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Gesunde Belegschaft: In sechs Schritten zum Erfolg

So schaffen Sie in Ihrem Unternehmen die richtigen Strukturen für ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Vier junge Leute beim Tischfußball, eine fünfte Frau schaut zu
Ideal für die bewegte Pause: Kickern. Bild: WavebreakMediaMicro / stock.adobe.com

Die Unfallkasse des Bundes hat einen Leitfaden entwickelt, der Ihnen dabei hilft, den für Sie und Ihren Betrieb richtigen Weg zu mehr Gesundheit zu finden. In sechs Schritten wird darin die Einführung und Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements beschrieben.

Hinweis

Der Beitrag ist eine Kurzfassung der Broschüre der Unfallkasse des Bundes. Die Langfassung hier zum Herunterladen.

Schritt 1: Ziele & Strategien

Legen Sie anhand von Zielen fest, warum Sie betriebliches Gesundheitsmanagement einführen wollen. Orientieren Sie die Ziele an den strategischen Zielen in Ihrem Haus. Ziele im betrieblichen Gesundheitsmanagement können in harte und weiche Zielkriterien unterschieden werden.

Beispiele für harte Zielkriterien: Fluktuation, Frühberentung, Berufskrankheiten, Unfallstatistiken, Fehlzeiten, Produktivität, Qualität.

Beispiele für weiche Zielkriterien: Mitarbeiterzufriedenheit, Wohlbefinden, Motivation, Identifikation, Betriebsklima.

Schritt 2: Strukturen schaffen

Führen Sie die innerbetrieblichen Bereiche zusammen, die Einfluss auf die Gestaltung der Arbeit haben und gründen Sie ein Steuerungsgremium z.B. als Gesundheitszirkel. Dabei hat es sich als sinnvoll erwiesen, dieses Team möglichst „bunt“ zusammenzusetzen aus:

  • Leitung/Führung/Management
  • Eine für das BGM verantwortliche Person
  • Arbeitsschutz
  • Personalabteilung
  • Personalrat
  • Betriebsärztin oder -arzt
  • Vertreterinnen und Vertreter der Beschäftigten

Tipp: Wenn Sie ein kleines Unternehmen sind müssen Sie nicht unbedingt ein eigenständiges Steuerungsgremium schaffen. Sie können auch regelmäßige Sitzungstermine nutzen, in die Sie das Thema einbinden. Vielleicht finden Sie auch befreundete Unternehmen in räumlicher Nähe, mit denen Sie das Thema gemeinsam angehen können!

Schritt 3: Situation analysieren

Bestimmen Sie mit einer gesicherten Analyse, wo Ihr Betrieb steht. Grundsätzlich lassen sich vier Analyseverfahren unterscheiden:

  1. quantitative objektive Verfahren (Fehlzeitenanalyse, Altersstrukturanalyse, Unfallstatistiken, Gesundheitsbericht der GKV)
  2. qualitative objektive Verfahren (Gefährdungsbeurteilungen, Arbeitsplatzanalysen, arbeits-medizinische Untersuchungen)
  3. quantitative subjektive Verfahren (Mitarbeiterbefragung)
  4. qualitative subjektive Verfahren (Gesundheitszirkel mit Mitarbeitern und Führungskräften, Einzelinterviews)

Schritt 4: Feinziele festlegen

Lassen Sie nach der Analyse Ihre Ziele nicht aus den Augen. Bewerten und priorisieren Sie den Handlungsbedarf, der sich aus der Analyse ergeben hat, unter Berücksichtigung Ihrer Ziele.

Zudem empfiehlt es sich Kennzahlen festzulegen, um später den Erfolg Ihrer Gesundheitsmanagementmaßnahmen bewerten zu können. Als Kennzahlen eignen sich bspw. die Teilnahmequote bei BGF-Angeboten, die Mitarbeiterzufriedenheit, die Unfallquote, die Fluktuationsquote oder einige ausgewählte Produktivitätskennzahlen, und im mittel- bis langfristigen Evaluationsbereich auch der Krankenstand bzw. der Aufwand für die Entgeltfortzahlung.

Schritt 5: Maßnahmen entwickeln und umsetzen

Leiten Sie Ihre Maßnahmen auf Grundlage Ihrer gesicherten Analyseergebnisse und Ihrer Ziele ab. Grundsätzlich lassen sich Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement in die zwei Säulen Verhältnis- und Verhaltensprävention einteilen.

Arbeitgeber schafft optimale Rahmenbedingungen (Verhältnisprävention):

  • Kultur/ Werte
  • Arbeitsorganisation
  • Arbeitsaufgabe
  • Arbeitsplatz/-umfeld
  • Arbeitsmittel/-stoffe
  • gesunde Führung
  • Unterstützungsprozesse

Arbeitnehmer werden miteingebunden (Verhaltensprävention) und:

  • informiert
  • motiviert
  • unterstützt
  • weitergebildet

Schritt 6: Evaluation & kontinuierliche Verbesserung

Eine systematische kontinuierliche Weiterentwicklung des BGM ist ohne Evaluation kaum möglich. Evaluieren Sie Ihr BGM möglichst auf drei Ebenen und nutzen Sie hierfür die in Schritt 4 festgelegten Kennzahlen:

Strukturqualität: Haben Sie die notwendigen Strukturen und Voraussetzungen geschaffen, um Ihre Ziele erreichbar zu machen?

Prozessqualität: Sind Ihre Aktivitäten reibungslos und wie geplant umgesetzt worden?

Ergebnisqualität: Haben Sie Ihre Ziele erreicht, bzw. wie hoch ist der Zielerreichungsgrad?

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