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Lebensmittelzusatzstoffe

Sie süßen zuckerfreie Kaugummis, färben Erfrischungsgetränke und schützen Fertiggerichte vor frühzeitigen Verderb. Erfahren Sie hier mehr über Zusatzstoffe in Lebensmitteln.

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In vielen verarbeiteten Lebensmitteln stecken Lebensmittelzusatzstoffe. Bild: maxi/fotolia

Schwefeldioxid, Citronensäure, Mononatriumglutamat – drei von über 300 Zusatzstoffen, die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen. Die Lebensmittelindustrie kommt heute kaum noch ohne sie aus, denn ohne sie wäre das Lebensmittelangebot nicht so umfangreich.

Was sind Zusatzstoffe und warum werden sie benötigt?

Zusatzstoffe vereinfachen die Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln, verhindern einen frühzeitigen Verderb und beeinflussen den Geschmack, die Farbe oder die Konsistenz von Lebensmitteln. So sorgen Emulgatoren und Stabilisatoren in der Mayonnaise für den Zusammenhalt der Zutaten, die Chipstüte enthält Schutzgase, damit das Fett nicht verdirbt und ohne Farbstoffe wären die Gummibärchen nicht so schön bunt.

Hier eine Auswahl häufig verwendeter Zusatzstoffgruppen:

  • Konservierungsstoffe: Sie verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln, indem sie das Wachstum von Bakterien, Schimmelpilzen oder Hefen hemmen. Beispiele: Schwefeldioxid bei Trockenfrüchten und Wein, Benzoesäure bei Fischerzeugnissen, Natamycin auf behandelter Käserinde.
  • Antioxidationsmittel: Schützen Lebensmittelinhaltsstoffe wie Farbstoffe, Fette, Aromastoffe oder Vitamine vor einer Reaktion mit Luftsauerstoff. Beispiele: Ascorbinsäure in Obstkonserven, Citronensäure in Erfrischungsgetränken.
  • Geschmacksverstärker: Verstärken den Geschmack nach der Verarbeitung. Beispiele: Glutamate in Fertiggerichten, Fleischprodukten oder Würzen.
  • Süßstoffe: Ersetzen Zucker zum Süßen. Beispiele: Aspartam in zuckerfreiem Kaugummi, Natriumcyclamat in kalorienreduzierter Limonade.
  • Farbstoffe: Verbessern das Aussehen von Lebensmitteln. Beispiele: Beta-Carotin in Margarine, Zuckerkulör in Colagetränken
  • Verdickungsmittel: Sie erzeugen eine cremige Konsistenz oder machen wässrige Lösungen dickflüssig. Oft ersetzen sie Fette oder Zucker in Light-Produkten. Beispiele: Modifizierte Stärke im Pudding, Carragen in Eiscreme, Pektin in Soßen.

Wie erkennen Sie Zusatzstoffe?

Auf verpackten Lebensmitteln sind Zusatzstoffe in der Zutatenliste gelistet. Die Zutatenliste beginnt immer mit dem Wort "Zutaten" und ist oft sehr klein auf der Rückseite der Lebensmittelverpackung aufgedruckt. Die Zusatzstoffe sind entweder mit Funktionsklasse und der Bezeichnung des Zusatzstoffes genannt (Antioxidationsmittel Ascorbinsäure), oder mit Funktionsklasse und E-Nummer des Zusatzstoffs (Antioxidationsmittel E 300).

Für unverpackte Lebensmittel gibt es andere Kennzeichnungsvorschriften. Beim Bäcker, beim Schnellimbiss oder im Restaurant finden Sie Informationen zu verwendeten Zusatzstoffen in einem Zutaten-Buch, auf ausgehängten Listen oder in Speisekarten. Fragen Sie im Zweifel beim Personal nach. Was sind E-Nummern?

Jeder in der EU zugelassene Zusatzstoff hat eine eigene E-Nummer. Die Vergabe der E-Nummern erfolgt gemäß der Funktion des Zusatzstoffs. So tragen Farbstoffe E-Nummern von 100 bis 199 und Konservierungsstoffe Nummern von 200 bis 299. Einige Zusatzstoffe können mehrere Funktionen haben, wie die Essigsäure (E 260). Sie kann als Konservierungsmittel oder als Säuerungsmittel eingesetzt werden, trägt aber nur eine E-Nummer.

In der E-Nummern-Liste gibt es Nummern zwischen 100 und 1521, doch nicht alle Nummern sind vorhanden. Das liegt daran, dass Wissenschaftler regelmäßig Zusatzstoffe neu auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit bewerten. Falls ein Zusatzstoff nach einer Neubewertung verboten wird, fällt die E-Nummer weg und wird nicht mehr neu vergeben.

IN FORM Tipp: Eine aktuelle Liste aller zugelassenen Zusatzstoffe mit ihren E-Nummern finden Sie beim Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Verbraucherschutz .

E-Nummern-Finder als App

Der aid infodienst bietet eine kostenfreie App für Smartphones an, mit der Sie direkt im Supermarkt die Bedeutung von E-Nummern prüfen können.

Download im App-Store von Apple

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Wer sollte auf seine Zusatzstoffaufnahme achten?

Bevor ein Zusatzstoff zugelassen wird, muss er von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf seine gesundheitliche Unbedenklichkeit hin geprüft werden. Wer sich abwechslungsreich und vollwertig ernährt, braucht sich deshalb keine Sorgen über eine zu hohe Zusatzstoffaufnahme zu machen. Aufpassen sollten jedoch Personen, die sich sehr einseitig ernähren.

Vor allem Kinder, die regelmäßig viele zuckerfreie, mit Süßstoffen angereicherte Lebensmittel verzehren, können gesundheitlich bedenkliche Mengen an Süßstoffen aufnehmen. Süßstoffe sind in vielen Erfrischungsgetränken, Süßigkeiten, Light-Produkten und Diät-Lebensmitteln enthalten. Säuglinge sollten bis zum 6. Monate überhaupt keine Zusatzstoffe aufnehmen. Daher dürfen Säuglingsnahrungen und Beikost keine Zusatzstoffe enthalten. 

Probleme mit Zusatzstoffen

Magenkrämpfe und Durchfall, Hautausschläge oder Augenjucken, solche unspezifischen Symptome können viele Ursachen haben. Wer regelmäßig mit diesen Symptomen zu tun hat und den Auslöser nicht findet, sollte Zusatzstoffe als Verursacher in Betracht ziehen. Denn einige Menschen vertragen bestimmte Zusatzstoffe nicht und reagieren mit allergieähnlichen Symptomen auf sie.

Der Arzt kann herausfinden, ob die Zusatzstoffe tatsächlich etwas mit den Beschwerden zu tun haben. Es könnte sich um eine Allergie oder eine Pseudoallergie handeln. Doch keine Angst, die Symptome bessern sich schnell, wenn man den Verzehr dieser Zusatzstoffe einschränkt.

Wie können Sie Zusatzstoffe meiden?

Zusatzstoffe sind heute in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. Wer sich zusatzstoffarm ernähren möchte, sollte wenig verarbeitete Lebensmittel oder Bio-Lebensmittel einkaufen.

So können Sie sich zusatzstoffarm ernähren:

  • Kaufen Sie frische, wenig verarbeitete Lebensmittel.
  • Verzichten Sie auf Getränke und Produkte mit Süßstoffen.
  • Bereiten Sie Ihre Speisen möglichst selbst zu.
  • Nehmen Sie Bio-Produkte. Diese dürfen nur wenige Zusatzstoffe enthalten.
  • Wenn Fertigprodukte, dann mit wenigen Zusatzstoffen.

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