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Reis und Reisprodukte enthalten viel anorganisches Arsen

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt, nach Möglichkeiten zu suchen, die Arsengehalte in Reisprodukten zu minimieren.

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Arsen im Reis
Das BfR empfiehlt, Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei nur in Maßen zu konsumieren und mit Produkten aus anderen Getreidearten abzuwechseln. Bild: imaGo/fotolia

Pressemitteilung des BfR vom 11.06.2015

Untersuchungen der Überwachungsbehörden der BundeslĂ€nder zeigen, dass Reis und Reisprodukte grĂ¶ĂŸere Mengen an anorganischem Arsen enthalten. Aufgefallen ist bei diesen Untersuchungen zudem, dass einige Reisprodukte wie zum Beispiel Reiswaffeln höhere Gehalte an anorganischem Arsen aufweisen als Reiskörner.

„Die GrĂŒnde fĂŒr die höheren Gehalte in bestimmten Reisprodukten im Vergleich zu Reiskörnern mĂŒssen aufgeklĂ€rt werden“, sagt der PrĂ€sident des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung (BfR), Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Da anorganische Arsenverbindungen als krebsauslösend fĂŒr den Menschen klassifiziert sind, sollten Lebensmittel davon nur so wenig wie vernĂŒnftigerweise erreichbar enthalten.“ Das BfR hat die Aufnahme der besonders toxischen anorganischen Arsenverbindungen ĂŒber den Verzehr von Reis und Reisprodukten fĂŒr die Bevölkerung in Deutschland ermittelt. Nach den Berechnungen können diese Lebensmittel je nach den ErnĂ€hrungsgewohnheiten insbesondere bei Kindern erheblich zu der von der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) ermittelten Gesamtaufnahme von anorganischem Arsen beitragen.

Über das BfR

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im GeschĂ€ftsbereich des Bundesministeriums fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft (BMEL). Es berĂ€t die Bundesregierung und die BundeslĂ€nder zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Arsen in Lebensmitteln

Arsen kommt natĂŒrlicherweise in der Erdkruste vor und wird durch natĂŒrliche und anthropogene Prozesse wie beispielsweise die Kupfer- und BleiverhĂŒttung und die Nutzung fossiler Brennstoffe freigesetzt, gelangt in Böden, Grund- und OberflĂ€chenwasser und kann entsprechend von Pflanzen aufgenommen werden.

In Lebensmitteln tritt Arsen sowohl in der Form organischer (z.B. in Fisch und MeeresfrĂŒchten) als auch anorganischer Verbindungen auf. Anorganische Arsenverbindungen sind als krebsauslösend fĂŒr den Menschen klassifiziert. Zudem können sie bei langfristiger Aufnahme schon in vergleichsweise kleinen Mengen zu HautverĂ€nderungen, GefĂ€ĂŸ- und NervenschĂ€digungen fĂŒhren, entwicklungstoxisch wirken sowie Herzkreislauferkrankungen fördern.

Aufnahmemenge ĂŒber Reis und Reisprodukte relativ hoch

Aufgrund der besonderen Anbaumethoden und der Physiologie der Reispflanzen weisen Reis und somit auch Reisprodukte im Vergleich zu anderen Getreidearten höhere Gehalte an anorganischen Arsenverbindungen auf. Das BfR hat auf Basis von Messwerten der BundeslĂ€nder zu Arsengehalten in Reis und Reisprodukten das Gesundheitsrisiko der Bevölkerung in Deutschland bewertet. Dabei wurde mit Hilfe von Verzehrsdaten die tĂ€gliche Aufnahmemenge an anorganischem Arsen verschiedener Gruppen der Bevölkerung wie SĂ€uglinge, Kleinkinder, Kinder und Erwachsene gemĂ€ĂŸ ihrer ErnĂ€hrungsgewohnheiten ermittelt.

Fazit: Die Aufnahmemenge anorganischer Arsenverbindungen ĂŒber Reis und Reisprodukte ist relativ hoch. Reis kann damit in AbhĂ€ngigkeit von den ErnĂ€hrungsgewohnheiten erheblich zur Gesamtaufnahme anorganischer Arsenverbindungen beitragen. Da sich fĂŒr die krebsauslösende Wirkung anorganischer Arsenverbindungen keine Aufnahmemenge angeben lĂ€sst, die nicht mit einem Risiko fĂŒr eine Erhöhung des Krebsrisikos in Verbindung steht, vertritt das BfR die Auffassung, dass die Gehalte an anorganischen Arsenverbindungen in Lebensmitteln auf ein unvermeidbares Minimum reduziert werden sollten (ALARA-Prinzip). Das ALARA-Prinzip bedeutet, dass von einem Stoff so wenig wie vernĂŒnftigerweise durch technische oder andere Maßnahmen erreichbar in einem Lebensmittel enthalten sein soll.

Lebensmittelunternehmen sollen Ursachen fĂŒr hohen Arsengehalt aufklĂ€ren

Die bisher vorliegenden Daten zu Reisprodukten zeigen, dass die Gehalte in einigen der untersuchten Reisprodukte höher sind als in Reiskörnern. Die Ursache hierfĂŒr ist bislang unbekannt. Das BfR empfiehlt deshalb den Lebensmittelunternehmern, die GrĂŒnde fĂŒr die höheren Gehalte an Arsenverbindungen in einigen Reisprodukten im Vergleich zu Reiskörnern aufzuklĂ€ren und nach Möglichkeiten zu suchen, die Arsengehalte in den Produkten im Sinne des ALARA-Prinzips zu minimieren.

Verbraucher können nicht erkennen, wie hoch die Arsengehalte in ihren Lebensmitteln sind. Vor diesem Hintergrund begrĂŒĂŸt das BfR den Beschluss der EuropĂ€ischen Kommission, auf europĂ€ischer Ebene Höchstgehalte fĂŒr anorganisches Arsen in Reis und Reisprodukten einzufĂŒhren. Die folgenden Empfehlungen des BfR bleiben auch nach der EinfĂŒhrung von Höchstgehalten weiterhin gĂŒltig.

Empfehlung: Reisprodukte einschrÀnken und mit anderen Getreideerzeugnissen abwechseln

Das BfR empfiehlt, Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei nur in Maßen zu konsumieren und mit Produkten, die auf anderen Getreidearten basieren, abzuwechseln. Eltern wird empfohlen, ihre SĂ€uglinge und Kleinkinder nicht ausschließlich mit reisbasierten GetrĂ€nken wie Reismilch oder Beikost wie Reisbrei zu ernĂ€hren. Verbraucherinnen und Verbraucher, die an Zöliakie erkrankt sind oder auf Gluten mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren, sollten bei der Wahl von glutenfreien Getreiden eine einseitige Ausrichtung auf Reis und Reisprodukte vermeiden. Neben Reis können in diesen FĂ€llen andere glutenfreie Getreidearten wie zum Beispiel Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa in den Speiseplan aufgenommen werden.

Reis sollte dennoch weiterhin Bestandteil einer ausgewogenen ErnĂ€hrung sein. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei der Auswahl von Lebensmitteln die generelle Empfehlung zu Abwechslung und Vielfalt berĂŒcksichtigen und die verzehrten Getreidearten nach Möglichkeit variieren.

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