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Wissenschaftliche Expertise für unterwegs

Die Stellungnahmen-App des BfR erleichtert Recherchen zum gesundheitlichen Verbraucherschutz

Zum Thema Ernährung Für die Zielgruppe Allgemein

Laborsituation: Frau mit Schutzbrille hält Reagenzglas in der Hand
Die gesundheitlichen Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind ab sofort noch leichter und mobil zugänglich. Bild: kasto - stock.adobe.de

Die gesundheitlichen Bewertungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind jetzt noch leichter und mobil zugänglich. In Mobile-App finden Interessierte auf einen Blick alle gesundheitlichen Bewertungen des BfR. Diese Bewertungen oder Stellungnahmen werden anlassbezogen oder in Krisensituationen vom BfR veröffentlicht. Sie beinhalten gesundheitliche Risiken, die von Stoffen oder Mikroorganismen in Lebensmitteln und von verbrauchernahen Produkten wie beispielsweise kosmetischen Mitteln, Textilien, Lebensmittelverpackungen oder Spielzeug ausgehen können.

„Die App ist vor allem ein Werkzeug für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbänden, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen, die aus beruflichen Gründen mit BfR-Stellungnahmen arbeiten“, erklärt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. „Jeder wissenschaftlichen Stellungnahme ist zusätzlich eine allgemeinverständliche Zusammenfassung vorangestellt. Damit können sich auch Verbraucherinnen und Verbraucher über bestimmte Risiken in der App informieren.“

Das BfR hat die gesetzliche Aufgabe, Risiken von Stoffen, Mikroorganismen, Produkten und Verfahren für die menschliche Gesundheit abzuschätzen, zu bewerten und ggf. Maßnahmen zur Risikominderung oder -vermeidung zu empfehlen und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Dies geschieht in Form von so genannten wissenschaftlichen Stellungnahmen. Diese Stellungnahmen des BfR dienen als wissenschaftliche Basis für Entscheidungen durch nationale und europäische Gesetzgeber oder andere politische Instanzen.

Sie sind darüber hinaus Grundlage für Entscheidungen über die Zulassung von Produkten, für Entscheidungen über eine Regulation durch Behörden, die geltendes Lebensmittel-, Chemikalien- oder Produktrecht überwachen und für Entscheidungen von Gerichten in Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Somit ist die App vor allem ein Werkzeug für Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, die aus beruflichen Gründen in Verfahren zur Gesetzgebung involviert sind.

Alle Stellungnahmen in der App wurden nach dem „Leitfaden für gesundheitliche Bewertungen“ verfasst und enthalten Originaldaten der wissenschaftlichen Bewertungsarbeit des BfR. Sie enthalten eine allgemeinverständliche Zusammenfassung und sind unterteilt in den „Gegenstand der Bewertung“, „Ergebnis“ und „Begründung“. Als besonderer Service werden seit 2013 die Ergebnisse ausgewählter Stellungnahmen übersichtlich in einer Grafik dargestellt, dem BfR-Risikoprofil.

Information

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Suche im Volltext und nach Stichworten möglich

Die Stellungnahmen des BfR sind in der App chronologisch nach Jahren sortiert und jederzeit mobil abrufbar. Neu hochgeladene Stellungnahmen sind besonders gekennzeichnet. Bereits herunter geladene oder gelesene Stellungnahmen können auch ohne Internet wieder in der App geöffnet werden. In der App ist eine Volltextsuche integriert, die das Finden bestimmter Stellungnahmen erleichtert. Auch in jeder einzelnen Stellungnahme kann separat nach Stichwörtern gesucht werden.

Die Seitenvorschau ermöglicht bei besonders umfangreichen Stellungnahmen einen schnellen Überblick. Jeder Nutzer kann individuell die Textgrößen beim Lesen variieren. Die App ist für Smartphones und Tablets gleichermaßen geeignet.

Einschätzung IN FORM Redaktion

Die App (7,8 MB) lässt sich problemlos aus dem Google Play Store herunterladen und installieren. Wie bereits beschrieben, sind die Mitteilungen und Stellungnahmen in vielen Fällen eher für Experten als für Verbraucherinnen und Verbraucher geeignet. Dies ergibt sich oft auch schon aus den Fragestellungen, die beleuchtet werden. Beispiele sind hier zahlreichen Beiträge rund um Glyphosat, einen Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln, der möglicherweise krebserregend ist.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher lohnt es sich dennoch, in der App nach interessanten Beiträgen zu stöbern. So beschäftigt sich beispielsweise eine kurze Stellungnahme mit Bitterstoffen in Zucchini und erläutert sehr anschaulich, warum bitter schmeckende Zucchini auf keinen Fall gegessen werden sollen. Anlass dafür waren Vergiftungen im trocken-warmen Sommer 2015, an denen ein Mann sogar starb.

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