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Bewegungsangebote gemeinsam stärken

BMG und RKI stellen Bericht zu Gesundheitszustand, Gesundheitsverhalten und Gesundheitsversorgung vor.

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Personen machen Gymnastikübungen in einer Turnhalle
Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) und die Sportministerkonferenz (SMK) der Länder wollen gemeinsam Bewegungsangebote verbessern. Bild: Robert Kneschke / fotolia

In einem gemeinsamen Beschluss haben sich die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) und die Sportministerkonferenz (SMK) der Länder darauf verständigt, bei der Bekämpfung von Bewegungsarmut zukünftig auf gemeinsame Anstrengungen zu setzen und die Zusammenarbeit zu intensivieren. Hintergrund ist, dass die gesundheitsgefährdenden Folgen von Bewegungsarmut bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen trotz einer Vielzahl von Konzepten und Strategien nicht abgenommen haben. Deshalb sollen alle Bereiche der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation um Maßnahmen zur Förderung von Bewegungsangeboten aus dem Sport und dem Alltag ergänzt werden. Bereits bei der letzten Gesundheitsministerkonferenz im Juni 2015 in Bad Dürkheim und der Sportministerkonferenz im November 2014 in Frankfurt am Main hatten sich die Minister der Länder auf den Beschluss verständigt. Der Beschluss umfasst insgesamt sechs Punkte, die auf gemeinsame Aktivitäten und Ziele der beiden Konferenzen ausgerichtet sind.

Der gemeinsame Beschluss von GMK und SMK

Körperliche Aktivität im Alltag ist eine wichtige Ressource für Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Einbindung für alle Altersgruppen. Ein körperlich aktiver Lebensstil verringert das Risiko für Krankheiten, erhöht die Lebensqualität und trägt insbesondere zu Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag älterer und kranker Menschen bei. Angesichts der reduzierten Aktivitätsmöglichkeiten im modernen Alltag können Sport und Gesundheitssport dazu beitragen, Bewegungsmangel und assoziierte gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Bund und Länder sehen eine politische Verantwortung für Gesundheitsförderung und Prävention. Festgestellt wird weniger ein Erkenntnisdefizit, sondern eher ein Umsetzungsdefizit. Der Nationale Aktionsplan „Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung – IN FORM“ zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten ist eine längerfristige gesellschaftliche Aufgabe, in die alle Politikfelder und alle Ebenen einzubeziehen sind, die einen Beitrag zur Entwicklung eines gesundheitsfördernden Lebensumfeldes und gesundheitsförderlicher Lebensstile leisten.

1. Die Gesundheits- wie die Sportministerkonferenz haben in den vergangenen Jahren mehrfach auf die Bedeutung von körperlicher Aktivität für den Erhalt und die Wiederherstellung der Gesundheit hingewiesen. Die Fachkonferenz „Sport und Gesundheit bewegen!“ hat am 21. Oktober 2013 in Berlin, an der Vertreter beider Fachministerkonferenzen teilnahmen, den Impuls gegeben, die Zusammenarbeit durch eine gemeinsame Beschlussfassung auszuweiten. GMK und SMK werten Bewegungsangebote aus dem Sport und dem Alltag als essentielle Bestandteile einer sektorenübergreifenden Strategie für eine gesundheitsfördernde Politik. Daher streben GMK und SMK einen Ausbau ihrer Kooperation an.

2. GMK und SMK regen an, alle Bereiche der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation (z.B. IN FORM, Gesundheitsziele des Bundes und der Länder, prioritäre Handlungsfelder der Länder) um Maßnahmen zur Förderung von Bewegungsangeboten aus dem Sport und dem Alltag zu ergänzen, ggf. zu intensivieren. Insbesondere sind die Ergebnisse des Zwischenberichts zum Nationalen Aktionsplan IN FORM heranzuziehen, um künftige Handlungsbedarfe abzuleiten.

3. GMK und SMK streben an, Einrichtungen des Gesundheitswesens, Sportorganisationen und weitere Akteure an der Entwicklung gemeinsamer Prozesse zur Schaffung und zum Ausbau von bewegungsfördernden Vorhaben zu beteiligen.

4. GMK und SMK stimmen überein, dass es nicht ausreicht, Appelle an die Bevölkerung zu richten und zu mehr körperlicher Aktivität aufzufordern. Ausreichende körperliche Aktivität im Alltag wird auch durch die Gestaltung der Wohnumwelt, der Wege und Straßen gefördert oder beeinträchtigt. Die Integration von Bewegung in den Alltag, z. B. Treppensteigen, zu Fuß gehen, Fahrradfahren soll erleichtert werden. Ein Ausbau qualitätsgesicherter Gesundheitssportprogramme, wie sie beispielsweise von den Vereinen des Deutschen Olympischen Sportbundes angeboten werden, kann einen wichtigen Beitrag leisten.

5. GMK und SMK prüfen gemeinsam die Entwicklung nationaler Bewegungsempfehlungen.

6. Auch auf EU-Ebene wurden gesundheitsfördernde körperliche Aktivitäten mit Ratsschlussfolgerungen (Health Enhancing Physical Activity - HEPA) initiiert. Vor diesem Hintergrund sollen Fördermöglichkeiten aus dem EU-Förderprogramm „Erasmus+“ geprüft werden.

Tipps

Dr. Herbert Dierker von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin ist seit 2008 Vorsitzender der "Arbeitsgruppe Sport und Gesundheit". Zusätzlich ist er Mitglied in der Expertengruppe Health Enhancing Physical Activity (HEPA) der EU Kommission und vertritt dort die Länderinteressen. Lesen Sie zum gemeinsamen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) und der Sportministerkonferenz (SMK) der Länder das Interview mit Herbert Dierker zum Thema Sport und Gesundheit.

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