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Dieser Kindergarten ist IN FORM!

- Eine Collage mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten

5 am Tag ist nur eines der Beispiele für IN FORM Projekte, die sich in einer Kita umsetzen lassen. Bild: BLE

Geschmackstage, 5 am Tag und reichlich Bewegung – der Katholische Kindergarten St.Remigius in Königswinter ist ein Beispiel, wie Kinder spielerisch eine gesund(heitsförderlich)e Umgebung erleben. Wir haben uns umgeschaut...

Wenn man Geschmack malen könnte, dann wäre die Welt der Kinder im Kindergarten St.Remigius in Königswinter (bei Bonn) kunterbunt. Denn die Kinder lernen hier täglich, wie viele verschiedene Geschmacksrichtungen und Farben es beim Essen zu erleben gibt. Der Kindergarten ist ein Beispiel, wie Kinder gesund aufwachsen können – egal, aus welchem Elternhaus sie stammen.


Die Fassade täuscht: Hinter grauem Waschbeton des Eingangs verbirgt sich eine farbenfrohe Erlebnis-Räume für die Kleinen. Auf einer breiten Schale im Eingangsbereich glänzen Äpfel, ein Korb quillt von Kastanien über, rote, gelbe und grüne Äpfel aus Papier schwingen im Luftzug hin und her. Kinderlachen dringt durch den Flur.

- Frau Bogdanski zeigt Obsthäppchen auf einem Teller

Frisches Obst und Gemüse gibt es reichlich zum Naschen. Kindergarten-Leiterin Bogdanski präsentiert den gesunden Snack. Bild: BLE

Ein magischer Teller

Die Erzieherinnen Elisabeth Gartz und Susanne Irmgartz beherrschen den aufmerksamen Rundum-Blick – vierzig Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren toben auf dem Spielplatz, rennen durch den Raum oder basteln selbstversunken am Tisch. Gerade greifen kleine Hände nach Apfelscheibchen vom "magischen Obstteller". Ein Teller, den die Kinder und Erzieherinnen immer wieder frisch befüllen.

Geschmackstage 2012 – der Kindergarten war dabei

"Für uns ist Ernährung ein ganz wichtiger Punkt", betont Kindergartenleiterin Helga Bogdanski. Vom Obstteller über das Müslifrühstück bis zur IN FORM Aktion '5 am Tag' – Bogdanski, Gartz und Irmgartz engagieren sich sehr für die Gesundheit der Kinder. Erst kürzlich hat sich der Kindergarten mit der Aktion 'Leckeres Essen aus dem Garten und woher kommt eigentlich die Milch' an den Geschmackstagen 2012 beteiligt, einer Aktion unter dem Dach von IN FORM.

- Kinder sitzen am Tisch und schneiden Gemüse

Alle helfen mit – hier wurde gemeinsam mit allen Kindern eine Gemüsesuppe gekocht. Bild: freundlichst zur Verfügung gestellt vom Kindergarten St. Remigius

So war das Kindergarten-Team zusammen mit den Kleinen dem Geheimnis regionaler und saisonaler Lebensmittel auf der Spur. Wo kommt das Essen her, etwa Weintrauben, Äpfel, Nüsse und Milch? Antworten gab es etwa auf einem Bauernhof, im Schrebergarten, auf einer Wanderung durch die Weinberge und über Streuobstwiesen.

Was kommt in den Topf?

Extra für den Besuch erzählen die Kinder, wie sie beim Suppekochen gemeinsam Gemüse gewaschen, geschnitten und zubereitet haben. „Was kam denn alles in den Topf?", fragt Gartz nach. "Kartoffeln", "Möhren", "Bohnen", "Paprika" rufen die Kinder durcheinander. „Und was war so schwer zu schneiden?", will Irmgartz wissen. "Kürbis", "Kohlrabi", ergänzen die Kleinen. Natürlich standen die Erwachsenen den Kindern beim Schnippeln unterstützend zur Seite.

Bei der Suppen-Aktion waren von den ganz Kleinen bis zu den Größeren alle dabei – geschmeckt hat es fast jedem. "Das Kochen fanden alle ganz toll", erzählt Gartz. Selbst Gemüseskeptiker sind beim Probieren auf den Geschmack gekommen. Eindrücke, die lange nachwirken. Einige Zeit nach den Geschmackstagen beschäftigen sich die Kinder noch spontan mit den Fragen wie "Gibt es eigentlich auch Paprika in orange?" und: "Kann man die auch in eine Suppe tun?". "Man merkt, es ist was angekommen!", sagt Gartz.

- Zwei Mobiles in Form von Äpfeln

Diese Äpfel sind nicht essbar: Mobiles. Bild: BLE

Ganz neue Erfahrungen

Sinnliches Erleben steht im Kindergarten St. Remigius an erster Stelle. Die Geschmacksnuancen von frischen Tomaten entdecken, die raue Schale von Walnüssen ertasten, oder durch herbstlichen Nieselregen zum Schrebergarten spazieren – den Kindern öffnet sich eine reiche Welt. Für einige Kinder sind es ganz neue Erfahrungen, denn viele leben in Mietwohnungen ohne Garten. Auch wird nicht in jedem Elternhaus mit frischen Zutaten gekocht.

Füreinander und miteinander

"Wir fangen ganz klein an", sagt Irmgartz. In puncto Bewegung aber brauchen die Kinder keine Anleitung. Hier wird getobt und geturnt, gerutscht und gelaufen. Quer durch alle Nationen und sozialen Schichten. "Offenheit", "Toleranz" und "Selbstbewusstsein" sollen die Kinder mitnehmen auf ihren Weg sowie für einander da sein, erklärt Leiterin Bogdanski. Ganz nach dem Motto: "Gekocht wird gemeinsam, geschmeckt wird individuell".


Ideen für einen "gesünderen Kindergarten" – Beispiele von vielen Aktionen des Kindergartens  St.Remigius

  • Garten "Am Domstein": Dieses zusätzliche Außengelände dient Kindern und Eltern für vielfältige naturnahe Erlebnisse, Begegnungen, Spiele, Ernte…
  • Schrebergarten: Die nahegelegenen Gärten der „Kleingartenanlage 'Am Kissel' werden gerne besucht. Die Kinder lernen zu jeder Jahreszeit verschiedene Obst- und Gemüsesorten kennen.
  • Viel freie Zeit für Spielen und Toben: Genug Raum und Spielgeräte verführen zum Bewegen – ob drinnen oder draußen. Die Kinder lernen Bewegungsspiele in der Gruppe kennen. Ruheeinheiten gehören jeden Mittag zum Ritual.
  • Ein besonderes Bewegungsangebot ist die wöchentliche Wassergewöhnung im Hallenbad. Die 5–6j-ährigen Vorschulkinder machen sich in psychomotorischen Einheiten mit dem nassen Element vertraut und lernen erste  Brustschwimmbewegungen. Danach entspannen die Kinder mit Traumgeschichten und anderen Entspannungsübungen.
  • Wanderungen durch die Natur bei jedem Wetter. So macht zum Beispiel auch Herbstregen Spaß, wenn ein Regenmantel mit Kapuze vor der Nässe schützt.
  • Eine ausgewogene Mittagsverpflegung: Der Kindergarten St. Remigius hat einen Caterer, der reichlich saisonale und regionale Lebensmittel verwendet und das Essen frisch anliefert. Kitas, die ihre Kita-Verpflegung optimieren möchten, ist das IN FORM Projekt „'Fit Kid' empfohlen.
  • Der magische Obstteller: Kinder bringen von zu Hause Obst mit. Gemeinsam wird dieses gewaschen und geschnitten. Jedes Kind darf sich bei den gesunden Snacks bedienen.
  • Müsli-Frühstück: Die Kinder mischen sich ihr eigenes Müsli aus verschiedenen Zutaten zusammen und frühstücken dann gemeinsam.
  • Gemeinsames Suppe-Kochen: Die jüngeren Kinder waschen Gemüse, die älteren schneiden es.  Zum gemeinsamen Essen werden auch die Eltern eingeladen.
  • Themen-Ausflüge in die Region, etwa zu einem Bauernhof oder in die Weinberge. So lernen die Kinder, wo das Essen herkommt – und dürfen beispielsweise frische Milch oder Weintrauben und Traubensaft probieren.

Weitere Informationen

Lesen Sie mehr über das IN FORM Projekt Geschmackstage 2012!
Informieren Sie sich über die spannenden Aktionen des IN FORM Partners5 am Tag.

Tipp

Sie möchten die Verpflegung in der Kita optimieren? Kennen Sie schon unser IN FORM Projekt "FIT KID", das von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) angeboten wird? Erfahrenen Fachkräfte unterstützen Sie darin, die Verpflegung in der Kita zu verbessern. Lassen Sie sich unverbindlich beraten!

Weitere Informationen zum IN FORM Projekt FIT KID in der Projektdatenbank im Profiportal.
Die wichtigsten Fragen zum Projekt in den FAQ auf der Website der DGE
Interesse? Hier finden Sie die Ansprechpartner des Projekts.

- Blick von oben in einen großen Topf, Gemüsestückchen sieden im Wasser

Blick in den Suppentopf. Bild: Kindergarten St. Remigius

Rezept für das "Gemüserahmsüppchen quer durch den Garten"

Zutaten

4 dicke Zwiebeln
½ Knoblauchknolle
1 kleiner Hokkaido-Kürbis
1 Sellerie mit Grün
1 dicke Kohlrabi
1 kleiner Brokkoli
1 Blumenkohl
1 kg Möhren
5 Stangen Lauch
1 rote Paprika
6 Tomaten
1 Hand voll Stangenbohnen
2 kg Kartoffeln
1 Bund Petersilie
2 Becher Sahne
Gemüsebrühe aus dem Glas
Pfeffer, Salz, Muskat, Asia-Gewürz mit Ingwer, französische Kräuter

Zubereitung

Das Gemüse vorbereiten (waschen, putzen, klein schneiden). Etwas Öl in einen großen Topf (in einer Größe von etwa 18 Litern Inhalt) geben, die Zwiebelwürfel und den Knoblauch anbraten. Mit reichlich Wasser ablöschen. Gemüsebrühe hinzugeben. Nach und nach die einzelnen Gemüsesorten in die Brühe geben und zum Kochen bringen. Auf mittlerer Stufe köcheln lassen. Wenn alle Gemüsesorten weich gegart sind, die Suppe pürieren. Die Sahne unterrühren. Anschließend mit den Gewürzen abschmecken. Mit frischer, klein geschnittener Petersilie verfeinern und servieren.