid e.V. in die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurde das Vorhaben ab 1.4.2017 bis zum 31.12.2018 im Rahmen einer befristeten institutionellen Maßnahme in der BLE fortgeführt.