Wissen

Empfehlungen für ein stillfreundliches Deutschland

Diese Woche ist Weltstillwoche. Sie macht weltweit mit Kampagnen auf den Schutz, die Förderung und die Unterstützung des Stillens aufmerksam. Passend dazu: die neuen Handlungsansätze des Netzwerks "Gesund ins Leben".

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Stillende Mutter
Pünktlich zur Weltstillwoche 2019 hat das Netzwerk "Gesund ins Leben" Handlungsansätze aus dem Forschungsvorhaben "Becoming Breastfeeding Friendly (BBF)" herausgegeben. Bild: Okzana Kuzmina/stock.adobe.com

In über 120 Ländern findet seit 1991 jährlich die Weltstillwoche statt, in Deutschland beispielsweise immer in der 40. Kalanderwoche. Die Weltstillwoche macht weltweit mit Kampagnen auf den Schutz, die Förderung und die Unterstützung des Stillens aufmerksam. Jetzt hat das Netzwerk "Gesund ins Leben" im Forschungsvorhaben "Becoming Breastfeeding Friendly" Handlungsansätze zur Stillförderung veröffentlicht.

Link

Mehr zum Projekt BBF und den Handlungsansätzen im IN FORM Beitrag "So wird Deutschland stillfreundlich"

 

Muttermilch ist unnachahmlich und Stillen unbestritten die bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Forschung rund um das Stillen deutlich zugenommen und gezeigt, dass Stillen die Gesundheit von Mutter und Kind kurz-, mittel- und langfristig schützt.

Experten: Stillen – die natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Babys

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Neben der gut belegten gesundheitlichen Bedeutung für Mutter und Kind spricht auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie vieles für das Stillen. Trotz dieser bekannten positiven Auswirkungen stagnieren die Stillquoten in Deutschland in den vergangenen Jahren. Auch im internationalen Vergleich liegt Deutschland im unteren Bereich.

Die Situation in Deutschland

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Die gesundheitliche Bedeutung für Mutter und Kind ist gut belegt. Auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie spricht vieles für das Stillen.

Dennoch stillen in Deutschland nur rund zwei Drittel der Mütter ihre neu geborenen Säuglinge ausschließlich – in den folgenden Monaten sinkt diese Zahl deutlich. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen werden seltener und kürzer gestillt. Sie profitieren daher weniger vom gesundheitlichen Nutzen des Stillens. Das gilt ebenso für Kinder von jungen Müttern und von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben. Frauen und junge Familien begegnen offensichtlich noch nicht überall einem stillfreundlichen Umfeld.

Neue Empfehlungen zur Stillförderung

Frauen und ihr soziales Umfeld müssen auf allen Ebenen der Gesellschaft stillfreundliche Bedingungen vorfinden. Den Weg dahin weisen neue Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland aus dem Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly (BBF).

In BBF wurde ab September 2017 eine systematische Bestandsaufnahme zum Stand der Stillförderung in Deutschland vorgenommen. Dazu recherchierte eine Kommission aus Expertinnen und Experten aus Politik, Praxis, Wissenschaft und Medien Informationen zu allen wichtigen Handlungsfeldern der Stillförderung und analysierte die Daten systematisch auf der Grundlage von 54 internationalen BBF-Bewertungskriterien.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liegen nun als kostenlose Print-Veröffentlichung vor: "Empfehlungen für ein stillfreundliches Deutschland – Handlungsansätze des Forschungsprojektes Becoming Breastfeeding Friendly". Dazu gibt es noch ein Faktenblatt, das den gesamten BBF-Prozess kurz und kompakt zusammenfasst. Beides hat das Netzwerk "Gesund ins Leben" im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erstellt.

Weitere Inhalte zum Thema Ernährung für die Zielgruppe