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Bewegungs-Apps im Praxistest

IN FORM präsentiert Ihnen empfehlenswerte Apps rund um Sport und Fitness.

Zum Thema Bewegung Für die Zielgruppe Allgemein

Mann steht am Strand mit Smartphone, das am Oberarm befestigt ist. Dahinter ein Jogger
Sie können die Motivation steigern, beim Sport unterstützen oder an die tägliche Bewegungseinheit erinnern: Apps, die zu mehr Sport und Bewegung anregen. Bild: Maridav / fotolia

Es fehlt die richtige Laufroute? Für die Yogaeinheit nach Feierabend wäre eine Video-Anleitung gut? Oder es steht eine Wanderung bevor und das richtige Kartenmaterial fehlt? Es gibt eine Vielzahl von Apps für Bewegungsmuffel, Sport(wieder)einsteiger oder Leistungssportler.

Das Angebot reicht vom Schrittzähler bis zum mehrwöchigen Fitnesskurs mit individueller Betreuung. Neue Sportarten lassen sich zuhause testen, bevor man den Weg in das Sportstudio findet. Der Ehrgeiz bei so manchem Hobbysportler wird geweckt, wenn er in den App-Foren oder in sozialen Medien mitteilen kann, wie schnell die letzte Jogging-Runde war.

Hinweis

Hände einer Person, die per Handy den Barcode auf einer Packung Tomatensaft scannt

Hier die Übersicht aller ausgewählen Apps Ernährung/Bewegung als Excel-Tabelle öffnen (nicht barrierefrei)

Wer sich im sportlichen Alltag unterstützten lassen möchte, findet Apps aus dem Bereich Sport und Bewegung nach folgenden Inhalten unterteilt:

Wandern, laufen, schneller sein ...

Outdoor-Sport-Freunde haben in dem App-Angebot eine riesige Auswahl. Sei es das Tracken, also das Aufzeichnen der täglichen Rad- oder Jogging-Strecke, oder das Planen von Wandertouren in den Bergen. Viele der modernen Apps arbeiten mit Hilfe von GPS (Global Positioning System). Durch diese App-Angebote ist jedoch eine schnelle Entladung des Smartphone-Akkus möglich.

Schrittzähler

Diese Apps bieten die Möglichkeit, zu überblicken, wie viel sich der Einzelne bewegt und bei wem noch mehr Bedarf besteht. Häufig ist man überrascht, wie viele oder wie wenige Schritte am Tag zusammenkommen. Auch wenn die Apps nicht immer ganz korrekt zählen: eine ungefähre Hausnummer reicht aus, um das Bewegungsmaß einzuschätzen. Im Schnitt machen die Deutschen ca. 5.000 Schritte am Tag, gesundheitsförderlich wären aber 10.000 Schritte. Statt einer App gibt es auch kleine Schrittzähler für die Hosentasche zu kaufen oder die Funktion gleich über die Fitness-Armbanduhr zu nutzen.
Zum Beispiel: Schrittzähler von ITO Technologies, Inc.

Fitnesstracker

Wer regelmäßig joggt, walkt oder Rad fährt, weiß, wie glücklich es macht, die zurückgelegte Strecke zu analysieren. Wie viele Kilometer habe ich geschafft? Wie schnell war ich im Vergleich zu letzter Woche? Wie viele Kalorien habe ich verbrannt? Um die App unterwegs zu nutzen, braucht man zwar ein sinnvolles Haltesystem, aber die Ergebnisse sind meistens sehr spannend.

Um diese Funktion zu nutzen, hat man die Qual der Wahl. Vor allem Sportfirmen bieten mittlerweile fast alle eine eigene Tracking-App an. Es lohnt sich, Testversionen von vertrauenswürdigen Anbietern herunterzuladen und ausgiebig zu nutzen, bevor man ein Abo eingeht. Die Grundfunktion ist immer die gleiche: Über GPS wird meine Route verfolgt und ausgewertet. Darüber hinaus können sich die Apps in zahlreichen Details unterscheiden: Es gibt die Möglichkeit, die Ergebnisse mit anderen (live) zu teilen, zum Beispiel in eigenen Onlineforen. Andere sind kompatibel mit Fitnessuhren oder motivieren während des Laufs mit Zwischenrufen.

Testen Sie zum Beispiel

Runtastic Laufen, Sport & Fitness Tracker

Die Firma Runtastic GmbH kommt aus Österreich und wurde bereits 2015 von Adidas gekauft. Die Lauf-App ist nur eine von mehreren Apps des Anbieters. Die Basisversion ist kostenfrei und bietet bereits ausreichend Funktionen für die meisten Sportler. Dafür wird Werbung geschaltet. Wer die Werbung ausschalten möchte, erweiterte Trainingspläne und Analysefunktionen nutzen will, kann ab 4,99 Euro die Premiumversion kaufen.

In-App Käufe, also kostenpflichtige Angebote innerhalb der kostenlosen Version, sind ebenfalls möglich. Diese Angebote können schnell zu Kostenfallen werden, wenn Sie über sie z.B. Abonnements eingehen oder auf kostenpflichtige Versionen umsteigen ("upgraden"). Um nicht den Überblick über Ihre Apps zu verlieren, sollten Sie immer sorgfältig den Begleittext und die Bedingungen lesen, bevor Sie einen (Kauf-)Vertrag bestätigen.

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Endomondo - Laufen & Gehen

Diese App stammt von dem Sportartikelhersteller Under Armour, der auch die Ernährungs App MyFitnessPal besitzt. Ab 5, 99 Euro im Monat gibt es neben der kostenfreien App auch eine Premiumversion, die individuelle Trainingspläne enthält. Ansonsten bietet die Basis-App bereits alle nötigen Funktionen. Auch hier ist mit Werbung und möglichen In-App Käufen zu rechnen.

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Wandern

Soll es etwas höher hinaus in die Berge gehen oder ist eine längere Wanderung in der Natur geplant? Dann helfen Apps, die mit umfangreichem Kartenmaterial und Tourenplanerfunktionen zur Seite stehen. Das ist besonders interessant, wenn neue Wege erkundet werden sollen.

Wanderapps können Papierwanderkarten ersetzen. Sie geben zudem Tipps, welche neuen Routen in der Umgebung geeignet wären und was die Wanderer auf ihrer Tour erwarten wird. Länge der Wanderung, Schwierigkeitsgrad oder Häufigkeit der Ausblicke lassen sich auswählen. Das ist praktisch für Menschen, die kurze Runden mit den Kindern laufen wollen, aber auch herausfordernde Tagestouren alleine oder mit Freunden unternehmen möchten. Welche App die besten Details zur Route in der gewünschten Region bietet, kann unterschiedlich sein.

Zum Beispiel

Komoot — Fahrrad, Wander & Mountainbike Navi

Die App zeichnet sich durch eine einfache Bedienung aus. Einsteiger bekommen hier schnell eine geeignete Tour vorgeschlagen und können sie intuitiv bedienen. Hat man eine gute Runde gefunden, kann man die Tourbeschreibung an Freunde weiterleiten, die mitkommen sollen. Planen lässt sich die Tour auch auf dem PC, die Karte gibt es dann auf das Handy, wenn man sich für ein Paket entschieden hat: Einzelregionen sind für 3,99 Euro zu haben. Weltweite Touren bekommt man im Komplettpaket für 24,99 Euro. Die erste Region ist kostenfrei. Dafür sollen die Karten unbegrenzt kostenfrei aktualisiert werden können.

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ape@map - Wander Navigation

Die Outdoor- und Wandernavigation von Ape@map bietet nach eigenen Angaben eine GPS-Navigation mit 70.000 Touren. Hier gibt es die Möglichkeit, Routen am PC zu planen oder die eigene Tour zu tracken. Toureninfos gibt die App sowohl über den Schwierigkeitsgrad, die Gehzeit und die Höhenmeter sowie dem zu erwartenden Erlebnisfaktor. Einmal geladen, können die Karten offline genutzt werden. Das Gesamtpaket für Touren in Deutschland, Österreich, Südtirol und Schweiz kostet 14,99 Euro. Für die Handhabung braucht man etwas Übung. Vielwanderer gewöhnen sich aber gut daran.

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Fitnessübungen

Apps, die Fitnessübungen mit oder ohne Geräte vormachen, empfehlen sich bei verschiedenen Gelegenheiten:

  • Sportler in Fitnessstudios begleiten sie im Training, wenn nicht immer eine persönliche Unterstützung gegeben ist.
  • Menschen, die (noch) nicht ins Fitnessstudio gehen wollen, können stattdessen zu Hause trainieren.
  • Und wer testen will, wie hoch das eigene Fitnesslevel ist, kann sich von hübsch gemachten Apps zum Einstieg in den Sport motivieren lassen.

Hier gilt es, es nicht zu übertreiben, ohne einen persönlichen Fitnesstrainer miteinbezogen zu haben. Wer während oder nach dem Training Schmerzen hat, die über einen Muskelkater hinausgehen, sollte die Übungen nicht alleine weiter machen! Wer aber schon Erfahrung hat und zu Hause das Training aus dem Sportkurs wiederholen möchte, der findet eine Reihe spannender Apps dafür.

Zum Beispiel

Freeletic

Die Freeletics GmbH wurde von drei Münchner Studenten gegründet. In der sehr anspruchsvollen Fitnessapp gibt es Videos mit einzelnen Übungen oder ganzen Trainingsplänen. Da Ziel ist es, ohne Geräte und nur mit dem eigenen Körpergewicht, das Fitnesslevel ganz nach oben zu heben. Für Anfänger ist es deshalb eher nicht geeignet. Zur Motivationssteigerung gibt es bei dieser App lokale Gruppen und ein Online-Forum. Die Freeletics App kann man nur für mindestens drei Monate abschließen und zahlt dann 34,99 Euro. Die Testversion bietet nur einen ersten Eindruck.

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Seven

Diese App bietet ebenfalls Anleitungen für Fitnessübungen ohne Geräte. Allerdings ist der Stil komplett anders. Das Besondere ist, dass die Trainingseinheit nur 7 Minuten andauert. Das ist auch für Anfänger realisierbar. Wie bei anderen Apps, gibt man bei Seven die Schwerpunkte "Fit werden", "Stark werden" oder "Gewicht verlieren" an. Der App-Anbieter Perrige sitzt in Schweden. Für die Nutzung gibt es nur einen kurzen Testzeitraum, danach kostet die App knapp 10 Euro pro Monat.

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Rücken

Auto, Schreibtischstuhl, Sofa. Ein Tag, den man fast nur im Sitzen verbracht hat, oft die Regel. Da meldet sich bald der Rücken und schmerzt. Neben dem Training in einer Physiotherapie sind die täglichen Wiederholungen zuhause wichtig, damit der Rücken bald wieder schmerzfrei ist. Um sich dazu zu motivieren, kann der Trainer auf dem Smartphone wertvoll sein.

Zum Beispiel

Kaia Health App

Die Kaia App wurde von der Kaia Health Software GmbH aus München in Kooperation mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Schmerztherapie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München entwickelt. Sie unterstützt Menschen mit Rückenschmerzen durch eine tägliche individuelle Auswahl an Videos mit Rückenübungen. Dazu gibt es Informationen zum Thema Rückenschmerzen und Anleitungen für Entspannungsübungen. Versicherte der BARMER erhalten das erste Jahr kostenlos und sparen so immerhin 95,99 Euro. Alle anderen können die App 7 Tage lang kostenfrei testen und sie danach auch nur für drei Monate nutzen.

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Rücken Fit Challenge

Die Rücken Fit Challenge ist eigentlich gar keine App, sondern ein Online-Angebot, das über den Browser erreicht wird. Zuhause im WLAN aber kein Problem. Dafür können sich Nutzer die Gebühr für das Programm von ihrer Krankenkasse zum großen Teil finanzieren lassen – egal, bei welcher Krankenkasse sie versichert sind. Die Rücken Fit Challenge bietet ebenfalls individuelle Übungen, um den Rücken zu stärken. Insgesamt 6 Wochen dauert der Kurs und man sollte den Trainingsplan an mindestens zwei Tagen pro Woche durchführen. Pausen, zum Beispiel wegen Urlaub oder Krankheit sind aber erlaubt.

www.rueckenfitchallenge.de

Yoga

Ist Yoga nun Sport oder eine Entspannungstechnik? Das hängt von der Intensität der Übungen und der Erfahrung des Einzelnen ab. Es soll Menschen geben, die sich mit dem spirituellen Hintergrund des Yogas nicht identifizieren können. Dafür gibt es aber verschiedene Ausführungen, die mehr oder weniger fordernd sind. Yoga-Apps sind nur zu empfehlen, um kurz in die Übungen reinzuschnuppern, bevor man einen Kurs bucht. Denn der Erfolg hängt stark von der Lehrerin oden dem Lehrer ab. Für die, die einen Kurs besuchen und Erfahrungen haben, kann eine App Motivation sein, auch zu Hause regelmäßig zu üben.

Zum Beispiel

Down dog

Benannt nach einer Yoga-Übungen, dem herabschauenden Hund, bietet diese App eine reiche Auswahl an gut gemachten Videos. Die Nutzer wählen Yoga-Typ, Zeit, Fitness-Level bis zur Musikuntermalung und Ausführlichkeit der erklärenden Worte aus und bekommen ein auf ihre Wünsche zugeschnittenes Video. Die ersten drei Videos, unabhängig von ihrer Länge, sind kostenfrei. Danach kostet die App im Monat ab 5 Euro. Für absolute Anfänger gibt es eine eigene App von Down Dog, die den schönen Namen "Yoga für absolute Anfänger" trägt. Diese ist gänzlich kostenlos und beinhaltet einfache, aber auch gut gemachte Anleitungen ohne Registrierung.

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Asana Rebel

Wem auch die anspruchsvollsten Yoga Übungen noch nicht genug sind, der findet bei Asana Rebel eine Kombination aus Yoga und Fitness. In der App, die in Berlin entwickelt worden ist, bekommt man als Einstieg nur ein Video kostenfrei präsentiert. Danach gibt es ein ein Abo für mindestens drei Monate für knapp 30 Euro. Dafür erhält man eine große Auswahl an Videos zu unterschiedlichen Aspekten. Es gibt ganze Klassen, die man für eine längere Zeit bestreitet, inklusive motivierenden Erinnerungen an das Training. Zielgruppe ist mit Sicherheit der erfahrene Yogaschüler, der seine Fitness verbessern möchte. Oder der (Leistungs-)Sportler, der sich so dem Yoga nähern möchte.

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Sonstiges

DLRG info

Während des Schwimmens ist eine App ziemlich unnötig, denn man müsste das Handy neben dem Becken liegen lassen, um die Zeit zu tracken. Manche Sportuhren sind unter Wasser bedienbar und können diesen Job übernehmen. Allerdings gibt es eine sinnvolle App, wenn man an natürlichen Badestellen schwimmen geht. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) gibt in ihrer App DLRG Info sinnvolle Hinweise zu den Strand- und Wasser-Sicherheitszeichen. Welche Flaggenfarbe bedeutet was? Welches Warnzeichen ist für mich relevant. Und auch Informationen zu den Wasser-Sportabzeichen, die man in Deutschland machen kann, gibt es hier. Vom Seepferdchen bis zum Rettungsschwimmabzeichen Gold.

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VereinsApp des DOSB

Eine ganz besondere App hat der Deutsche Olympische Sportbund zu bieten: Die eigene Vereinsapp. Jeder Sportverein oder -verband in Deutschland kann die Vorlage einer DOSB-App nutzen und nach den eigenen Vorstellungen umprogrammieren lassen.

Mehr Informationen dazu unter http://vereinsapp.sportdeutschland.de

Autorin: Nora Karrasch, Detmold

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