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Mehr Bewegung – weniger Unfälle

Kinder, die ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben, entwickeln sich gesund und verbessern ihre motorischen Fähigkeiten. Damit verringert sich ihr Unfallrisiko enorm.

Zum Thema Bewegung Für die Zielgruppe Familie

Kind klettert unter Aufsicht
Unter Aufsicht klettern, Bild: Monet/fotolia

Kinder machen im Allgemeinen zu wenig Bewegungserfahrung. Dabei ist diese entscheidend für ihre gesunde körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung. Umso wichtiger ist es, so häufig wie möglich Bewegungsanreize zu schaffen, um Kinderunfälle weitestgehend zu vermeiden. Lernen Kinder von Anfang an, sich regelmäßig und mit Spaß zu bewegen, profitieren sie hiervon ein Leben lang. Denn erfahrungsgemäß wird dieses Bewegungsverhalten bis ins hohe Erwachsenenalter beibehalten.

Kinder, die Sport und Bewegung ganz selbstverständlich in ihren Alltag intergieren, haben seltener Unfälle, weil sie über eine verbesserte Wahrnehmung und Koordination sowie ein schnelleres Reaktionsvermögen verfügen. Viel Bewegung beugt zudem unter anderem Haltungsschäden und Übergewicht vor.

Es ist also wichtig, schon möglichst frühzeitig die Umgebung und den Alltag bewegungsfreundlich zu gestalten: Dabei ist alles erlaubt, was Spaß macht: toben, rutschen, klettern, Ball spielen, aus angemessener Höhe springen und vieles mehr. Kinder lernen dadurch mit Schwung, Gleichgewicht und Schwerkraft umzugehen und sich selbst und ihre Umwelt richtig wahrzunehmen. Die Sinneswahrnehmung und die damit verbundene Bewegungssicherheit sollte gerade in den ersten zwölf Lebensjahren besonders beansprucht und gefordert werden. Denn die Erfahrungen in dieser Zeit, spielen eine wichtige Rolle für eine lebenslange Unfallvermeidung.

Eltern können ihre Kinder unterstützen und schützen

Eltern haben bei der Bewegung eine Vorbildfunktion: Gemeinsame Freizeitaktivitäten, wie Schwimmen, Fahrrad fahren, Kicken auf dem Bolzplatz etc., vermitteln Kindern die Bedeutung von Sport und Bewegung und gleichzeitig den Spaß, gemeinsam mit der Familie aktiv zu sein.   

Mit gezielter Bewegungs- und Sicherheitserziehung können Eltern ihre Kinder vor Unfällen schützen: Es ist wichtig, dem Kind vielfältige Bewegungserfahrungen zu ermöglichen und ihm Zeit zu geben, auszuprobieren und einzuüben, beides schafft Sicherheit. Durch stetige Motivation und regelmäßiges Lob erhält das Kind Zutrauen für die eigenen Fähigkeiten. Grenzen kennenlernen ist ebenfalls wichtig und deshalb sollten Eltern über eine gewisse Risikotoleranz verfügen.

Im Zuge der Sicherheitserziehung sollten Eltern Kinder selbstständig ihre Erfahrungen machen lassen, sie jedoch wiederholt über mögliche Gefahren informieren - ihnen also genau erklären, was passieren könnte. Damit Kinder lernen, auch mit gefährlichen Situationen umzugehen, ist es empfehlenswert, dass sie unter Aufsicht der Eltern, beispielsweise auf einen Baum klettern oder von einem Klettergerüst herunter springen. 

Tipps für mehr Sport und Bewegung im Alltag

Wichtig sind Bewegungsanreize für Kinder und Eltern: im Alltag, zu Hause, draußen oder durch den Sport im Verein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Kinder täglich mindestens eine Stunde bei moderater bis starker Intensität aktiv sind, das Herz also schneller schlägt und man außer Atem gerät. Wichtig ist also, den Kindern jeden Tag mindestens eine Bewegungseinheit anzubieten. Hier ein paar Tipps für einen bewegungsreichen Alltag:

  • Kinder so oft wie möglich mit anderen Kindern spielen und toben lassen. Dabei sollten Eltern sie immer wieder motivieren, sich zu bewegen, auszuprobieren und zu experimentieren.
  • Weniger mit dem Auto fahren, lieber zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zum Kindergarten, zur Schule oder zum Einkaufen.
  • Regelmäßig ins Schwimmbad gehen.
  • Im Kinderzimmer einen „Bewegungsparcours“ aufbauen, beispielsweise mit Matratzen, Kissen, einem Hüpfball oder einem kleinen Trampolin.
  • Auf den Spiel- oder Bolzplatz gehen.
  • Ausflüge in den Wald oder in den Park machen.
  • Radfahren üben in verkehrsberuhigten Gebieten, z. B. in einer Spielstraße.
  • Angebote in Sport- oder Turnvereinen nutzen, die die Grundbewegungen wie Laufen, Springen, Hüpfen, Balancieren, Schaukeln etc. vermitteln. Eine Mitgliedschaft hat den Vorteil, dass Kinder regelmäßig zu einer festen Zeit trainieren. Zudem werden sie durch die Gemeinschaft und den Wettbewerb motiviert, sich zu bewegen. Durch den Verein erhalten Kinder eine fachgerechte Anleitung für Bewegungsabläufe und schulen das Sozialverhalten.
  • Traditionelle Bewegungsspiele, wie Hüpfball hüpfen, Gummitwist, Seil springen, Eierlaufen, Sackhüpfen, Fangen und Verstecken spielen, Hula-Hoop, Ringe werfen u.v.m. fördern die Geschicklichkeit ohne großes Verletzungsrisiko.
  • Fahrrad, Roller, Laufrad, Kick- und Skateboard sowie Einräder oder Inline-Skates fahren, tragen zur Bewegungsvielfalt bei. Eltern sollten dabei auf entsprechende Schutzausrüstung achten! Wichtig: Um Unfälle zu vermeiden, sollten Kinder zunächst in den klassischen Bewegungsformen sicher sein, bevor sie den Umgang mit anspruchsvollen Fahr- bzw. Rollgeräten erlernen.

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