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Apps rund ums Essen und Trinken

IN FORM präsentiert Ihnen gemeinsam mit der DGE und dem BZfE die besten Apps rund um die gesunde Ernährung.

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Allgemein

Frau scannt Lebensmittelverpackung mit ihrem Smartphone
Ob Einkaufshilfe im Supermarkt oder Ernährungscoach für unterwegs - hier finden Sie eine Sammlung geeigneter Apps rund ums Essen und Trinken. Bild: Robert Kneschke/fotolia

Kochrezepte suchen, Zutatenliste checken und pünktlich an das Wasser trinken zwischendurch erinnert werden – taucht man einmal tiefer in die App-Stores ein und sucht unter dem Stichwort Ernährung, so wird das umfassende Angebot in diesem Bereich schnell zur Herausforderung.

IN FORM hat gemeinsam mit Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) Apps rund um Ernährungsthemen unter die Lupe genommen. Dabei haben sich folgende Gruppen von Ernährungs-Apps herausgestellt, die nach dem Zweck sortiert sind:

Experten-Tipps

Delphine Lührmann, Expertin für die Außer-Haus-Verpflegung bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)

Mein klarer Favorit: Das „Gläsernes Restaurant“ – Gut essen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Die App bietet tolle vegetarische und teilweise auch vegane Rezepte. Die verwendeten Produkte sind saisonal und aus ökologischem Anbau. Bei Bedarf erhält der Nutzer Informationen über die Anbauzeit – Freiland oder Gewächshaus – des Produktes und den Hinweis, dass beheizte Gewächshäuser die negativste Klimabilanz haben. Als Tipp folgt der Hinweis, dass dann lieber auf Produkte z. B. aus Südeuropa zurückgegriffen werden sollte.

Die App bietet verschiedene Ansteuerungswege beispielsweise über Zutaten/-kalender, den Monat und über die jeweilige Saison, aber auch eine Suche über Stichworte ist möglich. Diese App lässt sich leicht im Alltag anwenden und ist genau das Richtige für alle, die durch saisonale, vegetarische Küche etwas für den Klimaschutz tun möchten.

Einziger Verbesserungsvorschlag: noch einige erklärende Informationen zu den jeweiligen Zutaten wären hilfreich.

Nadia Röwe – Wissenschaftsredakteurin beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)

Für die Bewertung der Apps aus dem Bereich Ernährung ist zu berücksichtigen, dass es verschiedene inhaltliche Schwerpunkte und Funktionen gibt. Zu finden sind beispielsweise Anwendungen zur Erfassung des Ernährungsverhaltens, Quiz-Spiele, Barcode-Scanner zum Abfragen von Produktinfos und Rezeptsammlungen.

Meine Favoriten: „Gläsernes Restaurant“ und „AOK genießen“: Bei beiden Apps handelt es sich um Rezeptdatenbanken. Das Besondere: Die App „Gläsernes Restaurant“ ermöglicht eine Rezeptsuche über die Saison nach Jahreszeiten oder die Zutaten Obst, Gemüse, Kräuter oder Salat, womit die Themen Klimaschutz und Resteverwertung aufgegriffen werden. Außerdem gibt die App Informationen zum ökologischen Anbau und zu Bio-Produkten. Die App ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Bei der App „AOK genießen“ erfolgt die Rezeptsuche über Mahlzeitenkategorien, Lebensmittelgruppen und/oder die Zubereitungszeit. Zusätzlich liefert die App unter anderem Fettspartipps, einen BMI-Rechner sowie einen Timer, der bei der Zubereitung der Gerichte hilfreich sein kann.

Ein Tipp in eigener Sache: Wer eine App zur Einschätzung und ggf. Verbesserung seines eigenen Ess- und Trinkverhaltens sucht, wird bei der App „Was ich esse“ des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) fündig. Hier kann der User spielerisch und ohne vorheriges Fachwissen das eigene Ess- und Trinkverhalten beobachten und es anhand der Auswertungen über die Ernährungspyramide des BZfE und die Erinnerungsfunktion optimieren. Zudem gibt die App wissenschaftlich abgesichertes Ernährungswissen, welches die Umstellung des Ernährungsverhaltens unterstützen kann.

Einkaufshilfen zum schnellen Check im Supermarkt

Sie stehen im Supermarkt und fragen sich mal wieder, was denn eigentlich in Ihrem Lieblingsfruchtjoghurt drin ist und ob der wirklich so viel Zucker enthält wie von Ernährungsfachleuten immer behauptet? Was steckt hinter der E-Nummer auf der Fruchtgummipackung oder dem Bio-Siegel? Solche Fragen lassen sich mittlerweile mit Hilfe von diversen informativen Apps direkt vor dem Regal im Supermarkt Ihres Vertrauens klären.

Label-Online (Verbraucher Initiative e. V.)

Die Verbraucher Initiative e. V. stellt seit Mai 2014 mit der App „Label-Online“ den schnellen Check von Produktaufdrucken wie Güte-, Qualitäts- und Produktsiegeln, Kennzeichnungen und Logos zur Verfügung. Per Smartphone ein Etikett fotografiert oder Namen eingegeben – und schon spuckt die App umfangreiche Infos zur Kennzeichnung sowie eine Empfehlung dieser aus. Somit wird dem Einkäufer im Logo-Dschungel eine Orientierung gegeben, welche Label auf ihren Produkten vertrauenswürdig sind. Geklärt wird, ob die Label unabhängig vergeben und kontrolliert werden und welcher Anspruch diesen zugrunde liegt.

Seit dem Jahr 2000 ist das Portal www.label-online.de die zentrale Anlaufstelle zu allen Label-Fragen. Die App ermöglicht jetzt auch mobil den raschen Zugriff auf Europas größte Label-Datenbank. Abrufbar sind die Profile von über 600 Labels.

Die Label-App kann unter dem Stichwort „Label-online“ für Smartphones mit Android- und iOS-Betriebssystemen in den bekannten App-Stores heruntergeladen werden. Die Entwicklung der Label-App ist Teil eines Projektes, das mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wurde.

Hinweis

Gütesiegel und was dahinter steckt

EU-Öko-Logo, Gentechnik-frei-Label oder Fairtrade-Siegel – auf Lebensmittelverpackungen begegnen wir täglich verschiedenen Gütesiegeln. Was sagen uns diese Siegel eigentlich und können wir ihnen vertrauen? Wozu gibt es Gütesiegel?

Hier geht es zum Beitrag „Gütesiegel und was dahinter steckt“

barcoo (checkitmobile GmbH)

Die AOK-App arbeitet mit der Scanner-App barcoo zusammen. barcoo von der checkitmobile GmbH ermöglicht es dem Wissbegierigen, den Strichcode eines beliebigen Produkts zu scannen. Daraufhin blenden sich Informationen zum Produkt, zum Preis, der Verfügbarkeit in der Nähe sowie passende Testberichte auf das Smartphone ein. Darüber hinaus bekommt der Nutzer einen Überblick über Bewertungen und Empfehlungen von anderen Mitnutzern. Er muss aber hier und da auch Werbung in Kauf nehmen.

Die App bietet ebenfalls eine Ampelfunktion, die Nährstoffe in einem Produkt durch farbliche Kennzeichnung bewertet. Scannt man den Strichcode eines Mineralwassers, wird zusätzlich auf einen Ratgeber Wasser verwiesen und die besten Produkte der Kategorie „Wasser“ angezeigt, sowie ein unterhaltsames Getränke-Quiz angeboten. Nutzer dieser App müssen den recht umfangreichen Datenzugriff in Kauf nehmen. Positiv ist aber die Angabe des Impressums sowie die Möglichkeit über die Homepage mehr über die Arbeit von barcoo zu erfahren. Die Nennung des Autors zu den einzelnen Beiträgen der App macht die Herkunft der Informationen transparenter. Auch die Möglichkeit, selber Kommentare hinzuzufügen, bindet den App-Nutzer mit ein.

Das Miniprogramm steht fast allen Betriebssystemen, von iOS bis Blackberry, zur Verfügung. Das Themenspektrum der Scanner-App geht über den Aspekt Ernährung hinaus, aber Infos zu Drogerie und Köperpflege, Haushalt sowie Umwelt und Nachhaltigkeit dürften für den Interessierten ebenfalls relevant sein. Zusätzlich kümmert sich das Programm in praxisnahen Berichten wie „Die Psychotricks im Supermarkt“ oder „Die Wahrheit über Fertigprodukte“ um weitere verbrauchernahe Themen.

Codecheck (Codecheck.info)

Als vergleichbares Angebot steht das Online-Produkthandbuch „Codecheck“ in den Online-Stores als Barcode-Scanner-App kostenlos zur Verfügung. Erstmals im Rahmen eines Forschungsprojekts der ETH Zürich entwickelt, macht sich die App zum Ziel, für mehr Produkttransparenz des Verbrauchers zu sorgen.

Durch das Scannen des Strichcodes eines Produktes erhält der Nutzer Infos hierzu direkt aufs Smartphone. Inhaltsstoffe und Nährwerte werden unter anderem über eine Ampelkennzeichnung dargestellt. Informationen zu Produzenten und Gütesiegeln der Produkte erleichtern dem Kunden eine gesunde und nachhaltige Produktauswahl. Die App bietet mehr als das Thema Ernährung. Auch der Haushalt, Kleinkinder und Co. werden berücksichtigt. Angebunden sind außerdem Beiträge aus Quellen wie Ökotest, WWF, die Verbraucherinitiative, Greenpeace und weiteren, die das Informationsangebot mit Testberichten und Öko-Informationen für den Verbraucher interessant machen.

Beim Einscannen einer zuckerfreien Cola blenden sich beispielsweise zu meidende Inhaltsstoffe -Cyclamat und Aspartam- sowie das zu beachtende Gefahrenpotenzial ein. Außerdem wird dem Cola-Trinker die Möglichkeit geboten, sich in Berichten, unter anderem aus der Presse und Kommentaren, über angrenzende Themenfelder zu informieren. Mit etwa 850 Bewertungen der Bestnote im Google-Play-Store kann codecheck noch nicht mit der Konkurrenz mithalten, bietet den kritischen Konsumentinnen und Konsumenten aber eine gute Alternative zu größeren Anbietern von Scanner-Apps.

Hinweis

Unter codecheck.info oder im Impressum der App sind informative Beiträge über den Anbieter und sein Angebot nachzulesen. Durch eine Bewertungsfunktion ist es dem Nutzer der App möglich, seinen eigenen Beitrag zur Verbesserung dieser zu leisten. Darüber hinaus können fehlende Produkte in codecheck ergänzt werden, da leider nicht alle gescannten Lebensmittel bereits in der App hinterlegt sind.

Süßmacher unter der Lupe (Verbraucherzentrale Bayern e. V.)

Glucose-Sirup, Saccharose, Xylit und Co. – sie verstehen gar nichts? Da sind sie nicht alleine. Die Verbraucherzentrale Bayern e. V. hat sich dem Problem der Verbraucher mit Begrifflichkeiten rund um Zucker und verwandten Stoffen angenommen und die App „Süßmacher unter der Lupe“ entwickelt. Gerade in verarbeiteten Lebensmitteln werden Bezeichnungen für Süßmacher zahlreich verwendet, damit sich zuckerverwandte Inhaltsstoffe nicht direkt zu erkennen geben müssen. Um dieser Verwirrung ein Ende zu bereiten, hilft die App Ihnen herauszufinden, welche verschiedenen Zuckerarten es gibt und welche Zuckersynonyme in der Lebensmittelindustrie häufig verwendet werden.

Aufgebaut ist die Anwendung wie ein informatives Lexikon für Süßungsmittel. Wer eine Scannerfunktion praktisch fände, sucht vergebens. Manuell können sie aber vor dem Supermarktregal nach der jeweiligen Begrifflichkeit in der App recherchieren. Umfangreiche Einträge zu den jeweiligen Süßungsmitteln, zum Teil sehr fachspezifisch, bieten einen fundierten Überblick zum jeweiligen süßen Inhaltsstoff. Ein Glossar und Links zum Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, der Verbraucherzentrale und dem Bundesinstitut für Risikobewertung runden das Angebot ab.

Saisonkalender (Bundeszentrum für Ernährung - BZfE)

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ergänzt das Angebot für den Produktcheck im Supermarkt vor Ort durch eine App, die das saisonale Einkaufen erleichtert. Es gibt kaum ein Obst oder Gemüse, das nicht ganzjährig im Handel aufzutreiben ist. Moderne Anbaumethoden, schnelle Transportmittel und ausgefeilte Lagertechnik machen es möglich. Der BZfE-Saisonkalender ist ein einfaches, übersichtliches Angebot in Form einer App, um abzufragen, welches Produkt in welchen Monaten des Jahres im Frischesortiment der Geschäfte zur Verfügung steht. Beantwortet wird, wann das jeweilige Obst oder Gemüse aus heimischem Angebot stammt oder Importware ist. Was bedeutet überhaupt "Saison haben" und warum lohnt es sich saisonal einzukaufen, diese und weitere Fragen klärt die App und hilft bei der Orientierung.

Beurteilung des Ernährungsverhaltens

Kein Biss ins Brot, kein Schluck von der Apfelschorle ohne Eintrag ins Smartphone – so oder so ähnlich muss man es sich vorstellen, betrachtet man das Angebot an Apps, die das individuelle Ernährungsverhalten einer Person ermitteln sollen. Interessant und sinnvoll ist an dem Prinzip ein Gefühl für Menge und Qualität des alltäglichen Essens zu bekommen. Zum Beispiel darüber, was man sich nebenbei am Schreibtisch oder ganz bewusst am Esstisch gönnt. Eine unangenehme Überwachung sollte das Angebot aber nicht darstellen, wenn der Coach immer in der Jackentasche dabei ist. Das intuitive Gefühl für Ernährungsbedürfnisse und die eigene Körperwahrnehmung darf dadurch nicht unterdrückt werden. Außerdem kann eine App nur so viel zum Erfolg beitragen, wie der Wunsch und Wille des Nutzers es auch zulässt.

Essplorer-App (Verbraucherzentrale Baden-Württemberg)

Wer sich schnell über aktuelle Trends zu Ernährung, Lebensmittel und Kosmetik informieren möchte, ist bei der Essplorer-App der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg genau richtig. Der Nutzer erhält gleich beim Öffnen der App eine übersichtliche Darstellung der Inhalte. Unter der Rubrik „Gut zu wissen“ werden aktuelle Trends, so zum Beispiel Superfoods oder Stevia, aufgegriffen und deren Bedeutung für die Gesundheit hinterfragt. Daneben bietet die App ein Tool zur Berechnung des Body Mass Index (BMI) und eine Vielzahl von Quizfragen zu Lebensmittel und Ernährung. Das „Lexikon“ beantwortet allgemeine Fragen, wie „Was ist ein ADI-Wert?“ oder „Was bedeutet der Begriff isoton?“. Im „Forum“ besteht auch die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen, die dann kurze Zeit später beantwortet werden. Mit Hilfe einer Push-Nachricht wird der Nutzer darüber informiert, dass die Antwort bereit liegt.

Essplorer richtet sich vor allem an Jugendliche, doch auch für Erwachsene werden viele interessante Themen behandelt. Die Essplorer-App ist kompatibel für die Smartphone- und Tablet-Betriebssysteme iOS und Android und kann kostenlos in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden.

Hinweis

Die Essplorer-App basiert auf Inhalten der Internetseite www.essplorer.de. Die Entwicklung ist ein Projekt der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und wurde vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert.

Was ich esse (Bundeszentrum für Ernährung - BZfE)

Die App „Was ich esse“ des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) bietet die Ernährungspyramide als Berater an, wenn es darum geht einzuschätzen, was und wie viel täglich auf dem Speiseplan landet. Die Ernährungspyramide des BZfE ist nach Lebensmittelgruppen unterteilt. Basis der Pyramide sind Getränke, gefolgt von pflanzlichen Lebensmitteln sowie Getreideprodukte, die reichlich verzehrt werden können. Tierische Lebensmittel wie Milch/-produkte, Fisch, Fleisch, Wurstwaren und Eier sind auf vierter Pyramidenebene platziert, weshalb sie nur maßvoll zu genießen sind. Sparsamer Umgang bei Ölen und Fetten ist außerdem angesagt. In der Pyramidenspitze sind Süßigkeiten, Snacks und Alkohol zu finden.

Alles was Sie essen und trinken wird in die App eingegeben und eigene Ernährungsziele sind auswählbar. Eine Erinnerung an den Verzehr bestimmter Lebensmittelgruppen ist ebenfalls einstellbar. Fehlende Lebensmittel im hinterlegten Produktkatalog der App können manuell mit Foto hinzugefügt werden. Alle „eingecheckten“ Lebensmittel ordnet das Programm in die individuelle Pyramide ein, um ein Tages- und noch wichtiger ein Wochenprotokoll zu erstellen.

Gearbeitet wird mit dem Handmaß als Portionsgröße. Freunde kann man über Facebook und twitter am persönlich gefüllten Esstisch mittels Pyramide teilhaben lassen. Durch die App bekommt man einen Überblick, welche Lebensmittelgruppen bereits zur Genüge im eigenen Speiseplan enthalten sind, oder wo Lücken bestehen. Der Nutzer sollte etwas Zeit mitbringen, um sich vor dem Gebrauch der App etwas genauer mit dem Pyramidenprinzip auseinanderzusetzen und die Infos in der App aufmerksam lesen, damit das Programm auch richtig genutzt und interpretiert werden kann.

Ein Update der App in der Android-Version ist im April 2016 erschienen. Neu ist neben technischen und grafischen Optimierungen, dass Tages- und Wochenprotokolle verschickt werden können, zum Beispiel an die Ernährungsberaterin – per E-Mai, WhatsApp und SMS.

Food Navi (Geo mbH)

Ein ähnliches Ziel nur anders umgesetzt verfolgt die App Food Navi der Geo mbH, die für 1,79 Euro für Apple-Geräte zu erwerben ist. Die App wurde nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit Ernährungswissenschaftlern und mehreren kompetenten Einrichtungen entwickelt. Wer ein Profil von sich erstellt, bekommt hier in Form eines Kreisdiagramms – je nach angegebener Ernährungsform: vegan, ovo-lacto-vegetarisch oder Mischköstler – präsentiert, welche Mengen der jeweiligen Lebensmittelgruppen verzehrt werden sollten. Im persönlichen Profil werden Geschlecht, Größe, Gewicht, Alter und darüber hinaus das Physical Activity Level, also die körperliche Aktivität in Beruf und Freizeit, erfasst. Es ist sinnvoll, innerhalb einer Woche das Bewegungsmuster je nach Aktivität in der App anzupassen.

Ist der Zielkreis ermittelt, beginnt das Dokumentieren des tatsächlichen Lebensmittelverzehrs im Verlauf einer Woche. Anhand eines Farbbalkens zeigt die App bereits während der Eingabe an, welche Mengen (in Portionen/Woche) von jeder Lebensmittelgruppe optimal sind. Eine Gesamtbewertung erfolgt durch die Anzeige des HEI-UGB (Healty Eating Index vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung). Diese kann im schlechtesten Fall bei 0 liegen, im besten Fall bei 100. Ein Smiley interpretiert den Index und gibt im besten Fall durch ein Lächeln zu verstehen, dass die Ernährung ausgewogen ist. Die Nutzung der App setzt voraus, dass sich etwas intensiver mit der Thematik Ernährung befasst wird. Alleine die Zuteilung der Nahrungsmittel zu den jeweiligen Gruppen richtig vorzunehmen und tägliche Mengen an aufgenommenem Fett und weiteren Nährstoffen richtig abzuschätzen, bedarf gerade bei verarbeiteten Nahrungsmitteln eines soliden Grundverständnisses für die Thematik.

Trink-Apps (verschiedene Anbieter)

Zahlreiche Apps bieten Trinkmuffeln Kalender zur Überwachung ihres Trinkverhaltens oder Wecker und Co. zur Erinnerung ans tägliche Durstlöschen zwischendurch an. Wer diese Form der Motivation braucht, um seinen Mindestbedarf an 1 ½ Litern Flüssigkeit pro Tag zu erreichen, dem können diese Programme weiterhelfen. Ansonsten muss der Aufwand des Eintragens jedes getrunkenen Schlucks neben sonstiger alltäglicher Arbeit und Vergnügen zeitlich berücksichtigt und in seinem Nutzen abgewogen werden.

Kochen und Rezepte

Wie ärgerlich, Sie möchten lecker und gesund abends Kochen, aber es fehlt jegliche Idee während nach Feierabend vor dem Supermarktregal gegrübelt wird? Kein Problem. Zahlreiche Rezepte-Apps geben Abhilfe mit zahlreichen Kochideen direkt auf dem Smartphone.

AOK glutenfreie Rezepte

Die App der AOK Rheinland/Hamburg bietet 100 glutenfreie Rezepte zum Kochen und Backen. Die Rezepte können als Favoriten gespeichert, auf die Einkaufsliste gesetzt und per E-Mail verschickt werden. Die App erleichtert Zöliakie-Patienten das Leben mit der Gluten-Intoleranz. Die Rezepte sind in Kategorien eingeteilt und enthalten neben Nährwertangaben die Zubereitungszeit und den Schwierigkeitsgrad.

Gläsernes Restaurant (vom BMEL gefördert)

Durch das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung gefördert und als Projekt des evangelischen Kirchentags entstand mit „Gläsernes Restaurant“ eine App, die über 150 saisonale, vegetarische Rezepte serviert. Unter dem Motto „gut essen und nebenbei das Klima schützen“ kann der Kochinteressierte Rezepte nach Saison oder nach Zutaten suchen oder den Zutatenkalender nach Monaten durchschmökern. Das übersichtlich gestaltete Programm bietet Vegetariern von der Vorspeise bis zur Nachspeise über Dips und Gebäck je nach Jahreszeit Rezepte an, die in der Personenzahl praktisch angepasst werden können. Kurze Infos zu Bio-Produkten, zum Ökologischen Landbau und der Verfügbarkeit der einzelnen Lebensmittel nach Jahreszeit und Anbauart sind in das überschaubaure Angebot eingebunden.

Kochplaner (comvos online medien GmbH)

Aus dem alltäglichen „Hamsterrad“ einer Hausfrau und Mutter, die gleichzeitig berufstätig ist und trotzdem den Anspruch einer gesunden und frischen Küche für die Familie hat, entstand die App „Kochplaner“ der comvos online medien GmbH. Für 1,79–1,89 Euro im App-Store zu kaufen, soll es die Erstellung des wöchentlichen Essensplans im Alltag erleichtern. Die App schlägt einen Wochenplan samt Einkaufsliste vor, wofür sich allerdings zur einfacheren und genaueren Handhabung das Erstellen eines Profils auf der Homepage von Kochplaner empfiehlt. Gerichte aus über 300 Rezepten aller Geschmacksrichtungen stehen zur Wahl. Für ein umfangreicheres Angebot muss in die Premium-Version der App investiert werden. Wer es mag, eine durchgeplante Woche zu haben, dem kommt die App entgegen. Spontane Essenswünsche kommen den Planungen allerdings in die Quere. Ein Auge auf die Abwechslung und Qualität der Rezepte zu haben, kann bei der Nutzung der App nicht schaden, obwohl durch ein Möhrensymbol dem Planenden der Gesundheitsfaktor der Mahlzeit angezeigt wird. Die Kooperation des Anbieters mit dem Online-Lieferant „Bring mir Bio“ ist sicher für manchen Nutzer reizvoll. Auch die Möglichkeit im eigenen Profil Angaben zur verfügbaren Kochzeit und der Anzahl an zu bekochenden Personen pro Tag machen zu können oder die Frage zu berücksichtigen, ob auf vorkochbare Gerichte oder Tiefkühl- und Fertigprodukte zurückgegriffen werden darf und welche Kostform bevorzugt wird, erleichtert die Planung.

Zu gut für die Tonne (BMEL)

Rezepte für die kreative Resteküche gibt es in der App „Zu gut für die Tonne“ kostenlos für Tablet und Smartphone. Auch aus übriggebliebenen Lebensmitteln können noch leckere Gerichte gezaubert werden. Unter den 340 Rezepten von Sterneköchen und prominenten Kochpaten wie Sarah Wiener, Johann Lafer sowie vielen Hobbyköchen finden sich Klassiker wie der Arme Ritter, neue Kreationen und pfiffige Beilagen aus wenigen Zutaten. Neue Rezepte kommen regelmäßig hinzu. Die App, die bereits über eine halbe Million mal heruntergeladen wurde, lässt sich dazu ganz einfach aktualisieren. Außerdem bekommt der interessierte Resteverwerter Tipps zum Einkauf, zur richtigen Aufbewahrung und Verwertung von Lebensmitteln und ein Lebensmittellexikon informiert über Lagerung und Haltbarkeit. Der Einkaufsplaner hilft die Übersicht beim Supermarktbesuch zu behalten und Mengen richtig einzuschätzen.

Quiz und Spiele

Wer Lust hat sich etwas unterhaltsamer dem Thema Ernährung anzunähern, für den sind vielleicht kleine Ernährungsquizze die richtige Alternative oder Ergänzung zu fachspezifischen Infos und dem eigenen Überwachen des Essverhaltens.

Ernährungsquiz – 600 Mythen, Fakten & Tipps für einen gesunden Lebensstil (runtastic)

Mit „Ernährungsquiz – 600 Mythen, Fakten & Tipps für einen gesunden Lebensstil“ bietet runtastic – vor allem als Anbieter für Sport-Apps bekannt – ein unterhaltsames Programm zur Aufdeckung von Irrtümern rund ums Thema Ernährung an. In der kostenlosen App-Version stehen drei der 11 Kategorien zur Verfügung, aus denen Fakten als Grundlage für das Quiz erlernt werden können. Wer mehr Wissen sammeln möchte, der muss 1,99 Euro in die Pro-Version der App investieren, die ausgiebig in der Gratis-App beworben wird. Das Quiz dient nach Angaben des Anbieters „der unverbindlichen Information“ und basiert auf „aktuellen Studien/Erkenntnissen/Meinungen“.

Positiv hervorzuheben ist der Hinweis, dass die Informationen nicht als Empfehlungen zu verstehen sind und bei gesundheitlichen Problemen das Aufsuchen eines Arztes empfohlen wird. Genau in diesem Sinne ist die spielerische Unterhaltung eine schöne Möglichkeit, sich mit Fragen wie „Vitamin C lindert eine bestehende Erkältung?“ oder „Koffeinfreier Kaffee verjüngt die Haut?“ zu beschäftigen. Mythos oder Fakt lautet die Frage – eine Kurzinfo liefert die Erklärung zur Antwort und hier und da wird ein Tipp ergänzt.

Wer mit ein wenig Werbung neben dem Quizzen leben kann und sich auch sonst gerne mit dem Thema Ernährung befasst und somit die Fragen in die richtigen Zusammenhänge einordnen kann, für den ist der übersichtliche und ansprechend gestaltete Faktencheck ein Zeitvertreib, durch den man sein Wissen spielerisch erweitern kann. Wer dann noch seine Quizergebnisse mit Freunden auf der ganzen Welt teilen will, der muss sich über einen eigenen Account bei runtastic registrieren.

Gesunde Ernährung (Digital Wonderworld)

Für jüngere Wissenshungrige soll mit der App „Gesunde Ernährung“ von Digital Wonderworld spielerisch vermittelt werden, was gesunde Ernährung ausmacht. In farblich schriller Aufmachung präsentiert sich die App, für die Adobe Air erforderlich ist, für Kinder ab dem Grundschulalter. Mit dem Sortieren von gesunden Lebensmitteln in einen Einkaufswagen startet der junge Nutzer in das Programm. Mit Quiz, drei übersichtlichen Rezepten, einer kurzen Ernährungs-, Vitamin- und Gesundheitsinfo ist die App eher leichte inhaltliche Kost, aber für den Einstieg ins Thema Ernährung in Ordnung. Mit der Erklärung der Ernährungspyramide wird ein Spielchen gestartet: Finde die Fehler in der Ernährungspyramide. Durch ein kleines „Vitamin-Memory“ wird vermittelt, welche Vitamine in welchem Obst zu finden sind und füttert man einen Menschen per Bildschirmklick, zeigt sich was zu viel Kuchen, Eis oder Hamburger ausmacht – der Mensch nimmt zu.

Irrtümer rund ums Essen – 111 Mythen, Legenden und Halbwahrheiten werden aufgedeckt! (Andros Link)

Wer weiteren Irrtümern auf den Grund gehen will, der schaut sich die iOS-App „Irrtümer rund ums Essen – 111 Mythen, Legenden und Halbwahrheiten werden aufgedeckt!“ von Andros Link, Catwork Design für 0,89 Euro näher an. Wählbar sind mehrere Themenbereiche wie Eier, Fette & Milchprodukte, Brot & Nudeln, Getränke, Ernährung & Essverhalten und weitere. Pro Kategorie sind Irrtümer aufgelistet, die mit einem Klick erklärt werden. Es wird beispielsweise der Frage nachgegangen, ob Brauner Zucker gesünder ist als weißer oder Pfefferkuchen Pfeffer enthält. Darf man Muscheln nur in Monaten mit „R“ essen und verdunstet Alkohol beim Kochen?

Wer diese und weitere Dinge rund ums Essen erfahren möchte, der kann sich mit etwas Zeit durch die App klicken. Die Inhalte sind weitestgehend informativ, wenn auch an der ein oder anderen Stelle ein paar mehr Fragen pro Kategorie wünschenswert sind. Beispielsweise findet man zum Thema Fett nur 4 Fragen zu den Lebensmitteln Olivenöl und Margarine, aber gerade das Thema Fett ist sehr umfassend und steckt voller Informationspotential. Laut Angaben des Anbieters wird die App aber per Update regelmäßig mit zusätzlichen Irrtümern rund ums Essen erweitert. Wer ein allgemeines Interesse an Ernährung hat, den unterhält die bunt bebilderte App anschaulich. Wer umfassende und fachlich sehr fundierte Ernährungsinfos – mit Blick auch auf aktuelle Forschungsergebnisse sucht – der sollte sich anderweitig zusätzliche Informationen einholen. Die Irrtümer sind als Service auch direkt per E-Mail an Freunde weiterleitbar und die Inhalte auch ohne Internetzugang lesbar.

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