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BMEL-Ernährungsreport 2019: Essen soll gut schmecken und gesund sein

Darauf kommt es den Menschen in Deutschland an: Die wichtigsten Ergebnisse der jährlichen forsa-Befragung zu Ess- und Einkaufsgewohnheiten im BMEL-Ernährungsreport.

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Holzbrett mit aufgeschnittenem Rollbraten
BMEL-Ernährungsreport 2019: Ob Fleischgerichte, Pasta oder Gemüse - Essen soll gut schmecken und gesund sein. Bild: exclusive-design/stock.adobe.com

Schmecken soll das Essen, und möglichst gesund soll es auch sein. Das sind die beiden wichtigsten Ergebnisse des BMEL-Ernährungsreports „Deutschland, wie es isst“, den das Bundesernährungsministerium kurz vor der Grünen Woche 2019 vorgelegt hat. Wie bereits in den vergangenen vier Jahren hatte das forsa-Institut auch diesmal wieder 1.000 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren stellvertretend für alle Menschen in Deutschland zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt.

"Der Report liefert eine gute und wichtige Datengrundlage. Er zeigt auf, was bei uns auf den Tisch kommt, was den Bürgerinnen und Bürgern bei Lebensmitteln und Ernährung wichtig ist, wie sich Prioritäten im Laufe der Zeit gegebenenfalls ändern, welche Rolle Preise und Kalorien spielen", so Bundesernährungsministerin Julia Klöckner bei der Vorstellung des diesjährigen Ernährungsreports gemeinsam mit forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner in Berlin.

Neben Geschmack und Gesundheit spielen die Qualität und Nachhaltigkeitsaspekte eine große Rolle. Siegel, wie etwa das "Bio-Siegel" oder ein geplantes staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen, erleichtern die Orientierung und schaffen Vertrauen.

Unterschiede zeigen sich zwischen den Generationen: Ältere nehmen sich mehr Zeit zum Kochen, essen aber auch häufig auswärts. Essen auf Rädern kennen die allermeisten, aber nur sechs von zehn über 60-Jährigen kennen sogenannte Mittagstischangebote für Senioren. Lieferdienste spielen für Ältere allerdings kaum eine Rolle. Hier sind es vor allem die 14- bis 29-Jährigen, die sich Essen ins Haus bringen lassen. Von ihnen lässt sich jeder Zehnte mindestens einmal in der Woche beliefern.

Für den Ernährungsreport wurden Menschen nicht nur nach ihren aktuellen Gewohnheiten befragt, sondern auch mit Blick auf die Zukunft. Bei Nahrungsmitteln auf Insektenbasis, verstehen Frauen allerdings keinen Spaß: Während 40 Prozent der befragten Männer sich diese proteinreiche Nahrungsquelle vorstellen können, sind es bei Frauen gerade einmal halb so viele (22 Prozent).

Hinweis

Alle Ergebnisse können Sie in der 30seitigen Broschüre "Deutschland, wie es isst – der BMEL-Ernährungsreport 2019" nachlesen. 

Der Ernährungsreport 2019 – die wichtigsten Erkenntnisse

Lecker und gesund

Für 99 Prozent der Befragten kommt es beim Essen auf den Geschmack an. Und gesund soll das Essen auch sein – das ist Frauen mit 94 Prozent noch wichtiger als Männern mit 88 Prozent.

Kochen auf die Schnelle

Knapp drei Viertel (74 Prozent) aller Deutschen haben Spaß am Kochen, aber nur noch 40 Prozent stehen täglich selbst am Herd. Der Außer-Haus-Verzehr in Kitas, Schulen, Betrieben, Restaurants etc. hat deutlich zugenommen. Gewünscht ist eine einfache Zubereitung (48 Prozent), 36 Prozent achten auf die Kalorien, für 32 Prozent ist der Preis am wichtigsten.

Lieblingsessen

Zu den Leibspeisen zählen Fleischgerichte wie Braten, Schnitzel oder Gulasch (ein Drittel der Befragten) und Nudeln in allen Variationen (17 Prozent). Immerhin jeder zehnte Zehnte nennt aber auch einen Salat oder ein Gemüsegericht.

Gesunde Ernährung

91 Prozent der Befragten ist gesundes Essen wichtig. Das zeigt sich auch im Essverhalten: Fast zwei Drittel aller Befragten nehmen täglich Obst, Gemüse und Milchprodukte zu sich. 6 Prozent ernähren sich vegan oder vegetarisch. Fleisch- und Wurstwaren kommen allerdings bei 28 Prozent jeden Tag auf den Tisch.

Einkaufs- und Konsumverhalten

Bewusster Konsum, auch beim Einkauf von Lebensmitteln, liegt offenbar im Trend: Mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher achtet auf Zuckermenge und Fettanteil. Lieferdienste spielen bei Lebensmitteln derzeit noch eine eher untergeordnete Rolle. Auf dem Land gaben nur 7 Prozent der Befragten an, sie bislang in Anspruch genommen zu haben. In Großstädten und bei jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern liegt der Anteil hingegen bei 15 Prozent.

Orientierung und Nachhaltigkeit gefragt

Tierschutz ist den meisten Befragten ebenfalls wichtig. So wünschen sich beispielsweise über 80 Prozent ein staatliches Tierwohlkennzeichen. Ebenso viele Menschen halten weniger Lebensmittelverschwendung für wichtig, um die Versorgung der stetig wachsenden Weltbevölkerung zu sichern. Dass der Fleischkonsum hier eine große Rolle spielt, ist den Verbraucherinnen und Verbrauchern bewusst: Drei Viertel meinen, dass ein geringerer Fleischkonsum der richtige Weg sei.

Hintergrund

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Oktober und November 2018 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – die 4. Untersuchung seit 2015. Die wichtigsten Ergebnisse über Deutschland, wie es isst, sind im Ernährungsreport 2019 zusammengefasst.