Wissen

Zwischen Vollkornbrot und Schokoriegel

Wie machen wir Kindern Lust auf gutes Essen? Die Diskussion rund um Ernährungswissen und Schulverpflegung beim "Dialog im BMEL".

Fünf Personen diskutieren auf einer Bühne, davon Zuschauer mit dem Rücken zur Kamera
Auf dem Podium saßen neben dem Minister Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Fernsehkoch Tim Mälzer und Alena Buyx, Professorin für Medizinethik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. BMEL/photothek.net/Gottschalk

Auf dem Podium saßen neben dem Minister Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Fernsehkoch Tim Mälzer und Alena Buyx, Professorin für Medizinethik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Kinder sollen mit gesundem Essen gut ins Leben starten. Dazu müssen sie wissen, woher unsere Lebensmittel kommen und welche Lebensmittel gut für sie sind. Gleichzeitig muss – wie eine Studie im Auftrag des BMEL ergab – die Qualität des Schulessens gesteigert werden, und das Essen muss so angeboten werden, dass die Kinder es gerne annehmen.

Die Vermittlung von Ernährungswissen an die Kinder und die Umsetzung des Wissens vor Ort bei der Verpflegung in Schule und Kita, das sind die zwei Säulen, auf denen die politischen Maßnahmen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufbauen. Für Bundesernährungsminister Christian Schmidt sind Essen und Ernährungsbildung „ein Geschwisterpaar, das zusammen gehört, damit gute Ernährung gelingt“.

Essverhalten wird von Kind an „gelernt“

Unterschiedliche wissenschaftliche Studien zeigen, dass mehrmaliges Probieren einer Gemüsesorte, kindgerechte Kochkurse und eine kindgerechte Bildersprache bei der Vermittlung von Ernährungswissen den Gemüsekonsum bei Kindergartenkindern deutlich erhöhen. Und das gesamte Essverhalten im späteren Leben wird von dem beeinflusst, was wir als Kinder zu essen "gelernt" haben. Daneben hängt es auch von dem Wissen ab, das wir über Herkunft unserer Lebensmittel, ihre Zubereitung und unsere Esskultur vermittelt bekommen haben. 

Vor diesem Hintergrund machte Bundesminister Schmidt zu Beginn der Diskussion deutlich: "Mein Ziel ist es, dass jedes Kind die Grundlagen einer gesunden Ernährung von Kindesbeinen an erlernt – unabhängig von der sozialen Herkunft und vom Schultyp. Dabei setze ich auf Aktivierung und Bildung: Es geht um das kinderleichte, spielende Erlernen von Ernährungswissen." 

IN FORM Projekte für Kitas und Schulen

Als erfolgreiche politische Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Lebensstils nannte Schmidt die Projekte der Initiative IN FORM, die sich an Kindertagesstätten und Schulen richten.

  • In den Kindertagesstätten animieren die "Krümel und Klecksi"-Medienpakete von IN FORM mit Liedern, Spielen und Geschichten die Jüngsten zum Nach- und Mitmachen in Sachen guter Ernährung.
  • Grundschülerinnen und -schüler sind zum Erwerb des Ernährungsführerscheins eingeladen, der bereits rund 600.000 mal vergeben wurde. In sechs Doppelstunden bekommen die Schülerinnen und Schüler nachweisbares Ernährungswissen vermittelt. 
  • Auch in den unteren Klassen der weiterführenden Schulen gilt der Ansatz: Wissen durch Ausprobieren. Mit dem Unterrichtspaket "SchmExperten" im Gepäck laden die Landfrauen derzeit fünfte und sechste Klassen ein, gemeinsam mit ihnen einzukaufen und kleine Speisen eigenständig zuzubereiten. 
  • Alle Schulen können sich außerdem am Wettbewerb "Klasse, kochen!" beteiligen und eine Schulküche gewinnen – unter anderem mit prominenter Unterstützung durch Podiumsgast Tim Mälzer.

Die Angebote der Initiative IN FORM sahen die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer als wichtige Schritte auf dem Weg zu einem eigenständigen Schulfach Ernährung. Dass dieses das Ziel sein muss, darin waren sie sich genauso einig wie in der Auffassung, dass bis dahin Ernährungsbildung noch stärker in den anderen Fächern verankert werden muss.  

Ernährungsbildung und Schulverpflegung ergänzen sich

Bundesminister Schmidt stellte aber auch klar: "Alle Anstrengungen, die wir in die Ernährungsbildung legen, sind umsonst, wenn das praktische Erleben dazu nicht passt. Wenn die Schülerinnen und Schüler aus dem Ernährungsunterricht kommen, vielleicht aus der "Klasse, Kochen!"-Küche oder mit dem Ernährungsführerschein in der Hand, und finden dann ein Schulessen vor, dass weder schmackhaft noch nahrhaft ist, dann waren unsere Mühen vergebens." Künftig soll deswegen ein Nationales Qualitätszentrum für gesunde Ernährung in Kita und Schule (NQZ) die Arbeit der Vernetzungsstellen Schulverpflegung in den Ländern unterstützen.

Abschließend hielt die Moderatorin Dr. Ursula Weidenfeld fest, dass die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer Ernährungsbildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sehen, für die auch alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten Verantwortung tragen, wie zum Beispiel die Hersteller mit der Werbung, die sie für ihre Produkte machen, und der Handel mit der Präsentation der Produkte in Supermärkten.

Quelle: BMEL 

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