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Klettern, Bolzen, Toben!

Eine Umfrage belegt: Kinder bewegen sich in der Freizeit (zu) wenig. Lesen Sie, wie Sie Ihr Kind zu mehr Aktivität motivieren.

Zum Thema Bewegung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Kind auf Schaukel
Spielend in Bewegung, Bild: Gross / fotolia

Wie viel Zeit verbringen Kinder sitzend, statt sich zu bewegen? Dies untersuchte die Plattform Ernährung und Bewegung e. V. (peb) in ihrer Umfrage „Sitzender Lebensstil“.

Dazu hatte die peb 700 Mütter befragen lassen, deren Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind. Das Ergebnis: Mit zunehmenden Alter bewegen sich Kinder immer weniger – und bevorzugen Fernsehen, Computer&Co.

Klettern, Bolzen, Toben - Kinder brauchen kein Fitness-Studio, um aktiv zu sein. So verbringen laut Umfrage-Ergebnissen der peb Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren mehr als 70 Prozent ihrer Freizeit beim Spielen im Freien.

Doch mit zunehmenden Alter scheint der Spaß an der Bewegung nachzulassen. Immer häufiger verführen Spielekonsole, PC oder Fernsehen die Kinder dazu, drinnen in eine „Bewegungsstarre“ zu fallen. Für die Zehn- bis Zwölfjährigen sind Medien dann zur wichtigsten Beschäftigung geworden. Damit fehlt bereits Kindern dieser Altersklasse der wichtige Ausgleich zum ausdauernden Sitzen und dem zunehmenden Stress in der Schule.

Information

Hier können Sie sich über die Umfrage der peb informieren:

Pressemitteilung der peb vom 16. April 2012

Die Ergebnisse der Umfrage im Überblick

Warum Bewegung und Sport?

Besonders im Kindesalter werden wichtige Verhaltensmuster geprägt, so auch die Vorliebe für ein bewegtes Leben. Erleben Kinder, wie viel Spaß beispielsweise das gemeinsame Fußballspiel mit Freunden macht, werden sie auch in späteren Lebensjahren meist aktiver leben.

Schon im Alltag der Kinder macht es sich bezahlt: So beugt Bewegung Übergewicht, Gelenkproblemen und Rückenschmerzen vor. Bewegungsanreize, wie Kinder sie beim aktiven Spielen erleben, schulen das Körpergefühl. Darüber hinaus können sich aktive Kinder meist deutlich besser konzentrieren; auch trainieren sie die Wahrnehmung. Dieses kommt ihnen etwa beim Lernen zu Gute. 

Was können Eltern erreichen?

Bewegung macht Kinder süchtig: nach Bewegung! Beobachten Sie Ihr Kind: Welche Art von Bewegung liegt ihm und macht ihm Spaß? Ermutigen Sie Ihr Kind, aktiv zu werden und etwa seinen Lieblingssport zu finden. Achten Sie dabei auf die Bedürfnisse Ihres Kindes; lassen sie es ausprobieren, was ihm Spaß macht.

Bereits im Alltag kann Ihr Kind aktiv sein. Wie wäre es etwa, mit dem Rad zur Schule zu fahren oder einen Fußweg einzuplanen? Und: Seien Sie selbst Vorbild. Ihr Kind lernt auch durch Nachahmung. Wenn Sie Freude an einer aktiven Lebensweise haben, wird auch Ihr Kind neugierig sein auf Bewegung und Sport.

Bewegt Euch! Eine Anleitung zu einem aktive(re)n Leben…

Tipps für mehr Bewegung

  • Seien Sie Vorbild: Wo können Sie (mehr) aktiv werden?
  • Schnitzeljagd, Spieletag im Park: Organisieren Sie für Ihr Kind und seine Freunde einen bewegten Nachmittag draußen. Gesunde Snacks wie Obst und Vollkornschnitten sowie ausreichend Trinken dürfen natürlich nicht fehlen.
  • Schnupperkurs im Sportverein: Ob Tischtennis, Karate, Schwimmen oder Ballett – erlaubt ist, was Ihrem Kind gefällt. Mit der Möglichkeit zum Probetraining kann Ihr Kind prüfen, ob es sich im Verein wohlfühlt.
  • Trendsport wie Street Dance, Slackline oder Ultimate Frisbee animieren meist auch Kinder und Jugendliche, denen klassische Sportarten zu „langweilig“ sind.
  • Aktiv in der Familie: Ob am Wochenende oder im Urlaub – unternehmen Sie gemeinsam etwas Spannendes. Wie wäre es mit einem Tag im Kletterpark oder einer Radtour zu einem Ziel der Wahl?
  • Beziehen Sie Ihr Kind ein: Planen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Route einer Wanderung; lassen Sie das Kind Vorschläge für gemeinsam aktive Wochenenden machen. Oder erlernen Sie gemeinsam eine Sportart!
  • Bringen Sie spielerisch Abwechslung in den Sport: Machen Sie doch mal eine Nachtwanderung, legen Sie sich ein neues Sportgerät zu, das Sie gemeinsam mit Ihrer Familie testen oder erfinden Sie mit Ihrem Kind eigene Bewegungsspiele oder eine Tanzchoreografie zur Lieblingsmusik.

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