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Schadstoffe in Lebensmitteln

Wie gut sind unsere Lebensmittel? worauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher achten? Antworten rund um das Thema Schadstoffe in Lebensmitteln finden Sie hier.

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Tomaten unter der Lupe
Schadstoffe in Tomaten. Bild: fotoknips/fotolia

Dioxin in Eiern, Pflanzenschutzmittel in Obst und Gem√ľse und Weichmacher im K√§se. Meldungen √ľber Schadstoffbelastungen von Nahrungsmitteln begleiten die Verbraucherinnen und Verbraucher regelm√§√üig in den Medien.

Bevor Sie nun vor gef√ľllten Supermarktregalen stehen und verzweifelt nach schadstofffreien Produkten suchen, k√∂nnen Sie beruhigt sein. Lebensmittel in Deutschland sind in der Regel von sehr guter Qualit√§t, das zeigen die Berichte zur Lebensmittelsicherheit des Bundesamts f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das BVL f√ľhrt seit 1995 j√§hrlich ein bundesweites Lebensmittel-Monitoring durch, bei dem festgelegte Lebensmittelgruppen auf wichtige Schadstoffe hin untersucht werden. Den aktuellen Bericht finden Sie zum Herunterladen am Ende dieses Beitrags.

Was sind Schadstoffe und woher kommen sie?

Unter Schadstoffen versteht man √ľblicherweise Stoffe, die in der Umwelt vorhanden und sch√§dlich f√ľr Menschen, Tier, Pflanzen oder ganze √Ėkosysteme sind. Allerdings ist der Begriff eher schwammig. Bei vielen dieser "unerw√ľnschten Stoffe" entscheidet die Dosis dar√ľber, ob negative Wirkungen zu bef√ľrchten sind.

Unerw√ľnschte Stoffe kommen in geringen Mengen in vielen Nahrungsmitteln vor. Sie stammen zum Beispiel

  • aus der landwirtschaftlichen Produktion,
  • gelangen √ľber Abgase auf Obst und Gem√ľse und
  • k√∂nnen bei der industriellen Lebensmittelverarbeitung oder
  • aus den Verpackungsmaterialien auf Nahrungsmittel √ľbergehen.

Zum Teil sind Schadstoffe aber auch nat√ľrlicher Bestandteil pflanzlicher Lebensmittel wie sch√§dliche Lektine in rohen Bohnen. Das f√ľr den Menschen schwach giftige und bittere Solanin in Kartoffeln und unreifen Tomaten dient den Pflanzen als nat√ľrlicher Schutz gegen Fra√üfeinde sowie Krankheiten und Sch√§dlingen.

Wissenschaftler sch√§tzen das Gesundheitsrisiko durch Schadstoffe in Lebensmitteln insgesamt ebenfalls als gering ein. Statistisch gesehen erkranken mehr Menschen infolge einer zu kalorienreichen, unausgewogenen Ern√§hrung oder einer mangelnden K√ľchen-Hygiene als durch Schadstoffe in Lebensmitteln.

Wer testet unsere Lebensmittel auf Schadstoffe?

Die Lebensmittel√ľberwachung ist in Deutschland und in der Europ√§ischen Union streng geregelt. Kein Lebensmittel darf die Gesundheit der Menschen beeintr√§chtigen. Um dies sicherzustellen, sind die Lebensmittelhersteller rechtlich verpflichtet Eigenkontrollen in ihrem Betrieb durchzuf√ľhren und die √Ėffentlichkeit √ľber m√∂gliche Gefahren durch ihre Produkte zu informieren.

Neben den Eigenkontrollen der Hersteller untersuchen die Lebensmittel-√úberwachungsbeh√∂rden stichprobenartig die Produktionsst√§tten. Sie pr√ľfen, ob Schadstoffe in Lebensmitteln vorhanden sind und ob die Betriebe die Hygiene-Richtlinien einhalten. Sollten die Pr√ľfer Lebensmittel mit Schadstoffen in gesundheitsgef√§hrdenden Mengen finden, stoppen sie den Verkauf der betreffenden Lebensmitteleinheiten schnellstm√∂glich. Europaweit werden dann alle zust√§ndigen Beh√∂rden √ľber das Europ√§ische Schnellwarnsystem RASFF (Rapid Alert System Food and Feed) informiert.

Auch Verbraucherorganisationen wie Stiftung Warentest, √Ėko-Test oder Greenpeace untersuchen Lebensmittel regelm√§√üig auf Schadstoffbelastungen und ver√∂ffentlichen die Ergebnisse.

So erfahren Sie von unerw√ľnschten Stoffen in Lebensmitteln

Bei einer unmittelbaren Gesundheitsgefahr (z.B. Glassplitter im Marmeladenglas) m√ľssen Unternehmen bereits verkaufte Produkte zur√ľckrufen. Solche Warnungen finden Sie auf dem Internetportal "Lebensmittelwarnung.de".

Die Internetplattform www.lebensmittelwarnung.de des Bundesamts f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gibt aktuelle, √∂ffentliche Warnungen bekannt und informiert √ľber gesundheitsgef√§hrdende Lebensmittel in Deutschland. Dabei handelt es sich um Hinweise der Lebensmittel-√úberwachungsbeh√∂rden der Bundesl√§nder sowie um R√ľckrufaktionen der Lebensmittelhersteller.

So minimieren Sie eine Schadstoffbelastung im Haushalt

Gesundheitsschädliche Stoffe entstehen nicht nur bei der Lebensmittelproduktion, sondern auch beim Umgang mit Lebensmitteln im eigenen Haushalt - zum Beispiel durch falsche Zubereitung oder mangelnde Hygiene. Hier können Sie selber aktiv werden und mit einfachen Mitteln eine zusätzliche Schadstoffbelastung ihrer Lebensmittel vermeiden.

… beim Einkauf:

  • Kaufen Sie m√∂glichst Obst und Gem√ľse der Saison.
  • Essen Sie abwechslungsreich.
  • Bevorzugen Sie Bio-Lebensmittel.

… beim Vorbereiten Ihrer Lebensmittel:

  • Waschen Sie die H√§nde. S√§ubern Sie Arbeitsmittel und K√ľche regelm√§√üig. Weitere hilfreiche Informationen hierzu finden Sie in den IN FORM Hygiene-Tipps
  • Putzen und Waschen Sie Obst und Gem√ľse.
  • Essen Sie nitratreiches Gem√ľse nicht zu h√§ufig. Dazu geh√∂ren Rettich, Spinat, Rote Beete, Kopfsalat, Stilmangold und Rucola.
  • Entfernen Sie gr√ľne, chlorophyllhaltige Stellen und Keime, aufgrund der hohen Solanin-Konzentration unter anderem in Kartoffeln, gro√üz√ľgig (DGE; Watzl und Geisen 2009).

… beim Kochen, Braten, Grillen und Frittieren:

  • Blanchieren reduziert den Nitratgehalt von nitratreichem Gem√ľse. Schnell abk√ľhlen und nur einmal wieder aufw√§rmen.
  • Kochen Sie Kartoffeln, Bohnen und Erbsen vor dem Verzehr und gie√üen Sie das Kochwasser weg.
  • Gep√∂keltes Fleisch nicht braten oder grillen.
  • Nehmen Sie geeignete Fette zum Braten und braten Sie bei mittleren Temperaturen. Meist steht auf dem Etikett, ob sich das Fett zum Braten eignet.
  • Achten Sie darauf, dass kein Fett beim Grillen verbrennt. Sch√ľtzen Sie Grillgut vor Rauch.
  • Frittieren Sie nur bis zu 175 ¬įC und nur so lange wie n√∂tig.

… beim Aufbewahren:

  • Angeschimmelte Lebensmittel geh√∂ren in den M√ľll.
  • F√ľllen Sie den Inhalt aus ge√∂ffneten Konservendosen in einen geeigneten Beh√§lter um.
  • Bewahren Sie empfindliche Lebensmittel (Gefl√ľgel, Hackfleisch, Fisch) k√ľhl auf und verzehren Sie sie bald.

IN FORM Video-Tipp

Wer Lebensmittel einkauft, hat eine gro√üe Auswahl an Produkten. Wer aber sch√ľtzt uns davor, dass darunter keine Lebensmittel sind, die unsere Gesundheit gef√§hrden? Um das zu leisten, funktioniert Lebensmittelsicherheit vom Acker bis zum Teller nach sieben Grundprinzipien, die das Video des Bundesministeriums f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft erl√§utert.

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