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Allergenkennzeichnung

Schutz für Allergiker, Rechtssicherheit für Anbieter – Allergeninformationen auf verpackten und unverpackten Lebensmitteln dienen dem gesundheitlichen Verbraucherschutz.

Zum Thema Lebensmittel Für die Zielgruppe Allgemein

Hand wehrt Schale mit angebotenen Erdnüssen ab
Erdnüsse gehören zu den stärksten Allergenen und müssen nach der neuen Lebensmittelinformationsverordnung künftig auch bei unverpackten Lebensmittel gekennzeichnet sein. Bild: glisic_albina/fotolia

Ende 2014 begann für die über zwei Millionen Lebensmittelallergiker in Deutschland und viele weitere Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten eine neue Ära: Egal ob beim Bäcker, Metzger, im Restaurant, im Supermarkt oder in der Eisdiele – Allergiker erfahren durch die Verordnung zur Allergenkennzeichnung auch bei unverpackten Lebensmitteln, in welchen Produkten potentiell allergene Zutaten enthalten sind. Was die Umsetzung der Allergenkennzeichnung bei loser Ware betrifft, hat Deutschland von der in der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, diese national zu regeln.

Dabei müssen die Informationen, welche potentiell allergen wirksamen Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe bei der Herstellung eines Lebensmittels verwendetet wurden, für Verbraucher unmittelbar und leicht erhältlich sein. Zudem muss in den Verkaufsräumen an gut sichtbarer Stelle ein deutlicher Hinweis erfolgen, wo und wie Kunden die Allergeninformation erhalten können. Bei verpackter Ware oder in Zutatenlisten müssen allergene Stoffe in den Zutatenverzeichnissen hervorgehoben werden.

Diese 14 Lebensmittel mit hohem Allergiepotential müssen gekennzeichnet sein

Enthält ein Lebensmittel eine oder mehrere Zutaten aus der folgenden Liste, müssen diese Zutaten kundgetan werden: entweder in Fettdruck in der Liste der Inhaltsstoffe bei verpackten Lebensmitteln oder – wie oben beschrieben – auf einer Anzeigetafel o.ä. bei lose verkauften Lebensmitteln, beim Restaurantessen usw.

  • Glutenhaltiges Getreide (d.h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren Hybridstämme) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Fisch und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Soja und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte (d.h. Mandeln, Haselnuss, Walnuss, Kaschunuss, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamia- oder Queenslandnuss) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l
  • Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Weichtiere (wie Schnecken, Muscheln, Tintenfische) und daraus gewonnene Erzeugnisse

Bei der Verkündung der Allergenverordnung Ende 2014 stellte Bundesernährungsminister Christian Schmidt klar, dass von Eltern gebackener Kuchen für den Kindergeburtstag nicht mit einer Allergenkennzeichnung versehen werden muss. Nur diejenigen, die unternehmerisch im Lebensmittelbereich tätig sind, sind fortan dazu verpflichtet, Lebensmittel entsprechend der neuen Vorgaben zu kennzeichnen. Die Kommission hat hierzu klargestellt, dass auch ehrenamtliche Kuchenbäcker etwa für einen Kuchenbasar im Kindergarten keine Auflagen durch die neuen EU-Regeln fürchten müssen.

In Zweifelsfällen liegt es im Ermessen der zuständigen Kontrollbehörden der Bundesländer im Einzelfall zu entscheiden, ob eine Kennzeichnungspflicht vorliegt oder nicht. „Ungeachtet dessen ist es bei einem Kindergeburtstag sinnvoll, dass die Eltern die Kinder und deren Eltern vor dem Verzehr des Geburtstagskuchens fragen, ob Allergiker unter den Gästen sind, damit der Kindergeburtstag nicht in der Notaufnahme des Krankenhauses endet“, empfiehlt Schmidt. Beim Kuchen, der von der Konditorei erworben wurde, werden die Eltern in Zukunft hingegen deutlich mehr Klarheit haben als bislang.

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