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Wo kaufen wir ein? Wie ernähren wir uns?

Eine Studie im Auftrag des BMEL hat das Einkaufs- und Essverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen.

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Allgemein

Gefüllter Einkaufswagen in einem Supermarkt
Die Studie das Einkaufs- und Ernährungsverhalten in Deutschland, andererseits nimmt sie die Themen Lebensmittelwirtschaft, Landwirtschaftspolitik sowie ländliches Leben in den Blick. Bild: Gina Sanders / stock.adobe.com

Obwohl Online-Shopping immer beliebter wird, kaufen gerade mal 7 Prozent der Deutschen ihre Lebensmittel über das Internet ein. Frauen ernähren sich gesunder als Männer. Und die Gründe warum Mann/Frau sich nicht gesund und ausgewogenen ernährt, hat die BMEL-Umfrage unter anderem hinterfragt.

Hier die wichtigsten Studienergebnisse:

Supermärkte immer noch Spitzenreiter

Unsere Lebensmittel kaufen die Deutschen meistens im Supermarkt (80 Prozent), gefolgt vom Discounter (61 Prozent) und Fachgeschäften (51 Prozent). Lebensmittel aus Bioläden kaufen 12 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher zumindest häufig, bei Befragten mit Abitur oder Hochschule sind es sogar 24 Prozent. Dagegen nutzen nur 7 Prozent der Deutschen das Internet zum Lebensmitteleinkauf. Vorreiter in Sachen Lebensmitteleinkauf im Internet ist die Gruppe der 40–49 Jährigen.

Regionalität ein wichtiges Einkaufskriterium

Der Studie zufolge gibt es eine Reihe von Kriterien, auf die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Lebensmittelkauf besonders achten: So betonen rund 64 Prozent der befragten Konsumenten Wert auf die regionale Herkunft der gekauften Lebensmittel zu legen. Regionalität ist neben dem Merkmal gentechnikfrei ein wichtigste Merkmal beim Lebensmitteleinkauf. Mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher achtet auf Merkmale wie Tierschutz, Angaben von Allergenen und den Preis.

Viele Gründe für das Wegwerfen von Lebensmitteln

Mehr als jeder dritte Deutsche wirft mindestens einmal in der Woche Lebensmittel weg. Der häufigste Grund ist, dass Lebensmittel verdorben sind. Viele Lebensmittel laden in den Müll, weil nach der Zubereitung nicht mehr verwertbare Reste übrig bleiben, das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist oder zu viele Lebensmittel eingekauft wurden. Dagegen gaben nur 4 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Lebensmittel häufig oder sehr häufig weg-werfen, weil sie nicht schmecken. Beim Umgang mit Lebensmitteln gibt es offenbar große Unterschiede zwischen den Generationen: Ältere Verbraucher werfen der Umfrage zufolge Lebensmittel vergleichsweise selten weg. Verbraucher mit mehr Einkommen werfen Lebensmittel schneller weg als Verbraucher mit niedrigem Einkommen.

Frauen und Ältere achten besonders auf ihre Ernährung

Auffällig ist, dass es je nach Geschlecht und Alter Unterschiede beim Ernährungsverhalten gibt. Knapp zwei Drittel der Frauen ernähren sich ausgewogen und gesund, unter Männern ist es weniger als die Hälfte. Mit steigendem Alter geben mehr Befragte an, dass ihnen eine gesunde und ausgewogene Ernährung sehr wichtig ist. Die häufigsten Gründe sich nicht ausgewogen und gesund zu ernähren sind mangelnde Zeit und Vorlieben für Ungesundes. Den eigenen Informationsstand zum Thema gesunde und ausgewogene Ernährung beurteilen jedoch 81 Prozent der Verbraucher als gut.

Viel Gemüse und Fleisch – weniger Fisch

Frisches Obst und Gemüse kommt bei 35 Prozent der Deutschen täglich auf den Tisch, bei 80 Prozent der Befragten ist dies mehrmals in der Woche der Fall. Rund zwei Drittel kochen mehrmals in der Woche selbst. Fleisch essen zwei Drittel der Befragten mehr als einmal wö-chentlich oder häufiger. Fisch isst nur gut die Hälfte der Deutschen mindestens einmal pro Woche. Dabei ernähren sich 4 Prozent der Bevölkerung ausschließlich vegetarisch und nur jeder Hundertste verzichtet komplett auf tierische Produkte.

Mehr Eigenverantwortung – weniger Vorschriften

Fragt man die Verbraucher nach Ihren Erwartungen an die Politik, fordern fast 90 Prozent der Befragten eine ausreichende Bereitstellung von angemessenen Informationen. Die Politik wird hier demnach als Anbieter gesehen, den Verbraucher in ihrer Eigenverantwortung zu unterstützen. Klare Ernährungsvorschriften werden jedoch (87 Prozent) abgelehnt.

Einheitliche Qualitätsstandards – mäßige Verpflegungsqualität

Eine positive Bilanz gibt es bei der Einführung einheitliche Qualitätsstandards. Mit 79 Prozent sprechen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher diesbezüglich positiv aus. Etwa die Hälfte davon, vor allem Jüngere wollen, eine verpflichtende Regelung.

Lebensmittelqualität auf hohem Niveau

Mit der Qualität der Lebensmittel in Deutschland sind die meisten Verbraucher zufrieden (79 Prozent). 20 Prozent sind sogar sehr zufrieden. Die Sicherheit von Lebensmitteln bewerten die Deutschen überwiegend mit der Note „befriedigend“.

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