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Alternativen zum scheinbar gesunden Sportriegel

Sportriegel sind für Freizeitsportler entbehrlich. Sie sind praktisch, aber gleichen oft eher Süßigkeiten anstatt gesunden Fitmachern.

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Allgemein

Bild: Peter_Atkins

Sportriegel gibt es heute in Supermärkten, Drogerien oder gleich im Fitnessstudio zu kaufen. Sie sollen während oder nach dem Sport die Energiereserven wieder auffüllen und die Erholung beschleunigen.

In der Regel handelt es sich um eiweißreiche oder kohlenhydratreiche Riegel beziehungsweise eine Kombination aus beidem. Sie werden mit Begriffen wie zum Beispiel "Power Bar", "Muscle up" oder "BodyShaper" beworben und erwecken so den Eindruck, dass schon der Verzehr des Riegels die Figur formen und die Muskeln wachsen lassen könnte.

Süßigkeiten mit klangvollen Namen

Schaut man sich jedoch die Zutatenverzeichnisse und Nährwertangaben von Sportriegeln genauer an, findet man meist hohe Zucker- und / oder Energiegehalte. Verwendet werden hier häufig sehr zuckerreiche Ausgangsstoffe wie Glucosesirup, Fructosesirup und Invertzuckersirup. Viele Riegel sind außerdem mit Schokoglasur überzogen, und gleichen daher eher Süßigkeiten als einem wertvollen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung eines Sportlers. 

L-Carnitin – Versprechen versus Realität

Sportriegel sind oft mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Dies ist überflüssig, da sich Sportlerinnen und Sportler mit einer abwechslungsreichen Ernährung ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Beachtet werden sollte außerdem, dass es durch den Verzehr mehrerer Riegel pro Tag auch zu einer Überversorgung an Vitaminen kommen kann, was gesundheitlich bedenklich sein kann.

Manche Riegel enthalten außerdem L-Carnitin, was nicht selten groß auf der Verpackungsvorderseite beworben wird. Entgegen der in Sportlerkreisen verbreiteten Annahme hat die zusätzliche Zufuhr von L-Carnitins keine Vorteile beim Energieverbrauch, da nicht der Transport sondern die Fettverbrennung den limitierenden Faktor darstellt.

Banane, Vollkornbrot, Furchtjoghurt & Co als sinnvolle Alternativen

Für Freizeit und Breitensportler besteht in der Regel kein Bedarf, unbedingt durch Sportriegel Energiereserven während oder nach dem Sport wieder aufzufüllen beziehungsweise so möglicherweise die Erholungszeit zu verkürzen. Auch andere Kohlenhydrat- und Eiweißlieferanten geben ihnen nach der Belastung ausreichend Nährstoffe, wie eine Banane, eine Brotschnitte oder ein Milchprodukt.

Tipp für die Sportriegel-Liebhaber

Wer im Freizeitsport dennoch nicht auf Riegel verzichten möchte, sollte zunächst ausreichend Energie verbrauchen und dann zuckerarme Varianten wählen. Kohlenhydratreiche Riegel sind außerdem besser zu bewerten als Eiweißriegel, da sie schnell mit Energie versorgen, was ebenso Voraussetzung für eine schnelle Erholung ist. Bei der Auswahl der Riegel sollte darauf geachtet werden, dass sie mindestens 50 Prozent Kohlenhydrate enthalten, jedoch wenige zuckerreiche Zutaten.

Um einen "guten" Riegel zu finden, ist es daher immer sinnvoll, vor dem Kauf einen Blick auf die Nährwertangaben und die Zutatenliste zu werfen. Ganz vorn im Zutatenverzeichnis befindet sich die Zutat, die mengenmäßig den größten Anteil im Produkt ausmacht. Diese sollte nicht Schokolade, Zucker, Glucosesirup, Fructosesirup oder ähnlich "Süßes" sein.

Sportriegel für den Wettkampfsport

Für Wettkampfsportlerinnen und -sportler in lang andauernden Ausdauersportarten können Sportriegel unter anderem durch den logistischen Vorteil gegenüber anderen Lebensmitteln wertvoll sein: Sie lassen sich ungekühlt transportieren und leicht verstauen. Ein gut zusammengesetzter Riegel für Wettkämpfe enthält 50 - 70 Prozent Kohlenhydrate, weniger als 20 Prozent Fett und 15 bis 20 Prozent Eiweiß.

Der Riegel für den Wettkampfsport sollte ballaststoffarm sein, da die Inhaltsstoffe dann schneller vom Körper aufgenommen werden als bei einer ballaststoffreichen Variante. Für Wettkampfsportlerinnen und -sportler ist außerdem zu empfehlen, mehrmals vor dem Wettkampf zu testen, ob der Riegel unter Belastung gut vertragen wird. Zu jedem Riegel sollte viel getrunken werden, denn nur durch eine gute Flüssigkeitszufuhr gelangen die Inhaltsstoffe des Riegels schnell zur Muskelzelle.

Hinweis

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