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Trendsport aus Brasilien: Capoeira

Brasilien mal ohne (Fuß)-Ball. Capoeira heisst die brasilianische Mischung aus Akrobatik, Kampfkunst, Musik und Tanz, die auch hierzulande immer populärer wird.

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Capoeira heisst die brasilianische Mischung aus Akrobatik, Kampfkunst, Musik und Tanz, die auch hierzulande immer populärer wird. Bild: ScottGriessel / fotolia

Ursprünglich wurde Capoeira von afrikanischen Sklaven entwickelt, die während der Kolonialzeit nach Brasilien verschleppt wurden und dort auf den Plantagen arbeiten mussten. Mit der Mischung aus (afrikanischen) Gesängen und tänzerischen Bewegungen tarnten sie das Training in ihrer Kampfkunst. Capoeira entwickelte sich also als Form des Widerstands gegen die Sklaverei und diente dazu, das Gruppengefühl und Selbstbewusstsein zu stärken.

Athletischer Tanz mit Musik

Vielleicht rührt aus diesem Gruppenerlebnis auch heute noch der große Erfolg von Capoeira, denn das Training erfolgt in Gruppen und ähnelt einem Spiel. Getanzt bzw. gekämpft wird in einem Kreis, der so genannten Roda (portugisisch für „Kreis“). Um jeweils zwei Kontrahenten steht die Gruppe im Kreis herum, klatscht und feuert mit einer Art Wechselgesang an. Begleitet wird die Roda von Rhythmus-Instrumenten wie der Berimbau (Bogen mit einer Drahtsaite, einem Stab und einem Klangkörper aus einer Kalebasse), der Pandeiro (Tambourin), der Atabaque (große Fasstrommel) und der Agogô-Glocke (Perkussionsinstrument aus zwei Metallglocken).

Anfänger und Fortgeschrittene trainieren gemeinsam. Ähnlich wie bei einigen Kampfsportarten gibt es beim Capoeira verschiedenfarbige Kordeln, die die „Graduierung“ der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Gruppe symbolisieren. Je nach den Statuten des jeweiligen Vereins findet eine sogenannte „Batizado“ statt, bei der neue Kordeln vergeben werden.

Information

In größeren Städten gibt es bereits eigene Vereine, die sich der brasilianischen Tanz-Kampfkunst verschrieben haben. Darüber hinaus bieten Sportvereine und Tanzschulen Capoeira-Kurse an. Erkundigen Sie sich zum Beispiel beim Sportamt in Ihrer Gemeinde oder im Internet über Probestunden bei einem Verein Ihrer Wahl.

Eine Kostprobe der Capoira-Kunst finden Sie in folgendem YouTube-Video, das die Bonner Capoira-Gruppe „Malta Brasil Capoeira“ ins Netz gestellt hat. Zum YouTube Video RODANDO BONN 2012 (1) – Malta Brasil Capoeira geht es hier.

Capoeira eignet sich für alle Altersgruppen

Capoeira eignet sich für praktisch jeden, der seine Fitness verbessern möchte und dazu gerne Musik machen will. Gestärkt werden die Koordination, die Schnelligkeit und Kondition. Die Sportart eignet sich für Kinder, Frauen und Männer gleichermaßen. Elemente aus der Akrobatik, die häufig in die tänzerischen (Schau-)Kämpfe eingebaut werden, sind nach Angabe von Kursanbietern nicht unbedingt erforderlich. Hier entscheidet der Capoeirista selbst, wie er seine Performance vollführt. Erfahrungen in Kampfsportarten oder turnerisches Können sind nicht notwendig.

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Beachvolleyball

Brasilien ist neben den USA das Beachvolleyball-Land schlechthin. Die endlosen Strände entlang der Copacabana bieten den Basilianern beste Trainingsmöglichkeiten – kein Wunder also, dass die Athletinnen und Athleten internationale Erfolge feiern.

In Deutschland wird Beachvolleyball ebenfalls immer beliebter. Die deutschen Meisterschaften finden in diesem Jahr vom 29. bis 31. August 2014 am Timmendorfer Strand statt. Informationen für Einsteiger und Fortgeschrittene liefern der Deutsche Volleyball Verband sowie die privat betriebene Internetseite www.beach-volleyball.de.

Footvolley

Die Kombination aus Fußball und Beachvolleyball stammt aus Brasilien und entwickelte sich dort in den 1960er Jahren. Gespielt wird über ein gespanntes Netz am Strand. Die Spieler dürfen den Ball nicht mit den Armen oder Händen berühren.

Die Regeln sind ähnlich wie beim Beachvolleyball. Spätestens beim dritten Pass muss der Ball in die gegnerische Hälfte geschossen werden. Im eigenen Feld darf der Ball dabei den Boden nicht berühren, sonst erhält der Gegner einen Punkt.

In Deutschland gibt es zwei Verbände für die brasilianische Trendsportart, den Deutschen Footvolley Verband e. V. und die Deutschen Footvolley Vereinigung e. V. (DFVV).

Dieser Artikel ist Teil folgender Serie:

Serie zur Serie
Radfahrer fährt einen Hügel auf einer Wiese hinunter

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