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BMEL-Ernährungsreport 2020

Die wichtigsten Ergebnisse der jährlichen forsa-Befragung zu Ess- und Einkaufsgewohnheiten in Deutschland. Aufgrund der aktuellen Situation hat das BMEL die Umfrage um eine Zusatzbefragung "Ernährung in der Corona-Krise" ergänzt.

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Junges Paar in einer Küche
Der Geschmack ist für die meisten Befragten laut dem BMEL-Ernährungsreport 2020 das wichtigste Kriterium beim Einkauf von Lebensmitteln. Gerade in der Corona-Krise wird mehr zu Hause gekocht - hoffentlich ist die Kochbegeisterung von Dauer. Bild: NDABCREATIVITY/stock.adobe.com

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa von Dezember 2019 bis Januar 2020 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren telefonisch zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – bereits zum fünften Mal seit 2015.

Zusätzlich hat forsa im April 2020 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger in einer repräsentativen Umfrage gefragt, welchen Einfluss die Corona-Krise auf ihr Einkaufs-, Koch- und Essverhalten hat.

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Alle Ergebnisse können Sie nachlesen in der Broschüre "Deutschland, wie es isst – der BMEL-Ernährungsreport 2020" (PDF 474 KB, barrierearm).

Der Ernährungsreport 2020 – die wichtigsten Erkenntnisse

Geschmack ist beim Einkauf ausschlaggebend

  • 98 Prozent der Befragten ist wichtig, dass es schmeckt.
  • Es herrscht Vielfalt auf den Tellern.
  • Gemüse und Obst sind bei 70 Prozent der Befragten täglicher Spitzenreiter.
  • Milchprodukte werden von 64 Prozent täglich konsumiert.
  • Bei Fleisch und Wurstwaren liegt der tägliche Konsum bei 26 Prozent. Das ist rückläufig.
  • Neu ist: Über die Hälfte der Befragten, 55 Prozent, bezeichnen sich als Flexitarier, also Fleischesser, die gelegentlich bewusst auf Fleisch verzichten.
  • Die Zahl der Vegetarier (5 Prozent) und Veganer (1 Prozent) in Deutschland ist gleich geblieben.

Ernährung soll gesund sein

  • Für 90 Prozent der Befragten muss Essen gesund sein.
  • Dabei wird auch auf den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten vermehrt geachtet: 86 Prozent befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.

Deshalb hat das Bundesernährungsministerium Verbände der Lebensmittelwirtschaft im Rahmen der Reduktions- und Innovationsstrategie erstmals dazu verpflichtet, die Gehalte von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu senken. Erste Erfolge sind wissenschaftlich belegt. Zudem hat die Bundesministerin entschieden, den Nutri-Score als erweitertes Nährwertkennzeichen auf der Vorderseite von Verpackungen in Deutschland einzuführen.

Staatliches Tierwohlkennzeichen gefordert

  • 81 Prozent der Befragten begrüßen ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen.
  • Für mehr Tierwohl wären Verbraucher bereit, mehr zu zahlen.
  • 45 Prozent gaben an, bereit zu sein, sogar bis zu 15 Euro pro Kilo mehr zu zahlen.

Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung zeigen Wirkung

Die Konsumenten sind bei der Wertschätzung von Lebensmitteln und Ressourcenverschwendung sensibler geworden: 91 Prozent der Befragten verlassen sich auf ihre Sinne und prüfen ein Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums und werfen es nicht direkt weg. 2016 taten dies nur 76 Prozent.

Fazit der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: "Der Bericht zeigt, dass unsere politischen Schwerpunkte die Themen sind, die den Verbrauchern wichtig sind: vom Tierwohl über transparente Kennzeichnung und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bis hin zu Regionalität und ausgewogener Ernährung. Ernährung wird bewusster gelebt."

Zentrale Ergebnisse der Zusatzbefragung "Ernährung in der Corona-Krise"

  • Für 39 Prozent der Befragten hat durch Corona die Bedeutung der Landwirtschaft nochmals zugenommen.
  • Besonders hoch fällt dieser Zuwachs bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus: Fast die Hälfte misst der Landwirtschaft eine höhere Bedeutung zu (47 Prozent).
  • 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der Corona-Krise mehr kochen, als zuvor.
  • 28 Prozent der Befragten nehmen Mahlzeiten häufiger als zuvor gemeinsam ein.
  • Beim Kochen werden mehr frische Zutaten verwendet.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner dazu: "Nur sechs Prozent nutzen die klassischen Lieferangebote und nur acht Prozent die etablierten Lieferdienste häufiger für fertige Mahlzeiten. Allerdings nehmen 21 Prozent der Befragten für den Einkauf von Lebensmitteln oder fertigen Mahlzeiten häufiger als zuvor Lieferangebote der örtlichen Gastronomen in Anspruch. Das ist auch ein Zeichen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Denn unsere Gastronomie ist Teil unserer Ernährungskultur, sie spiegelt regionale Besonderheiten und Identität wider. Ob die neue Kochbegeisterung von Dauer sein wird oder lediglich den Einschränkungen in der Corona-Pandemie geschuldet ist, werden wir erst später beurteilen können."
 

 

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