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BMEL-Ernährungsreport 2021

"Deutschland, wie es isst" - unter diesem Motto steht der Ernährungsreport des Bundesernährungsministeriums vom Mai 2021. Die wichtigsten forsa-Ergebnisse und der Report zum Herunterladen hier.

Zum Thema Ernährung Lebensmittel Für die Zielgruppe Allgemein

Junges Paar in einer Küche
Bild: NDABCREATIVITY/stock.adobe.com

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat am 19. Mai 2021 den Ernährungsreport 2021 vorgestellt. Jährlich beleuchtet die repräsentative Umfrage des Bundesministeriums die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen. Sie wird von dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt.

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Alle Ergebnisse können Sie nachlesen in der Broschüre "Deutschland, wie es isst – der BMEL-Ernährungsreport 202!"

Dazu erklärt Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: „Essen ist lebenswichtig, es beschäftigt uns jeden Tag – auch, weil es um unsere Gesundheit geht. Dabei wird den Bürgerinnen und Bürgern wichtiger, wo ihre Lebensmittel herkommen und welche Auswirkungen ihr Konsum hat. Gleichzeitig ist Essen Genuss. Wie auch in den vergangenen Jahren ist den Befragten am wichtigsten, dass das Essen gut schmeckt. Besonders hervorzuheben ist zudem, dass 83 Prozent der Befragten in die Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland vertrauen: ein Anstieg von neun Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt bestätigt der Report, dass wir mit unseren ernährungspolitischen Maßnahmen unser gestecktes Ziel erreichen: es für alle möglichst einfach zu machen, sich gesund zu ernähren.“

Die Bundesministerin verwies hier auf die Ergebnisse des Reports zum Nutri-Score, den sie in Deutschland eingeführt hat. Die Zahlen zeigten, dass dieser von den Verbrauchern schnell wahrgenommen und gut angenommen werde. Auch auf Seiten der Unternehmen sehe man eine hohe Dynamik: Bereits 177 deutsche Unternehmen mit 326 Marken haben sich für die Verwendung des Nutri-Score registriert.

 

Kernergebnisse

Ernährung soll gesund sein – dafür ist der Nutri-Score ein Baustein

  • Für 91 Prozent der Befragten muss Essen gesund sein.
  • Bei 45 Prozent derjenigen, die den Nutri-Score schon einmal auf der Verpackung wahrgenommen haben, beeinflusste die Bewertung ihre Entscheidung zum Einkauf – und das, obwohl das Kennzeichen erst zwei Monate vor der Befragung in Deutschland eingeführt wurde.
  • Auch auf den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten wird vermehrt geachtet: 83 Prozent befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.

„Die Reduktion von Zucker, aber auch von Fetten und Salz, setzen wir mit unserer Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie bereits um. Und wissenschaftliche Überprüfungen haben gezeigt: Zahlreiche Fertigprodukte sind gesünder geworden“, so Julia Klöckner.

Lebensmittel aus der Region sind gefragt

Regionale Herkunft spielt mit 82 Prozent weiter eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Lebensmittel. 

  • Die Regionalität von Produkten ist den Befragten mit jeweils 86 Prozent besonders bei frischem Obst, Gemüse und Eiern wichtig.
  • Bei Brot und Backwaren sind es 83 Prozent, bei Fleisch und Wurstwaren 78 Prozent und bei Milchprodukten 71 Prozent.
  • 68 Prozent achtet beim Einkauf auf die vom Ministerium eingeführte Kennzeichnung „Regionalfenster“.

Julia Klöckner: „Es gibt hohe gesellschaftliche Erwartungen an die Landwirtschaft. Das zeigen auch die Ergebnisse unseres Reports – mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Tierwohl. Deswegen setzen wir den politischen Rahmen für eine wettbewerbsfähige und gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft, in Deutschland und auch in Europa. Denn: Regionale Produkte setzen regionale Landwirtschaft voraus – also die Bauern um die Ecke.“

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit sei zudem erfreulich, dass fast 90 Prozent der Verbraucher abgelaufene Produkte darauf überprüfen, ob sie doch noch genießbar sind. 2016 waren das noch 67 Prozent. „Das zeigt: Die Aufklärungsarbeit, die mein Ministerium unter anderem mit der Initiative ‚Zu gut für die Tonne!‘ im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung leistet, trägt Früchte. Hier werden wir nicht nachlassen, denn jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel“, so Julia Klöckner.

Fleischkonsum geht zurück – Tierwohl gewinnt an Bedeutung

  • 86 Prozent der Befragten wäre ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen wichtig oder sehr wichtig.
  • Für mehr Tierwohl wären Verbraucher weiter bereit, mehr zu zahlen.
  • Der Verzehr von Fleisch und Wurst nimmt beim täglichen Konsum mit 26 Prozent ab (2015: 34 Prozent).
  • 10 Prozent bezeichnen sich als Vegetarier, 2 Prozent als Veganer. 88 Prozent der Befragten verzichten also nicht auf Fleisch.
  • Der Hauptgrund für den Kauf vegetarischer oder veganer Alternativprodukte ist Neugier – 71 Prozent der Befragten nennen diesen Grund. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 83 Prozent.
  • Insgesamt kann man sagen: Die Akzeptanz von vegetarischen oder veganen Alternativen ist sehr stark altersabhängig. Jüngere greifen öfter zu. 74 Prozent der Verbraucher über 60 Jahre geben dagegen an, noch nie solche Produkte eingekauft zu haben.

Julia Klöckner: „Die Ergebnisse zeigen, Verbraucher legen Wert auf artgerechte Haltung und der tägliche Fleisch-Konsum geht zurück. Das passt auch zu meiner klaren Haltung: lieber etwas weniger und hochwertigeres Fleisch als häufig billiges.“

Ernährung und Einkauf Corona-Zeit wird mehr gekocht

  • Deutlich mehr Menschen kochen jeden Tag selbst: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) kocht täglich (2020: 39 Prozent).
  • Zwei von drei Verbrauchern holen sich dabei ihre Rezeptideen am liebsten aus dem Internet – aus Kochbüchern rund die Hälfte. Ein Viertel greift auf Apps zurück.
  • Vor allem Jüngeren stehen täglich fast doppelt so häufig in der Küche: Bei den 14-18-Jährigen gaben 2018 noch 22 Prozent an täglich zu kochen, nun sind es 39 Prozent.
  • Mit 56 Prozent kaufen zudem mehr als die Hälfte der Verbraucher Lebensmittel auf Vorrat ein.

Hintergrund

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa von Januar bis Februar 2021 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren telefonisch zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – bereits zum sechsten Mal seit 2015. Die wichtigsten Ergebnisse sind im Ernährungsreport 2021 zusammengefasst.