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Ältere bevorzugen gesundes Essen in Gemeinschaft

Erste Ergebnisse der Befragung der Vernetzungsstelle für Seniorenernährung Brandenburg bestätigen: Gesundheitsfördernde Lebensmittel und genussvolle, gemeinsame Mahlzeiten sind Älteren sehr wichtig.

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Ältere

Ein alter Mann schält in einer Küche Spargel, eine alte Frau schaut ihm dabei lächelnd zu
Bild: Ingo Bartussek/stock.adobe.com

Viele Seniorinnen und Senioren kochen meist noch selbst zu Hause und wünschen sich deshalb bessere Einkaufsmöglichkeiten und Einkauftipps für eine gesunde Auswahl von Lebensmitteln sowie Empfehlungen für deren Zubereitung. Das gemeinsame Essen ist ihnen dabei besonders wichtig. Sehr gerne werden aber auch vorhandene gemeinsame Mittagstische in Seniorentreffs oder gemeinsam organisierte Nachbarschaftsangebote angenommen.

Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung bietet deshalb für ältere Menschen und für Fachkräfte umfangreiche Informationsangebote, führt Veranstaltungen in den Regionen durch und vermittelt gute Praxisbeispiele für die Umsetzung vor Ort.

Im Sommer befragte die Vernetzungsstelle Seniorinnen und Senioren sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu Ernährungssituation, zu verfügbaren Versorgungsangeboten sowie zu fachspezifischen Informationsbedarfen. Bisher antworteten 46 Personen im Alter von 57 bis 93 Jahren sowie neun Multiplikatoren.

 

Erste Ergebnisse

  • Ein Großteil (über 90 Prozent) der Befragten legt großen Wert auf gesunde, ausgewogene und genussvolle Ernährung.
  • 3 von 4 Personen bereiten ihr Essen zu Hause selbst zu.
  • Beim Einkauf und der Zubereitung spielen Geschmack (68 Prozent), Preis (54 Prozent) und regionale Herkunft (54 Prozent) eine wichtige Rolle.
  • Viele Seniorinnen und Senioren (65 Prozent) essen täglich ein warmes Essen, meist mittags. Lieblingsgerichte sind traditionell Fleisch- und Fischgerichte aber auch Eintöpfe und Suppen.
  • Externe Angebote in der Region wie „Essen auf Rädern“ bestehen bei 2 von 3 Befragten und werden von jedem zweiten Nutzer auch mit sehr gut bis gut eingeschätzt. Dahingegen werden tellerfertige Gerichte zum selbst Aufwärmen nur von 17 Prozent der Befragten als sehr gut bis gut bewertet.
  • Lokale Angebote für gemeinsame Mittagstische bzw. gemeinsame Kochaktionen/ Zubereitung (z.B. durch AWO, Volkssolidarität, ASB, Mehrgenerationenhäuser, Caritas, DRK, Kirchengemeinde, Seniorentreffs u.v.m.) werden sehr gut angenommen. Diese Angebote gibt es jedoch nur bei 58 Prozent (gemeinsamer Mittagstisch in Seniorentreff), 28 Prozent (nachbarschaftlich organisiert) bzw. 31 Prozent (gemeinsame Zubereitung) der befragten Personen.
  • Kritisch angemerkt wurden die begrenzten Einkaufsmöglichkeiten – insbesondere im ländlichen Raum - (z.B. Biomarkt, Wochenmarkt, Fleischerei, kleiner Dorfsupermarkt) und zu wenig kleinere Abpackungen zu angemessenen Preisen.
  • Informationsbedarf wurde genannt hinsichtlich: Erkennen von gesunden Lebensmitteln bzw. Essenangeboten, Rezeptvorschläge, altersbedingte Veränderungen von Essverhalten sowie Einfluss auf die Entwicklung von Krankheiten.

Eine Selbsteinschätzung des individuellen Lebensmittelverzehrs im Vergleich zu den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigt:

  • ca. 60 Prozent der Befragten verzehren ausreichend Obst und Gemüse
  • Jeder zweite Befragte verzehrt zu wenig Milch-/Milchprodukte
  • 80 Prozent der Befragten verzehren ausreichend Fisch
  • 28 Prozent der Befragten nehmen weniger Getränke zu sich als empfohlen sind.

 

Angebot der Vernetzungsstelle entwickelt sich weiter

Diese Umfrage wird derzeit weitergeführt, um aus möglichst allen Regionen Brandenburgs und aus allen Altersgruppen entsprechende Rückmeldungen in die Endauswertung einfließen lassen zu können:

„Wir werden diese Kenntnisse in unserer Arbeit berücksichtigen“, sagt Laura Behrens, Ansprechpartnerin für Seniorenernährung in der Vernetzungsstelle. „Neben der regelmäßigen Ergänzung der bestehenden Rezeptideen auf der Homepage planen wir auch Rezepte mit saisonalem Bezug an Interessierte im Rahmen von Infobriefen weiterzugeben und diese auch im Rahmen von Veranstaltungen vor Ort mit den Senioren und Seniorinnen auszuprobieren. Darüber hinaus wollen wir die guten, bestehenden Ansätze von gemeinsamen Mittagstischen und Nachbarschaftsangeboten bekannter machen und in den Kommunen Interessierte zum Nachahmen anregen.“

Die Vernetzungsstelle vermittelt zudem bestehende Beratungs- und Informationsangebote für Seniorinnen und Senioren seitens der Netzwerkpartner, wie bspw. Einkaufstipps und Checkliste für Essen auf Rädern der Verbraucherzentrale Brandenburg sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). Des Weiteren nimmt die Vernetzungsstelle aktuell Kontakt zu bestehenden, lokalen Netzwerken auf, um gemeinsam auszuloten, welche gemeinsamen Aktivitäten umsetzbar sind.

 

 

 

Hintergrund

Im Rahmen der Ernährungsinitiative des BMEL für Seniorinnen und Senioren wird seit 2019 die Einrichtung von Vernetzungsstellen für Seniorenernährung oder vergleichbaren Institutionen in den Bundesländern gefördert. Die Vernetzungsstellen bieten Beratung, vermitteln Wissen und vernetzen die Akteure in der Seniorenarbeit. Die Ernährungsinitiative für Seniorinnen und Senioren ist Teil von IN FORM - Deutsche Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung.

Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung Brandenburg in Trägerschaft der Projektagentur gGmbH wird gemeinsam durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburgs von September 2020 bis Dezember 2023 gefördert.

 

Kontakt

Vernetzungsstelle Seniorenernährung Brandenburg
Telefon: 0331 – 73061755
E-Mail: info@seniorenernaehrung-brandenburg.de
Website: www.seniorenernaehrung-brandenburg.de

 

Dieser Artikel ist Teil folgender Serie:

Serie zur Serie

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Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung beugen vielen Beschwerden vor und sind ein erfolgsversprechender Weg, die Lebensqualität Älterer zu erhalten.

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