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Programme und Praxisansätze zur Bewegungsförderung älterer Menschen

Der Überblick stellt zentrale Programme zur Bewegungsförderung älterer Menschen vor und zeigt, wie sie in der Praxis der Seniorenarbeit umgesetzt werden können.

Bewegung im Alter: unterschiedliche Zugänge, unterschiedliche Bedarfe

Eine Seniorin macht eien Sportübung mit Unterstützung einer jüngeren Frau, die Arbeitskleidung trägt.
Bild: adobe.stock.com

Bewegung trägt im höheren Lebensalter wesentlich dazu bei, Gesundheit, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe zu erhalten. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass ältere Menschen sehr unterschiedliche Zugänge zur Bewegung haben. Gesundheitliche Voraussetzungen, individuelle Lebenslagen und das Wohnumfeld beeinflussen, welche Angebote genutzt werden können und welche Hürden bestehen.

In den vergangenen Jahren sind bundesweit zahlreiche Programme und Projekte entstanden, die Bewegung für ältere Menschen alltagsnah und niedrigschwellig gestalten. Sie richten sich an unterschiedliche Zielgruppen – von aktiven Seniorinnen und Senioren bis hin zu Menschen mit Unterstützungs- oder Pflegebedarf. Für Akteurinnen und Akteure sowie Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren der Seniorenarbeit bieten diese Programme konkrete Ansatzpunkte, um Bewegung in Beratung, Begegnung und Quartiersarbeit zu integrieren.
 

Programme zur Bewegungsförderung als Arbeitsgrundlage für die Seniorenarbeit

Zur Orientierung werden im Folgenden zentrale, aktuell laufende Programme zur Bewegungsförderung älterer Menschen zusammengefasst. Die Übersicht zeigt, wer für die Programme verantwortlich ist, welche Zielgruppen angesprochen werden und wie die Angebote in der Praxis der Seniorenarbeit eingesetzt werden können.

Alltags-Fitness-Test (AFT)

Deutscher Olympischer Sportbund

Zielgruppe: Ältere Menschen ab ca. 60 Jahren

Einsatz: Beratung, Motivation und Einstieg in Bewegung

https://www.dosb.de/themen/mensch-und-sportverein/breitensport-und-gesundheit/der-alltags-fitness-test

AUF leben

Deutscher Turner-Bund

Zielgruppe: Ältere Erwachsene

Einsatz: strukturierte Gruppenangebote in Verein und Begegnungsstätte

https://www.dtb.de/gesundheit/auf-leben

Offene Bewegungsangebote im Freien

Land Baden-Württemberg

Zielgruppe: Bewegungsferne ältere Menschen

Einsatz: Quartiersarbeit, Nutzung öffentlicher Räume

https://www.quartier2030-bw.de/medias/offene-bewegungsangebote-senioren_a441bc0dff26b4275ded3c4a933d478d.pdf&ved=2ahUKEwjczu6V-7-SAxVRB9sEHY-oJz8QFnoECBsQAQ&usg=AOvVaw1x1wJBhXNet6hi3q9_D1sX 

Wandern und Natur erleben

Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein

Zielgruppe: Menschen mit Demenz und Angehörige

Einsatz: offene Senioren- und Angehörigenarbeit

https://www.lvgfsh.de/gesund-aelter-werden/demenz-eine-diagnose-zwei-betroffene/wandern-und-natur-erleben

Kneipp in der Pflege

Kneipp-Bund e.V.

Zielgruppe: Pflegebedürftige ältere Menschen

Einsatz: Pflegeeinrichtungen und ambulanter Bereich

https://www.kneippinderpflege.de/

Gemeindeschwester Plus

Land Rheinland-Pfalz

Zielgruppe: Hochaltrige Menschen

Einsatz: Prävention und aufsuchende Beratung

https://mastd.rlp.de/themen/soziales/gut-leben-im-alter/gemeindeschwester-plus

Digital & Vital

Projektverbund „Digital & Vital“

Zielgruppe: Ältere Menschen

Einsatz: digitale Ergänzung von Bewegungsangeboten

https://www.digital-und-vital.de/

Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Zielgruppe: Menschen mit Demenz

Einsatz: Vernetzung und Koordination

https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/aktiv-werden/lokale-allianzen

 

 

Nutzung der Programme in der Praxis

Die Programme lassen sich je nach Zielgruppe, Sozialraum und vorhandenen Strukturen flexibel einsetzen. Instrumente wie der Alltags-Fitness-Test eignen sich besonders für den Erstkontakt oder für Beratungssituationen, um Bewegung niedrigschwellig anzusprechen und individuelle Zugänge zu eröffnen. Darauf aufbauend können strukturierte Gruppenangebote wie „AUF leben“ oder offene Bewegungsformate im Wohnumfeld vermittelt werden.

Naturbasierte Angebote wie „Wandern und Natur erleben“ sprechen auch ältere Menschen an, die klassische Sportangebote selten nutzen, und sind insbesondere für die offene Seniorenarbeit sowie für die Arbeit mit Angehörigen geeignet. Im Pflege- und Unterstützungsbereich zeigen Programme wie „Kneipp in der Pflege“ oder „Gemeindeschwester Plus“, dass Bewegung auch bei gesundheitlichen Einschränkungen ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität bleibt.

Digitale Angebote wie „Digital & Vital“ können bestehende Bewegungsangebote sinnvoll ergänzen, etwa bei eingeschränkter Mobilität oder in ländlichen Regionen. Netzwerke wie die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz unterstützen zudem die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure und tragen dazu bei, Bewegungsangebote vor Ort besser zu bündeln und sichtbar zu machen.

Fazit

Die dargestellten Programme zeigen, dass für die Bewegungsförderung älterer Menschen bereits vielfältige und praxiserprobte Ansätze zur Verfügung stehen. Sie ermöglichen passgenaue Angebote für unterschiedliche Lebenslagen und eröffnen der Seniorenarbeit zahlreiche Möglichkeiten, Bewegung als festen Bestandteil von Beratung, Begegnung und Quartiersarbeit zu verankern.

Durch Information, persönliche Ansprache und Kooperationen mit Sport, Pflege und Gesundheitsförderung können ältere Menschen gezielt an passende Angebote herangeführt werden. Entscheidend ist dabei, Bewegung lebensnah zu gestalten und an den individuellen Möglichkeiten der Menschen auszurichten. Die vorgestellten Programme bieten hierfür eine tragfähige Grundlage.
 

Link

GESTALT – GEhen, Spielen und Tanzen Als Lebenslange Tätigkeiten

Ein Projekt zur Demenzprävention durch Bewegung für Frauen und Männer ab 60 Jahren

https://www.gestalt.fau.de/

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Letzte Änderung dieser Seite am 21.08.2026