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Nachhaltig und gesund essen

Mit nur kleinen Veränderung kann jeder durch sein Essverhalten dazu beitragen, das Klima zu schonen. Wir sagen Ihnen wie.

Zum Thema Lebensmittel Für die Zielgruppe Allgemein

Der Klima Burger aus Volkornbrötchen, Bratling und Feldsalat in Großaufnahme.
Prima-Klima-Burger. Bild: Simone Hofmann

Der Ernährungssektor gehört zu den großen Ressourcenverbrauchern und "Klimakillern". Bekannte Beispiele sind: Die Suppendose, deren Bestandteile aus aller Welt kommen, Kopfsalat oder Erdbeeren im Winter, die große Mengen an Wasser in Trockengebieten verbrauchen oder der hohe Fleischkonsum, der durch die Futtermittelproduktion für eine schlechte Treibhaus-Bilanz sorgt.

Ganz klar, jeder Verbraucher entscheidet mit seinen Einkaufs- und Essverhalten über die Nachhaltigkeit seiner Lebensführung. Daher sollte sich jeder die Frage stellen: Woher kommt mein Essen? Wer produziert es unter welchen Bedingungen? Wie werden die Lebensmittel transportiert und verpackt? Wie wirken sich mein Einkauf und mein Essverhalten auf die Umwelt und das Klima aus? Wie vermeide ich Verschwendung und Müll, was mache ich mit Speiseresten?

So essen Sie nachhaltig!

Wer beim Einkauf etwas für Mensch, Tier und Umwelt tun möchte, muss nicht auf eine ausgewogene Ernährung verzichten, denn diese gehören zusammen. Bereits die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) berücksichtigen mit ihren Empfehlungen dieses Thema. Lesen Sie hierzu im Anschluss die 10 Regeln der DGE.

Nachhaltig zu leben, zu essen und zu trinken bedeutet aber mehr als nur fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu verzehren und Fleisch und Wurstwaren nur in Maßen zu genießen. Im Jahre 2004 stellte eine Arbeitsgruppe des Ernährungswissenschaftler Karl von Koerber "Grundsätze für eine nachhaltige Ernährung" auf. Sie bestätigen die Regeln der DGE im Wesentlichen, gehen aber darüber hinaus auf weitere Aspekte ein, wie der folgende Abschnitt zeigt.

Viel:

  • selbst Kochen für und mit der Familie. Das fördert vor allem die Wertschätzung für Lebensmittel, da man sich Damit auseinandersetzen muss.
  • mit frischen Produkten arbeiten. Tiefgekühlte Produkte verbrauchen bei der Herstellung und Lagerung viel Energie. Ganz klassisch ist die TK Pizza, dabei lässt sich die Lieblingspizza so schnell selbst machen. Schauen Sie doch mal in unsere IN FORM Rezeptsammlung.
  • fair gehandelte Lebensmittel kaufen, die unsere Gesellschaft stärken. In Form von Infrastrukturen, Erhalt von Kulturlandschaften, z.B. Almen und Ausschluss von Kinderarbeit. Auch leistet der Kauf einen Beitrag zur Unterstützung der Produzenten in Entwicklungsländern. Das spielt z.B. bei Kaffee und Schokolade eine große Rolle.
  • mit Bus und Bahn fahren oder zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad einkaufen.
  • Gemüse und Obst aus Ihrer Region kaufen und genießen.
  • Obst und Gemüse nach Saison kaufen und verzehren. Mit dem IN FORM Saisonkalender ist das kinderleicht.
  • Bio-Lebensmittel konsumieren. Sie sind durch die klimaschonende Anbaumethode klar im Vorteil. Im Vergleich zu konventionell angebauten Lebensmitteln ist der CO2-Ausstoß bei der Produktion von Bio-Lebensmitteln geringer. Der Grund liegt zum Beispiel im Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungs- und Düngemittel, deren Herstellung sehr energieaufwendig ist. Außerdem sind ökologisch bewirtschaftete Böden aufgrund des höheren Humusgehalts in der Lage, mehr Treibhausgase zu binden (circa 35 bis 50 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar!). Bio-Lebensmittel zu essen bedeutet auch, unbelastet zu genießen, denn sie weisen meist erheblich weniger Rückstände von Schadstoffen auf.
  • Fisch aus nachhaltig betriebener Aquakultur essen. Sie erkennen sie an den entsprechenden Logos. Laut DGE sollte man 1 bis 2 mal die Woche Fisch (vor allem Seefisch) essen.
  • Lebensmittel ohne oder mit möglichst wenig Verpackung kaufen. Gemüse, Obst und Kartoffeln sowie Getreide und Hülsenfrüchte (Grundlebensmittel) kommen z.B. meist ohne Verpackung aus.

Wenig:

  • Fleisch und Fleischerzeugnisse essen. Diese machen gute 40 Prozent der Treibhaus-Emission der Ernährung in Deutschland aus (WWF 2012). Darum sollte weniger aber dafür qualitativ hochwertiges Fleisch z.B. Tiere aus Weidenhaltung auf den Tisch kommen. Die DGE empfiehlt maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen.
  • Lebensmittel wegwerfen. Gezielter einkaufen oder Reste sinnvoll verwenden. In Deutschland werden pro Haushalt ca. 80 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Musste man 1970 noch 72 Minuten für 1 Kilogramm Rindfleisch zum kochen arbeiten, so muss man 2012 weniger als die Hälfte, nur noch 30 Minuten dafür arbeiten. Sollten doch einmal Reste übrig bleiben, können Sie häufig noch etwas leckeres daraus zaubern. Ideen uns Rezepte finden Sie bei der BMEL-Initiative "Zu gut für die Tonne".
  • Einweg- und Kleinstverpackungen benutzen. In Deutschland fallen jährlich 145 Kilogramm Verpackungsmüll pro Person an.
  • stark verarbeitete Lebensmittel und Fertigprodukte konsumieren. Diese verbrauchen bei der Herstellung viel Energie und der Verpackungsmüll belastet die Umwelt.
  • Plastiktüten verwenden. Beim Einkaufen sollten Sie nach Möglichkeit auf Stofftaschen oder einen Einkaufskorb zurückgreifen.

Was ist der ökologische Fußabdruck?

Der ökologische Fußabdruck schafft eine Entscheidungshilfe für das Ernährungsverhalten. Er zeigt wie gesund und nachhaltig eine Mahlzeit tatsächlich ist.

Entwickelt wurde die Methode vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH.

Das funktioniert so: Für den gesundheitlichen Aspekt werden die Mahlzeiten auf ihren Gehalt an Energie, Salz, Ballaststoffen und gesättigten Fettsäuren untersucht. In die ökologische Beurteilung fließen die CO2 Emission sowie der Wasser-, Rohstoff- und Flächenverbrauch ein. Die Ergebnisse werden in einer kreisförmigen Grafik dargestellt und durch rote, gelbe und grüne Fläche sichtbar gemacht. Je ausgefüllter die Tortenstücke, desto schlechter die Bewertung. Am Beispiel der Versuchsmahlzeiten vom Wuppertal Institut schnitt die vegetarische Lasagne sehr gut ab und die Rinderroulade am schlechtesten.

Diese Methode könnte zukünftig Verbrauchern die Auswahl an gesunden und nachhaltigen Gerichten in Restaurant und Kantinen erleichtern

Klimaschutz und Genuss

Spaß und Genuss sind bei Essen und Trinken unverzichtbar und Vorrausetzung für eine dauerhafte Umstellung der Essgewohnheiten. Sich nachhaltig zu ernähren und dabei Umwelt, Mensch und Tier zu respektieren, schließt den guten Geschmack nicht aus. Eine überwiegend pflanzliche Kost, bestehend aus ökologisch, regional, saisonal und fair produzierten Lebensmitteln mit geringen Verarbeitungsgrad trägt dazu bei, die weltweiten Lebens- und Umweltbedingungen positiv zu beeinflussen.

Fangen Sie schon im Familienalltag an, gemeinsam mit Ihren Kindern einzukaufen und zu kochen: Je früher das Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise geweckt wird, umso besser verankert es sich.

Unsere IN FORM Empfehlung

Der Prima Klima-Burger bringt den praktischen Beweis. Wir wünschen einen guten Appetit!

Tipps:

IN FORM Beitrag: Die 10 Regeln der Ernährung

Damit Ihre Lebensmittel lange frisch und genießbar bleiben, ist es wichtig, die Produkte richtig zu lagern. So sollten Sie reife Äpfel und Tomaten separat aufbewahren, denn sie sorgen dafür, dass andere Lebensmittel in der Nähe schneller altern.

Für die Reste, die doch mal übrig bleiben, hat die die Initiative „Zu gut für die Tonne“ viele gute Ideen.

Rund 60 Kilogramm Fleisch essen die Deutschen durchschnittlich pro Jahr und die Fleischproduktion in Deutschland hat in den vergangenen Jahren zugenommen. In der Zeichentrick-Talkshow "Fleisch frisst Land" werden Sie und Ihre Kinder auf unterhaltsame Weise über das Problem mit dem übermäßigen Fleischkonsum aufgeklärt.

Dieser Artikel ist Teil folgender Serie:

Serie zur Serie
Grüner Daumen mit Gras und Blumen

Nachhaltigkeit

Sich nachhaltig zu ernähren bedeutet respektvollen Umgang mit Umwelt, Mensch und Tier.

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