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Nahrungsergänzungsmittel in besonderen Lebenslagen

Der Markt für Nahrungsergänzungen ist riesig. Aber für wen empfiehlt es sich wirklich, seine tägliche Nahrung anzureichern?

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Birnen, Kiwiund Äpfel
Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Lebenslagen wie etwa im Alter oder während der Schwangerschaft sinnvoll sein. Bild: cirquedesprit / fotolia

Wer sich abwechslungsreich ernährt, bekommt normalerweise von allen Nährstoffen genug. Weitere Ergänzungen sind nur in speziellen Lebenslagen und grundsätzlich mit ärztlicher Beratung nötig.

Frauen vor und in der Schwangerschaft

Möglichst schon einige Monate vor der Empfängnis sollten Frauen, die schwanger werden wollen, zusätzlich 400 g Folsäure täglich in Form von Supplementen zu sich nehmen. Folsäure spielt bei der Zellteilung von Embryos eine wichtige Rolle, ein Mangel kann zu einem Neuronalrohrdefekt beim Kind führen. Für Schwangere und Stillende gilt: Auch der sonstige Vitamin- und Nährstoffbedarf steigt erheblich, sodass die Ärztin oder der Arzt möglicherweise zu einem Vitaminpräparat rät. Auch Kalzium sollte eventuell zugeführt werden, wenn z. B. Milch und Milchprodukte nicht verzehrt oder vertragen werden oder wenn ein besonders hoher Bedarf besteht (z.B. eine Mehrlingsschwangerschaft).

Ebenso sollte nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt ein Jodpräparat mit 100 bis 150 Mikogramm Jod eingenommen werden, um den höheren Bedarf zu decken. Die Dosierung muss bei einer Schilddrüsenerkrankung angepasst werden. Auf Algenprodukte als Nahrungsergänzungsmittel sollten Schwangere wegen möglicher Verunreinigungen etwa durch Arsen und wegen des schwankenden Wirkstoffgehalts verzichten.

Bei niedrigen Eisenwerten im Blut kann zudem eine Supplementierung mit Eisen erforderlich sein. Schwangere, die selten fettreichen Fisch essen, könnten zudem zu wenig Docosahexaensäure (DHA) zu sich nehmen und sollten diese nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zusätzlich einnehmen. Nähere Informationen finden Sie in den Link am Ende des Beitrags.

 

Säuglinge

Zum Schutz gegen Rachitis (Knochenverformung als Folge von Kalziummangel) verordnet der Kinderarzt Neugeborenen im ersten Lebensjahr als Medikament Vitamin-D-Tropfen oder -Tabletten. Der menschliche Körper bildet Vitamin D aus Sonnenlicht in der Haut. Doch bei Babys, die besonders viel Knochensubstanz aufbauen müssen und noch wenig der Sonne ausgesetzt sind, ist die Versorgung eventuell nicht ausreichend. Außerdem wird in der Regel, nach Rücksprache mit dem Arzt, die Einnahme von Fluorid empfohlen.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen, die sich nur noch wenig im Freien aufhalten und deren Haut nicht mehr so viel Vitamin D bilden kann, kann es zu einem Mangel an Vitamin D kommen, der ausgeglichen werden sollte. Wenig Appetit und Beschwerden beim Kauen und Schlucken können ebenfalls dazu führen, dass sie nicht mehr genügend Nährstoffe zu sich nehmen. Auch hier kann es sinnvoll sein, dass der Arzt Vitamine und/oder Mineralstoffe verordnet, um bespielsweise einer Osteoporose entgegenzuwirken. Auch Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder bestimmten chronischen Magen-Darm-Erkrankungen sollten sich an ihren Arzt wenden.

Frauen in den Wechseljahren

In Drogerien, Apotheken und im Internet werden eine Reihe von Produkten aus Soja oder Rotklee angeboten, die Isoflavone enthalten. Isoflavone, auch Phytoöstrogene genannt, sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die dem Östrogen chemisch sehr ähnlich sind und hormonartig wirken können. Die Produkte sollen laut Angaben der Hersteller gegen Beschwerden in den Wechseljahren wie Stimmungsschwankungen, Hitzewellen und Schlafstörungen betroffener Frauen wirken.

Diese Wirkung konnte bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden. Hinzu kommt die Befürchtung, dass Phytoöstrogene bei Gebärmutter- oder Brustkrebserkrankungen schädlich sein könnten. Die Verbraucherzentralen weisen deshalb darauf hin, dass Frauen in den Wechseljahren isoflavonhaltige Nahrungsergänzungsmittel nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt einnehmen sollten. Den ausführlichen „Marktcheck“ (Stand: 29. April 2019) können Sie am Ende dieses Beitrags herunterladen.

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