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Qualität der Schulverpflegung – Ergebnisse der bundesweiten Studie

Im Auftrag des BMEL und im Rahmen von „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ hat die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften bundesweit Schulleitungen und Schulträger sowie Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen befragt.

Zum Thema Gemeinschaftsverpflegung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Bild: vinnstock/fotolia

Hierbei ist die bislang größte Studie zur Qualität der Schulverpflegung in Deutschland entstanden. Bundesweit beteiligten sich 1.553 Schulleitungen (3.530 mit Bayern), 212 Schulträger und 12.566 Schülerinnen an der Befragung. Beteiligt waren sowohl Grundschulen als auch weiterführende Schulen. Ziel war es, die aktuelle Situation der Schulverpflegung abzubilden und daraus weitere Schritte hin zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Qualität abzuleiten.

Der Bericht zeigt eine Reihe von Handlungsempfehlungen auf, die sich unmittelbar aus den Ergebnissen der vorliegenden Studie ableiten lassen. Insgesamt zeigt sich, dass die Verpflegung in Schulen auf einem guten Weg ist. Die Vernetzungsstellen Schulverpflegung waren schon in der Vergangenheit und sind auch heute Dreh- und Angelpunkt zahlreicher Unterstützungsangebote in den Schulen. Diese weiter auszubauen, wird auch in Zukunft eine wesentliche Aufgabe bleiben.

„Vieles hat sich verbessert, aber die Herausforderungen sind nach wie vor groß“

„Die Ergebnisse zeigen ein sehr differenziertes Bild der Verpflegungssituation in den Schulen. Vieles hat sich in den letzten Jahren verbessert: Salatbuffets gehören bereits bei einem Drittel der Schulen zum Standard, mehr als zwei Drittel bieten kostenlose Getränke zum Essen an. Und vor allem in weiterführenden Schulen haben die Schülerinnen und Schüler mehr Auswahl als früher. Dennoch sind die Herausforderungen nach wie vor groß. Die Vielfalt des Angebots und die Qualität des Schulessens können häufig noch deutlich verbessert werden“, so die wissenschaftliche Leiterin der Studie, Professor Ulrike Arens-Azevedo bei der Vorstellung erster Ergebnisse der Studie auf dem Bundeskongress Schulverpflegung 2014.

Abschlussbericht (Mai 2015)

Auf dem Bundeskongress Schulverpflegung im November 2014 stellte Professorin Arens-Azevedo einige vorläufige Ergebnisse der Studie vor. Der Kongressband enthält diese vorläufige Fassung des Berichts. Seit Mai 2015 liegt der Abschlussbericht vor. Mit diesem Abschlussbericht werden die Ergebnisse des Kongressbandes aufgehoben. Der Abschlussbericht enthält im Vergleich zum Vorläufer weitere Auswertungen bislang nicht aufgenommener Fragestellungen, darüber hinaus die Freitextantworten und die Darstellung von Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen Merkmalen. Bezogen auf die Gruppe der Schülerinnen und Schüler, beziehen sich die Daten auf eine größere Stichprobe.

Einzelergebnisse: Schulträgerbefragung

Der Bekanntheitsgrad der Vernetzungsstellen Schulverpflegung ist bei den Schulträgern gut. Gleiches gilt für den DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung, da immerhin 50,3 % diesen Standard vertraglich fordern. Wünschenswert wäre es, wenn alle Schulträger ein detailliertes Leistungsverzeichnis zur Grundlage ihrer Ausschreibungen machten und hierin der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung verbindlich festgelegt würde.

Eine Überprüfung seiner Einhaltung ist in diesem Kontext zwingend erforderlich. Einfache und schnell einzusetzende Kontrollinstrumente sind hier in der Zukunft notwendig, um die große Anzahl der Schulen abzudecken. Ein Weg könnte auch der Nachweis der spezifischen Qualifikation der Anbieter sein. Dieses kann in den Leistungsverzeichnissen verankert werden.

Einzelergebnisse: Schulleiterbefragung

Die Ergebnisse der Befragung der Schulleitungen zeigen eine große Vielfalt, die sowohl in den unterschiedlichen Rahmenbedingungen als auch im unterschiedlichen Angebot deutlich wird. Im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2008 fällt auf, dass wesentliche Strukturmerkmale identisch geblieben sind. Dies gilt zum Beispiel für das überwiegende Vorhandensein der Warmverpflegung als auch für das Spektrum der externen Anbieter. Auch an der Länge der durchschnittlichen Pausen hat sich nichts geändert. Sie sind nach wie vor zu knapp bemessen, um in Ruhe eine Mahlzeit einzunehmen. Allerdings zeigen die Bewertungen der Schülerinnen und Schüler, dass die meisten (knapp 60 %) die Länge der Pausen mit gut bis sehr gut bewerten.

Einzelergebnisse: Befragung der Schülerinnen und Schüler

Nach wie vor ist das Mittagessen die Mahlzeit, die überwiegend warm eingenommen wird. Auch wenn in immer mehr Haushalten auch abends warm gegessen wird, bleibt das Mittagessen für die meisten die wichtigste Mahlzeit des Tages. Umso wichtiger ist es, eine ausgewogene und gesundheitsfördernde Qualität dieser Mahlzeit sicherzustellen. Hier bietet der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung die geeignete Grundlage.

Die mittlere Zufriedenheit mit dem Essen – Durchschnittsnoten von 2,5 beziehungsweise 2,6 für die Gesamtbewertung – wird durch die zahlreichen Freitextantworten relativiert. Dabei bewerten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe die Verpflegung kritischer als die der Primarstufe.

Die Rahmenbedingungen spielen für Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle. Während auch hier eine überraschend hohe Zufriedenheit mit den Räumen, der Beleuchtung und Belüftung deutlich wird, gibt es vor allem Kritik an der Geräuschkulisse und der Gemütlichkeit. Diese Kritik ist unabhängig vom Alter, sie wird aber deutlicher bei den älteren Kindern geäußert.

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