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Philipp Lahm: Sommercamps

Auf IN FORM erklärt der beste Verteidiger der Welt, wie wichtig das Thema Ernährung ist – für ihn als Fußballprofi und Familienvater, aber auch für die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an seinen Sommercamps.

Zum Thema Bewegung Für die Zielgruppe Allgemein

Im Sommercamp mit Workshops, Spielen, Ausflügen und Abschlussfest entwickeln die Kinder Kompetenzen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Persönlichkeit. Bild: Andreas Acktun

Auch im EM-Jahr 2020 gibt es wieder drei Sommercamps von Philipp Lahm. Aber dabei dreht sich eben nicht alles um Fußball, sondern es geht um Teamgeist, gesunde Ernährung und natürlich viel Bewegung. Der Ex-Fußball-Nationalspieler und derzeitige Kapitän des FC Bayern München engagiert sich über seine Stiftung seit 2007 für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren sind auch diesmal wieder zu seinen Sommercamps eingeladen. Seit 2009 werden die Camps mit Unterstützung wechselnder Sponsoren und Partner wie der José Carreras Leukämie-Stiftung  und aktuell einem Reiseveranstalter und  einer Krankenkasse durchgeführt. 

Welche Rolle spielt gesunde Ernährung für Sie als Sportler? Und wie geben Sie Ihr Wissen weiter?

Philipp Lahm: Als Fußballprofi bei Bayern München habe ich den Luxus, dass nach dem Training oder vor Spielen sehr abwechslungsreiches und leckeres Essen bereitsteht. Zu wissen, was gut für mich ist und wie viel ich brauche, um meinen Sport auszuüben, bleibt aber meine Aufgabe. Und ich bin überzeugt, dass auch schon junge Menschen lernen sollten, dass Gesundheit die Basis für ein glückliches und selbstbestimmtes Leben ist. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, gerade in meinen Sommercamps eine zentrale Botschaft zu senden: Gesund leben und essen ist leichter als ihr denkt. Und: Es macht Spaß, sich damit zu beschäftigen!

Das klingt noch ein wenig theoretisch. Was konkret erwartet die Kinder in ihren Sommercamps in punkto gesundes Essen?

Philipp Lahm: Im Sommercamp geht es für die jungen Teilnehmer um Themen wie Bewegung, Persönlichkeit und auch Ernährung. Sie lernen Essgewohnheiten und Esskulturen anderer Länder kennen, sie besuchen einen Bio-Bauernhof, um zu erfahren, wo unser Essen überhaupt herkommt und wie viel Arbeit dahinter steckt, bevor der Mais oder die Tomaten auf der Pizza landen. Sie beschäftigen sich mit der Ernährungspyramide. Es gibt ein Tast- und Schmeckspiel mit frischem Obst und Gemüse und jede Gruppe darf im Laufe der Campwoche einmal mit einem Kinderkoch ihr eigenes Drei-Gänge-Menü zubereiten. Mit dem Ergebnis, dass plötzlich strikte Grünzeugverweigerer zu Salatfans werden und die Vollkorn-Muffins reißenden Absatz finden, weil die Kinder das Mehl dafür vorher selber aus dem Korn gemahlen haben.

Und bei Ihnen zu Hause? Welchen Stellenwert hat das Essen in Ihrer Familie und wie streng sind Sie dabei?

Philipp Lahm: Was ich vermitteln möchte: Gesund essen heißt bewusst essen. Das bedeutet, sich damit zu befassen, also in der Familie mal zusammen einkaufen zu gehen, zusammen kochen, zusammen essen. Und das heißt regelmäßig essen– am Tisch und mit Ruhe. Das macht allen Spaß. Meine Frau und ich versuchen, das auch zu Hause umzusetzen. Unser kleiner Sohn darf mal mit umrühren oder beim Salat waschen helfen und wir lassen ihn viel probieren. Wenn ihm dann was nicht schmeckt, ist das kein Drama. Ich glaube, wichtig ist eine gewisse Entspanntheit. Dann sind auch mal Pommes und Eis im Stadion völlig in Ordnung.

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