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Sport in der Ganztagsschule

Wie sichern Vereine die Nachwuchsförderung trotz Ganztagsschulen? Erster Runder Tisch des Landessportbund Rheinland-Pfalz war ein voller Erfolg - Fortsetzung soll folgen.

Zum Thema Bewegung Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Junge Frau mit Basketball.
Ganztagsschulen stellen Sportvereine vor neue Herausforderungen. Bild: Dan Race/stock.adobe.com

"Ein voller Erfolg", so lautet die Bilanz des ersten Runden Tisches der Sport-fachverbände in Rheinland-Pfalz unter dem Thema "Sport in der Ganztagsschule", zu dem der Landessportbund (LSB) Rheinland-Pfalz nach Mainz geladen hatte. Es solle auf jeden Fall eine Fortsetzung dieses Formats geben, um dann intensiver in einzelne Themenfelder einzusteigen, heißt es in einer Mitteilung des LSB.

Den 23 anwesenden Fachverbänden habe es sehr gut getan, sich zum Thema Kinder- und Jugendsport auszutauschen und von den Sorgen, Problemen und Herangehensweisen der jeweils anderen zu erfahren. Die Themen "Gewinnung und Aus- und Fortbildung von Übungsleitern", "Sportartspezifische Vermittlungskonzepte" für Ganztagsschüler, "Hauptamtliche Unterstützung des Ehrenamts" sowie die generelle Zusammenarbeit kristallisierten sich dabei als wichtige Aufgabenfelder heraus, die in Zukunft weiter bearbeitet werden sollen.

Ziel des Runden Tisches war es, aktuelle Informationen auszutauschen und den Dialog darüber fortzusetzen, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die sportliche Nachwuchsarbeit der Vereine und Verbände insbesondere vor dem Hintergrund der Ganztagsschulentwicklung in Rheinland-Pfalz auch in der Zukunft zu gewährleisten.

"Bislang hat zu wenig Kommunikation mit den Fachverbänden stattgefunden", urteilte Dieter Krieger, LSB-Vizepräsident für Sportentwicklung. "Um das zu verbessern, haben wir jetzt den ersten Schritt getan."

"Es ist eine Katastrophe, dass wir vom Land Rheinland-Pfalz nach wie vor nur 65.000 Euro pro Jahr für Beratung und Unterstützung der Vereine hinsichtlich Ganztagsschulkooperationen bekommen", sagte Walter Desch, Präsident des Fußball-Verbandes Rheinland (FVR)."Wir haben 300.000 Euro mehr gefordert und müssen im neuen Haushaltsjahr unbedingt geschlossen darauf hinwirken, dass mehr Geld zur Verfügung steht."

Eine der Haupthemmschwellen für die Vereine sei die Vertretungsregelung. „Ohne die funktioniert es nicht“, sagte Desch. Der FVR habe in seinem umfangreichen Schulprojekt wertvolle Erfahrungen gewonnen, die er gerne anderen Verbänden zur Verfügung stelle.

Reinhold Heinz, Vizepräsident des Sportbund Rheinhessen, stellte das Projekt "Vertretungspool" vor, in dem rheinhessische Vereine im Vertretungsfall Unterstützung finden können.

Diethold Isaak vom Volleyball-Verband Pfalz berichtete, er könne viel Positives an der Ganztagsschule erkennen für seinen Verband – "wir können unsere Sportart so ein bisschen bekannter machen".

Volker Missonier vom Minigolfverband RLP erzählte, dass man von Verbandsseite eine Schulsportbox mit Schläger und Bällen zur Verfügung stelle.

In seinem Impulsreferat hatte Detlef Mann, Präsident des Rheinhessischen Turnerbundes (RhTB), zuvor wesentliche Aspekte des LSB-Strategiekonzeptes im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Fachverbänden skizziert. Demnach kooperieren lediglich drei Prozent der Sportvereine in RLP mit Ganztagsschulen. Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit den Fachverbänden gilt es die Vereine vor Ort für Schulkooperationen zu sensibilisieren und zu unterstützen. 

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