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Der Schulgarten - Lernen in der Natur

Entdecken, Beobachten und Staunen – der Schulgarten ist ein idealer Ort, um Kindern Naturphänomene und die Herkunft von Lebensmitteln nahe zu bringen.

Zum Thema Bewegung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Der Schulgarten. Bildquelle: Jan Reichel/fotolia

Die Schüler/innen begeistern sich für den "Unterricht im Freien", bei dem sie aktiv sein und Verantwortung übernehmen können. Rund 40 Prozent der allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg haben die Faszination eines Schulgartens bereits erkannt. 2014 hat das Land Baden-Württemberg 175 Schulen ausgezeichnet, die sich an der Schulgarteninitiative "Lernen für die Zukunft - Gärtnern macht Schule" beteiligt haben.

Das Potential eines Schulgartens nutzen

Das Erlebnis Gärtnern fördert bei Kindern Zusammenhänge in der Natur zu verstehen, sich mit der biologischen Vielfalt auseinanderzusetzen und Lebensmittel wertzuschätzen. Die Tätigkeiten im Schulgarten stärken die Entwicklung von zahlreichen Kompetenzen für ein nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln. Der Schulgarten ist ein Ort für fächerübergreifendes Lernen mit vielen Bezügen zum Bildungsplan und dazu eine willkommene Abwechslung zum Unterricht im Klassenzimmer. Das gemeinsame Anlegen und Gestalten der Anlage fördert die Kommunikation, Kreativität und die Kooperationsfähigkeit und begünstigt die Grob- und Feinmotorik der Kinder. Obst, Gemüse und Kräuter selbst anzubauen und zu ernten schafft Erfolgserlebnisse. Gemeinsam etwas daraus zuzubereiten und zu genießen stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Schüler/innen erleben Gesundheitsförderung und Ernährungsbildung ganz unmittelbar.

Vom Hochbeet bis hin zum Gewächshaus – individuelle Möglichkeiten

Je nach Voraussetzungen an der Schule sind verschiedenste Möglichkeiten denkbar. Stehen die nötigen örtlichen Gegebenheiten zur Verfügung, kann eine ausgedehnte Schulgartenanlage mit Arbeitsbeeten, Obstbäumen und Beerensträuchern, Gewächshaus, Biotop, Komposthaufen und Nistkästen angelegt werden. Solch eine Anlage benötigt eine intensive Betreuung und Pflege. Es gibt jedoch auch eine Reihe von Möglichkeiten, die nicht so aufwändig sind und wenig Platz benötigen. So haben auch städtische Schulen mit einem kleinen Schulgelände Möglichkeiten die Schulgartenarbeit aufzunehmen. Das „Urbane Gärtnern“ liegt voll im Trend. Das Bauen von Hochbeeten oder das Ziehen von Gemüse und Kräutern in Töpfen benötigt nicht viel Platz. Oder möglicherweise können Flächen von potentiellen Kooperationspartnern in der Nähe genutzt werden, beispielsweise von einem Kindergarten, Seniorenheim oder Kleingartenverein.

Tipps für die Praxis

Vor dem Anlegen eines Schulgartens sollten Sie ein paar Dinge beachten:

  • Das Vorhaben muss vom Lehrerkollegium und der Schulleitung mitgetragen werden. Für fachlichen Input können Sie Gartenbauverbände um Unterstützung bitten. Erstellen Sie gemeinsam ein Konzept.
  • Beteiligen Sie die Schüler/innen bei der Planung des Schulgartens. Wenn sie Ihre Ideen mit einbringen können, steigert das die Motivation für das spätere Wirken im Schulgarten.
  • Der Schulgarten benötigt auch in den Ferien Pflege. Schüler/innen, Eltern, Großeltern oder andere Partner können hier unterstützen. Eine geschickte Terminierung von Aussaat und Pflanzung sorgt dafür, dass die Ernte nicht in die Sommerferien fällt.
  • Feiern Sie Ihre Erfolge. Beispielsweise bei Schulfesten können Sie den Schulgarten einbinden und dafür werben. Laden Sie die Kooperationspartner, Helfer/innen und Vertreter/innen der Gemeinde und der lokalen Presse ein.

Umsetzungshilfen bietet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Form von Broschüren zum Thema Umwelterziehung und Nachhaltigkeit – Fächer verbindendes Arbeiten im Schulgarten für die Sekundarstufe zum Download und als Broschüren an:

Heft 1

Heft 2

Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum http://www.ernaehrung-bw.info

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