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Pferdesport ist was fürs Herz und die Seele – es trainiert den Kreislauf, verbessert die Haltung und entspannt.

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Bild: Dusan-Kostic/fotolia

…ein Sport für jede Gangart – von rasant bis entspannt

Einmal Indianer spielen und mit einem echten Pony über die Steppe jagen im fliegenden Galopp: Wer hat davon nicht als Kind geträumt? Für viele Pferdesportler sind diese Kindheitsträume der Beginn einer langen Leidenschaft. Bis zum ersten starken Galopp auf freiem Feld ist es zwar ein langer Weg. Die anfängliche Mühe lohnt jedoch! Kaum eine andere sportliche Aktivität bietet so ganzheitliche Ansprache für den Menschen wie die Beschäftigung mit dem Pferd.

Im Pferdesport gibt es neben den eher klassisch sportlichen Disziplinen wie etwa Vielseitigkeit-, Dressur-, Springen-, Distanz-, Westernreiten, Fahren, Voltigieren, auch den wichtigen Bereich des Therapeutischen Reitens. Hierunter firmieren das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren (Maßnahme der Heilpädagogik) sowie die Hippotherapie (Maßnahme der Physio- und Ergotherapie).

Heutzutage ist der Pferdesport für Interessierte so vielfältig wie nie zuvor: vom klassischen Freizeitreiter, der sich am meisten beim Ausreiten über das gemeinsame Entspannen in der Natur freut, über den Dressurreiter bis zum kunstvollen Voltigieren in der Gruppe und viele andere Disziplinen mehr.

Das Besondere am Pferdesport ist die gemeinsame Aktivität des Reiters mit seinem Pferd oder Pony. Denn laut Definition zählt zum Reiten die Fortbewegung und der Sport auf und mit einem Pferd. Neben dem klassischen Reiten umfasst Pferdesport auch jedwede Arbeit mit dem Pferd (Bodenarbeit) und Voltigieren (Gymnastik auf dem Pferd).

Weitere Arten von Pferde- oder Reitsport sind zum Beispiel Polo, Rennreiten, Horseball, Mounted Games, Gehorsamkeitsprüfungen, Abteilungsreiten, Quadrillereiten und vieles mehr.

Reitsport ist vielfältig

Ob Anfänger oder "Pferdeprofi" – im Reitsport haben Sie viel Auswahl! Einige Reit-Disziplinen im Überblick:

  • Dressur (olympisch)
    Beim Dressurreiten soll die natürliche Veranlagung des Pferdes durch spezielle Übungen gefördert werden. Eine gewisse dressurmäßige Ausbildung von Pferd und Reiter ist Grundlage für jede Form vom Reiten. Im Turniersport zeigt das Pferd beim Dressurreiten Schrittfolgen und Dressurelemente in einer Pflicht- oder Küraufgabe. Dabei schreitet es über einen speziellen rechteckigen Reitplatz (Dressurviereck).
  • Springreiten (olympisch)
    Beim Springreiten bewältigen Pferd und Reiter  einen Parcours aus verschiedenen Hindernissen, die übersprungen werden. Je nach Ausbildungsstand sind dies Hindernisse in verschiedener Höhe, Breite und von unterschiedlichem technischen Schwierigkeitsgrad.
  • Vielseitigkeit (olympisch; auch als Military oder Concours Complet (CC) bezeichnet)
    Diese  Reitdisziplin wird als "Krone der Reiterei" bezeichnet, da neben einer Dressur, einem Springparcours ein Geländeritt über Naturhindernisse auf dem Programm steht. Der "Country Cross" verlangt ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter. Viele Turnierreiter halten sich selbst mit Laufen und Schwimmen oder Radfahren fit, da Vielseitigkeitsreiten eine ausgeprägte körperliche Fitness verlangt.
  • Westernreiten
    Das Westernreiten geht auf den Reitstil der "Cowboys" zurück. Populäre Reitdisziplin im Westernreiten ist das sogenannte Reining, bei der Pferd und Reiter eine rasante Kür mit verschiedenen Übungen wie Drehungen und Stopps absolvieren.
  • Fahrsport 
    Beim Fahrsport absolvieren die sogenannten Gespanne (Fahrer und eins bis acht Pferde) ebenfalls verschiedene Disziplinen wie Gelände, Hindernisfahren (das Fahren um Kegel) und Dressur.
  • Orientierungsreiten
    Präzise und zielsicher durch das Gelände reiten – dabei dürfen Karte und Kompass nicht fehlen. Zum Orientierungsreiten zählen auch Wettkämpfe mit kleinen Aufgaben und Übungen, die das Vertrauen von Mensch und Pferd prüfen.
  • Wanderreiten
    Über Stock und Stein geht es beim Wanderreiten – und das mehrere Stunden oder auch Tage. Hier lässt sich Natur und Landschaft genießen und das meist in einer Gruppe anderer Reiter.
  • Hestagadar 
    Ursprünglich für Islandpferde geschaffen, doch offen für alle Pferderassen sind Hestagadar, sogenannte „Pferdetage“. Bei diesen Turnieren für Freizeitreiter stehen Spaß und Einfühlungsvermögen mit dem Pferd im Vordergrund. In verschiedenen Übungen können Pferd und Reiter ihr Geschick unter Beweis stellen. 

Warum Reiten?

Reiten bietet viele Vorteile. Dazu zählen:

  • Vertrauen: Beim Reiten stimmen sich Mensch und Pferd aufeinander ab und vertrauen einander. Die Nähe zum Pferd und Pflege (Striegeln etc.) bauen außerdem Stress ab. Kein Wunder also, dass Reiten auch therapeutisch eingesetzt wird.
  • Ausdauer: Reiten stärkt das Herz-Kreislauf-System
  • Balance, Haltung: Durch die abwechslungsreiche Bewegung beim Reiten ist ein gutes Gleichgewicht gefragt. Wer reitet, stärkt seine Rumpfmuskulatur und verbessert seine Körperhaltung – nicht nur auf dem Pferd 

Ausrüstung

Abhängig von der Reitdisziplin benötigen Sie zum Reiten eine spezielle Ausrüstung. Bei Freizeitangeboten wird diese gewöhnlich gestellt. 

Dies zählt zur typischen Reit-Ausrüstung:

  • Sattel: Die Sitzfläche eines Reitsattels besteht meist aus Leder oder Kunststoff. Ein Sattel bietet dem Reiter Halt und schont den Rücken des Pferdes. Jede Reitdisziplin hat ihre eigene Sattelart – so unterscheiden sich beispielsweise Westernsattel und Dressursattel.
  • Zaumzeug: Zum typischen Zaumzeug gehört das Kopfgeschirr mit Trense sowie die Zügel.
  • Reitkleidung: Die Kleidung sollte gleichermaßen bequem und robust (wetterfest), die Hose elastisch und möglichst eng anliegend sein. Fest Schuhe mit leichtem Absatz geben Halt im Steigbügel. Im Handel sind spezielle Reithosen, Stiefel, Reithandschuhe und mehr erhältlich. Wichtig: Zur Sicherheit sollte man Schmuck vor dem Reiten ablegen.
  • Reithelm: Sollte eine optimalen Sitz haben. Lassen Sie sich beim Kauf oder Ausleihen beraten.
  • Sicherheitsweste: Immer mehr Reitanfänger, aber auch Spring- und Vielseitigkeitsreiter tragen heutzutage eine sogenannte Sicherheitsweste als Schutz.

Tipps für den Anfang

Reiten ist Sport und Freizeitvergnügen – auch für Anfänger, die das erste Mal in den Sattel steigen. Sie brauchen kein eigenes Pferd, um erste Erfahrungen zu sammeln und meistens noch nicht einmal eine eigene Ausrüstung. Wichtig ist es eine gute Reitschule mit qualifizierten Ausbildern zu finden. Am besten fragen Sie hierfür Pferdefreunde aus dem Bekanntenkreis oder machen sich bei Ihrem Kreisreiterverband schlau. Niemals sollte man ohne eine erste Grundausbildung in den Sattel steigen oder einfach den Kontakt zu fremden Pferden auf der Koppel suchen.

Auf Reiterhöfen, in Reitvereinen oder in den Reiterfereien erlernen Sie das Reiten von der Pike auf bei einem qualifizierten Ausbilder mit Lizenz. Anfänger erlernen zunächst beim Reiten an der Longe die Grundtechniken des Reitsports. Eine Longe ist ein Seil, woran das Pferd vom Reitlehrer im Kreis geführt wird.

Anschließend werden die erworbenen Fähigkeiten in Kleingruppen gefestigt und vertieft. Wenn Sie die Grundtechniken erlernt haben und es Ihnen gelingt das Pferd in den drei Grundgangarten (Schritt, Trab und Gallop) eigenständig zu lenken und anzuhalten, bieten die meisten Anlagen kurze, geführte Ausritte für Anfänger an. 

Dieser Artikel ist Teil folgender Serie:

Serie zur Serie
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