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Sportgetränke – Von flüssig bis überflüssig

Sportler sollten ganz besonders auf ausreichendes und „richtiges“ Trinken achten. Lesen Sie mehr über sinnvolle Sportgetränke!

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Allgemein

Sportliche Frau im Vordergrund und Mann im Hintergrund trinken
Welche Getränke sind für sportlich aktive Menschen geeignet und welche sind als Durstlöscher weniger empfehlenswert? Bild: Kar Tr/stock.adobe.com

Spezielle Sportgetränke sind für kleine und große Freizeitsportler überflüssig.
Der Nutzen spezieller Sportgetränke – hierüber informiert das FORM Unterstützer-Projekt „Mehr Ernährungskompetenzen im Sport“.

„Fitness“, „active“ oder „isotonisch“, „Gib deinem Körper mehr als Wasser“: So und ähnlich lauten die Werbezusätze auf den Etiketten vieler Sportgetränke. Überall im Handel in großer Auswahl zu finden, richten sich die trendig aufgemachten Produkte vielfach bereits an Kinder und Jugendliche. Dabei preisen die Hersteller die Getränke weniger als Durstlöscher, sondern vielmehr als Energie-, Vitamin- und Mineralstofflieferanten an. Doch die Sport- und Energydrinks sind für Freizeitsportler meist überflüssig und aufgrund ihres oft hohen Zuckergehalts und der aufputschenden Inhaltsstoffe, wie Koffein, ungeeignet.

Der Flüssigkeitsbedarf beim Sport richtet sich unter anderem nach der ausgeübten Sportart, der Intensität, der Dauer oder der Umgebungstemperatur. Bei sportlichen Anstrengungen bis zu einer Stunde muss der Körper vor allem Flüssigkeit auffüllen. Dafür reicht ein mineralhaltiges Wasser völlig aus. Erst darüber hinaus sind Kohlenhydrate als Energielieferanten nützlich.

Isotonische Getränke

Isotone Sportgetränke sind in großer Auswahl im Handel zu finden. Sie wurden ursprünglich für den Hochleistungssport entwickelt. Sie sollen während eines Wettkampfes den Wasser- und Energieverlust schnell ausgleichen. Isotonisch bedeutet, dass eine Flüssigkeit in etwa so viele gelöste Teilchen (unter anderem Zucker, Vitamine, Mineralstoffe) enthält wie das Blut. Diese Flüssigkeit ersetzt den Wasserverlust im Körper sehr schnell und ist besonders bei länger dauernden schweißtreibenden Aktivitäten sinnvoll.

In Deutschland gibt es keine Vorschriften, wie hoch die Gehalte an Mineralien oder „Zucker“ sein müssen, damit „isotonisch“ auf der Verpackung stehen darf. Die Zusammensetzung der gekauften isotonischen Getränke ist daher sehr unterschiedlich und die Produkte für große und kleine Freizeitsportler meist überflüssig.  

Alkoholfreies Bier

Neuerdings wird auch alkoholfreies Bier als „isotonisches Getränk“ für Sportler beworben. Getränke mit Alkoholgeschmack sollten jedoch grundsätzlich nicht als Durstlöscher beworben werden. Sie bergen die Gefahr, dass sich Kinder und Jugendliche schon früh an den Alkoholgeschmack und das Durstlöschen mit Bier gewöhnen. Außerdem enthalten viele alkoholfreie Biere einen Alkoholgehalt von bis zu 0,5 Volumenprozent, der jedoch nicht deklariert werden muss. 

Energy-Drinks – Gefahr der Überdosierung

Energy Drinks sind süß schmeckende Getränke ohne Kohlensäure, die belebend und leistungssteigernd wirken sollen. In peppigen Dosen (Einweg) angeboten, sprechen die Produkte hauptsächlich Jugendliche an. Neben teilweise bedenklichen Mengen an Koffein und Zucker enthalten sie meist einen Mix verschiedenster Zusätze wie Taurin, Guarana, Ginkgo, Glucuronolacton, Aromen, Vitamine, Farbstoffen oder Süßstoffe.

Die Gefahr der Überdosierung mit Koffein durch Getränke ist relativ hoch. Koffeinhaltige Produkte können bei einer Dosis über 200 mg zu Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden, Unruhezuständen, Einschlafstörungen, Angstzuständen, Herzrasen und Kopfschmerzen führen. Bei Kindern reichen dazu auch schon geringe Mengen Koffein aus. Studien belegen, dass Koffein zwar wacher macht, nicht aber zur Leistungssteigerung geeignet ist. Auch für Taurin und Guarana sind keine leistungssteigernden Effekte belegt.

Obstsaft, Limonade und Cola – viel Zucker

Auch pure Obstsäfte sowie die meisten Limonaden oder Colagetränke sind nicht als Durstlöscher und Sportgetränk zu empfehlen. Sie enthalten meist viel Zucker und/oder unerwünschte Zusatzstoffe wie Süßstoffe und Säuerungsmittel. Ein hoher Kohlenhydratanteil (mehr als 8 Prozent) verzögert die Magenentleerungsrate, so dass die Flüssigkeit nur langsam in den Dünndarm gelangt und aufgenommen werden kann.

Ideale Durstlöscher für den Sport sind dagegen Mineralwasser, Frucht- oder Gemüsesaftschorle aus 100 Prozent Fruchtsaft und Wasser sowie (ungesüßte) Früchte- und Kräutertees. Eine selbstgemachte Apfelsaftschorle aus zwei Teilen natriumreichem Wasser und einem Teil Saft entspricht in etwa einem isotonischen Getränk.

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