Wissen

Schulverpflegung: Best Practice am John-Lennon-Gymnasium

Bundesminister Christian Schmidt stellt das Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule (NQZ) vor.

Zum Thema Gemeinschaftsverpflegung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Zwei Männer halten Vortrag vor Kindern in Mensa
Schulleiter Dr. Jochen Pfeifer (re.) erläuterte Bundesminister Christian Schmidt beim Besuch der Mensa das umfassende Schulkonzept rund um die gesunde Ernährung, Bild: BLE

"Leistung, Weltoffenheit und freundliches Lernklima" – diese drei Werte sollen das John-Lennon-Gymnasium im Berliner Bezirk Mitte bestimmen. Zentraler Bestandteil dabei: die Schulmensa, in der täglich zirka ein Viertel der Schülerinnen und Schüler zu Mittag essen. Ein idealer Ort also für Bundesernährungsminister Christian Schmidt, hier Ende September 2016 das neue "Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule" - kurz NQZ - vorzustellen.

"Die Schule bietet das Essen an, das sich die Eltern für zu Hause wünschen", so Schulleiter Dr. Jochen Pfeifer selbstbewusst. Der Rektor kennt seine Klientel, die einen hohen Anspruch an die Schule und die Qualität des Schulessens hat. Schließlich liegt das John-Lennon-Gymnasium in einer der begehrtesten Wohnlagen nahe dem Rosentaler Platz in einer Straße mit vielen Bäumen und Gründerzeitbauten.

"Essen als Kultur" - ein ganzheitlicher Ansatz

Mittagessen gab es hier schon immer, auch als die Schule zu DDR-Zeiten noch nach dem Sozialisten August Bebel benannt war. Doch in den letzten zehn Jahren spielen Qualität, Bio und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Hinzu kommt, dass an allen Berliner Schulen der DGE-Standard für die Schulverpflegung verpflichtend ist. Das Gymnasium ist seit sechs Jahren Ganztagsschule mit Unterricht bis 16 Uhr. "Die Mittagspause haben wir auf eine Stunde ausgedehnt, damit alle ihrem Biorhythmus folgen und eine echte Auszeit nehmen können", so Pfeifer.

Schulessen und Ernährungsbildung bilden für den Schulleiter eine Einheit. Im neuen Lehrplan für die Achtklässler etwa wird "Essen als Kultur" verankert und findet sich sowohl im Biologie- als auch im Sozialkunde- und Ethikunterricht wieder. Mit zum Konzept gehört auch das von Schülerinnen und Schülern selbst verwaltete Schülercafé, das Sozialpädagoge Niko Baden koordiniert. Zirka 60 Schülerinnen und Schüler arbeiten hier regelmäßig mit und kümmern sich um alles rund um den Einkauf, die Speisenzubereitung und den Verkauf. "Bei der Mitarbeit im Schülercafé lernen sie eine Menge – vom notwendigen Gesundheitszeugnis bis hin zur Kalkulation und Buchhaltung", sagt Niko Baden.

Mittagessen mit dem Bundesernährungsminister

Essen nach dem Qualitätsstandard, Ernährungsbildung im Lehrplan und ein Schulcafé, das fürs wirkliche Leben schult – ideale Bedingungen also, um Kinder und Jugendliche für das Thema gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Und Gründe genug für Bundesernährungsminister Christian Schmidt, im John-Lennon-Gymnasium die neue Leiterin des NQZ (Nationalen Qualitätszentrums für Ernährung in Kita und Schule), Dr. Anke Oepping, vorzustellen. Für den Termin nahmen sich der Minister und die NQZ-Leiterin viel Zeit. Sie diskutierten mit Schülerinnen und Schülern beim gemeinsamen Mittagessen Fragen rund um den Ökolandbau und vieles mehr.

Hintergrund: Das Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule (NQZ)

Das NQZ ist ein zentraler Baustein der Qualitätsoffensive des Bundesernährungsministers für besseres Essen in Kita und Schule. Das NQZ ist das Scharnier zwischen Bund und Ländern und fungiert als Plattform für alle, die mit dem Schul- und Kitaessen befasst sind. Es wird verbindliche Anforderungskriterien erarbeiten, die von Caterern und Essensanbietern erfüllt werden müssen, wenn sie Vertragspartner für Kitas und Schulen werden wollen. Es geht darum, die Wünsche der Schülerinnen und Schüler zu erfragen, denn Ziel ist es, die Akzeptanz für das Schulessen zu steigern. Zudem soll es bundesweit eine einheitliche Benchmark für gutes Kita- und Schulessen geben. Das NQZ hat die Aufgabe, sich die Qualitätsstandards genau anzuschauen und so weiterzuentwickeln, dass sie in der Breite zum Einsatz kommen. Die Leiterin des NQZ, Dr. Anke Oepping, kommt aus der Ernährungsbildung. Sie war bisher im Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn tätig.

 

 

Dieser Artikel ist Teil folgender Serie:

Serie zur Serie
Schultafel, davor blaue Brotdose, Banane und Apfel

Vernetzungsstellen Schulverpflegung

Besseres Essen für Kitas und Schulen! Die Vernetzungsstellen in den Bundesländern beraten Verantwortliche, Caterer und Eltern rund um gesunde Mahlzeiten.

Weitere Inhalte zum Thema Gemeinschaftsverpflegung für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche