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Vernetzungsstellen für Seniorenernährung

Im Rahmen der Ernährungsinitiative des BMEL für Seniorinnen und Senioren fördert Bundesministerin Julia Klöckner die Einrichtung von Vernetzungsstellen für Seniorenernährung bzw. vergleichbaren Institutionen in den Bundesländern.

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Ältere

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner im Gespräch mit drei Seniorinnenn
Bundesernährungsministerin Julia Klöckner im Februar 2019 in einem Seniorenheim in Bonn. Bild: BMEL/photothek.net/Ute Grabowsky

Ab der zweiten Lebenshälfte wird es immer wichtiger, die körperliche und geistige Fitness durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten zu erhalten. Insbesondere die Folgen einer einseitigen Lebensmittelauswahl sowie von Über- oder Unterernährung machen sich in dieser Lebensphase deutlicher bemerkbar. Ein Beispiel: 84 Prozent der 70- bis 80-jährigen Männer und 74 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe sind übergewichtig oder leiden sogar unter Adipositas. Begleitet von weiteren Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck steigt das Risiko für ernste Herz-/Kreislauferkrankungen.

Hinzu kommt, dass mit den Jahren das natürliche Hunger- und Durstgefühl abnimmt und das Essen weniger intensiv schmeckt. Sinnliche Reize, die den Appetit steigern, können schlechter wahrgenommen werden. Kau-, Schluck- oder Verdauungsprobleme können dazu führen, dass die nötigen Nährstoffe schlechter aufgenommen werden. Auch das Einkaufen und Zubereiten des Essens wird unter Umständen schwieriger.

Daher hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, eine Ernährungsinitiative für Seniorinnen und Senioren ins Leben gerufen. Gemeinsam mit den Bundesländern werden in diesem Rahmen unter anderem Vernetzungsstellen für Seniorenernährung eingerichtet. Die Vernetzungsstellen bieten Beratung, vermitteln Wissen und vernetzen die Akteure in der Seniorenarbeit.

Die Schwerpunkte der Arbeit der Vernetzungsstellen und vergleichbarer Institutionen sind:

  • Die Ernährungskompetenzen von Seniorinnen und Senioren, pflegenden Angehörigen, Verantwortlichen für die Verpflegung älterer Menschen und Multiplikatoren in der Seniorenarbeit sollen gestärkt werden.
  • Die Qualität der Verpflegungsangebote in Senioreneinrichtungen und von “Essen auf Rädern“ soll durch die flächendeckende Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards erhöht werden.
  • Die Verpflegungssituation von Seniorinnen und Senioren, die sich zu Hause oder in ambulanten Wohngemeinschaften selbst versorgen oder dort von Angehörigen betreut werden, soll verbessert werden.
  • Auch Ehrenamt und soziale Teilhabe älterer Menschen stehen im Blickpunkt.

Julia Klöckner: "Ernährungskompetenz schafft Lebensqualität – gerade auch im Alter. Mit den Vernetzungsstellen nehmen wir die besonderen Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren in den Blick. Denn in dieser Altersgruppe spielt das Essen auch hinsichtlich der sozialen Teilhabe eine entscheidende Rolle. Um Wissensvermittlung und Beratung geht es. Und darum, die Qualität der Verpflegung zu verbessern – in Einrichtungen und bei mobilen Menüdiensten: Wir wollen erreichen, dass flächendeckend die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur Anwendung kommen."

Stand Mitte Dezember 2020 sind in folgenden neun Bundesländern bereits Vernetzungsstellen für Seniorenernährung tätig:

  • Saarland
  • Baden-Württemberg
  • Rheinland-Pfalz
  • Nordrhein-Westfalen
  • Niedersachsen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Sachsen-Anhalt
  • Brandenburg
  • Schleswig-Holstein

Hinweis

Hier finden Sie eine Liste der Kontaktadressen und Websites aller Vernetzungsstellen bzw. vergleichbarer Institutionen für Seniorenernährung

Hintergrund Vernetzungsstellen

Im Rahmen der Ernährungsinitiative für Seniorinnen und Senioren sollen in allen Bundesländern Vernetzungsstellen für Seniorenernährung oder vergleichbare Institutionen eingerichtet werden. Die Einrichtung der Vernetzungsstellen wird in den ersten fünf Jahren durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und die Bundesländer mit jährlich bis zu 2 Mio. Euro gefördert.

Im Bereich der Kita- und Schulverpflegung bestehen bereits flächendeckend solche Vernetzungsstellen in den Ländern. Die Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung unterstützen Schulen und Kitas bei der Gestaltung eines gesunden Verpflegungsangebotes. Sie bieten umfassende Informationen zum Thema Verpflegung an, organisieren Fortbildungsveranstaltungen und vermitteln kompetente Fachkräfte für die Beratung. Die finanzielle Förderung für die Einrichtungen hatte die Bundesministerin nach Amtsantritt verdoppelt.

Dieser Artikel ist Teil folgender Serie:

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