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Bio für Anfänger

Mit einem Umsatzanteil von rund 30 Prozent ist Deutschland der mit Abstand größte Biomarkt in Europa. Hier die besten Tipps für Einsteiger.

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Hand, die Tomaten auf einem Feld pflückt
Bioware wie Tomaten aus ökologischem Anbau liegt im Trend. Bild: spectral-design/fotolia

Ob bei Milchprodukten, Fleisch, Gemüse oder Brotaufstrichen - Bio liegt weiter voll im Trend. Im Jahr 2014 haben die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher für Biolebensmittel und -getränke insgesamt rund 7,91 Milliarden Euro ausgegeben. Das sind rund 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Deutschland zählt zu den größten europäischen Bio-Produzenten in Europa. Mit einem Umsatzanteil von rund 30 Prozent ist es aber auch der mit Abstand größte Biomarkt in Europa. Tatsache ist, dass die hohe Nachfrage bei vielen Biowaren - auch abseits von Kaffee und Bananen - nur mit Erzeugnissen aus dem Ausland gedeckt werden. Der wachsende Biomarkt eröffnet somit neue Chancen für die deutschen Biobauern.

IN FORM Tipps für Bio-Einsteiger

Wer sich für Bioqualität entscheidet, hat meistens gute Gründe, wie Geschmacksvorlieben, Klimaschutz oder Tierschutz. Doch was unterscheidet Bioprodukte von konventionell erzeugter Ware? Hier die wichtigsten Tipps für Bio-Einsteiger:

Die Begriffe „Bio“ oder „Öko“ sind inzwischen gesetzlich geschützt. Das deutsche Bio-Siegel und das EU-Öko-Logo kennzeichnen Lebensmittel, die nach den Kriterien der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert wurden. Im ökologischen Landbau werden Tiere artgerecht gehalten und gefüttert, Nahrungspflanzen umweltschonend produziert und Lebensmittel schonend verarbeitet.

Ökologisch angebaute Früchte und Gemüsesorten sind teilweise kleiner als konventionell erzeugte Lebensmittel. Auch geschmacklich können Bioprodukte teilweise von herkömmlichen abweichen. Wer an Geschmackverstärker und künstliche Aromastoffen gewöhnt ist, wird sich bei Bioprodukten geschmacklich umstellen.

Preislich liegen Bio-Lebensmittel meist über den konventionell erzeugten Waren. Der Grund liegt in der Produktionsweise von Bio-Lebensmitteln. Die Grundsätze des Biolandbaus verbieten beispielsweise die Verwendung vieler Mineraldünger. Ackerflächen werden nicht durch chemisch-synthetische Mittel, sondern auf mechanischem Weg unkrautfrei gehalten, oft sogar per Hand. Dies bedeutet für die Erzeuger einen höheren Arbeitsaufwand, der sich oftmals im Preis niederschlägt.

Biobauern verzichten außerdem auf synthetische Pflanzenschutzmittel. Dadurch wird sichergestellt, dass Bioprodukte möglichst wenig schädliche Rückstände enthalten und dass gleichzeitig die Umwelt geschont wird. Auch dies wirkt sich auf den Preis aus, da die Erträge geringer ausfallen als bei konventionellen Großbetrieben.

Tiere müssen artgerecht gehalten werden, deren Produkte (z.B. Fleisch, Milch, Eier) das Biosiegel tragen. So halten Biobauern pro Fläche weniger Tiere, als dies in konventioneller Landwirtschaft der Fall ist. Des Weiteren werden Tierrassen eingesetzt, die langsamer wachsen. Im Biolandbau geht es nicht darum, dass die Tiere so schnell wie möglich das Schlachtgewicht erreichen. All das sind gute Gründe, weshalb sich immer mehr Verbraucher für Bio-Lebensmittel entscheiden.

Bio-Lebensmittel sind trotzdem nicht nur etwas für den großen Geldbeutel. Mit ein paar Tricks kann jeder auf Bio umsteigen:

  • Auf Angebote achten; Bio-Brot vom Vortag ist meist günstiger.
  • Saisonales Obst und Gemüse ist meist preiswerter als Produkte außerhalb der Saison.
  • Größere Packungen sind meist günstiger als sogenannte Single-Verpackungen.
  • Grundnahrungsmittel wie Nudeln oder Reis sind auch in Bio-Qualität relativ preiswert erhältlich.

Wo kaufen die Deutschen am liebsten Bio ein?

Zu Verschiebungen kam es auch bei den Marktanteilen der einzelnen Verkaufsstätten. Den größten Zuwachs verzeichneten im Jahr 2014 Naturkostfachgeschäfte und größere Hofläden mit einem Plus von 9 Prozent. Der Zuwachs im Lebensmitteleinzelhandel fiel mit 4 Prozent leicht unterdurchschnittlich aus. Dennoch machen die Supermärkte, Discounter und Drogerien mit 53 Prozent nach wie vor den größten Umsatz. Einbußen verzeichneten vor allem die "sonstigen Verkaufskanäle", zu denen Bäckereien, Metzgereien, Fachgeschäfte für Obst und Gemüse, Wochenmärkte, kleinere Hofläden, Abo-Kisten, Versandhandel, Tankstellen und Reformhäuser zählen.

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